Flashback in die 1. Klasse

Wenn ich mich morgens für die Arbeit fertig mache, dann zappe ich dabei gerne von Fernsehsender zur Fernsehsender. Und samstags gibts meistens nichts Gescheites.

Heute stolperte ich aber über einen Spielfilm aus 1967, gesendet vom MDR. Eine DDR Produktion also. Und dieser Film zog mich in seinen Bann. Im Mittelpunkt stand ein ca. 10jähriger Junge aus Berlin, sein Leben, seine Erlebnisse, seine Schule und Freunde. Alles sehr authentisch. Kleidung, Schultaschen, Frisuren, sowohl die der Kinder als auch die der Lehrerin und Passanten auf der Straße.

Und zack – war ich wieder tief drin in der Erinnerung. Zu Unterrichtsbeginn meldete ein Mädchen mit dem blauen Halstuch der Thälmann Pioniere: „Frau Lehrerin, die Klasse 4a ist zum Unterricht bereit. Es sind alle anwesend bis auf Thomas S.“

Himmel!!!! Genauso kenne ich das. Ganze 54 Jahre habe ich nicht mehr daran gedacht. Ich konnte (oder wollte?) mich nicht daran erinnern. Und jetzt war sie da, die Erinnerung. Mitsamt dem Gefühl und dem Geruch und allem, was dazu gehört. Ich war wieder 8 Jahre alt und Schülerin. Brav und gehorsam, diszipliniert und zurückhaltend. Wir waren so. Haben, zumindest in dem Alter, keinen Mist gebaut, gingen natürlich jeden Tag zur Schule – im Film ging es um einen kleinen Schulschwänzer. Niemals wären wir auf die Idee gekommen, den Gang zur Schule vorzutäuschen und uns heimlich davon zu schleichen, in der Stadt herum zu schlendern oder uns irgendwo herum zu treiben, bis die Zeit des Schulschlusses gekommen war. Was waren wir brave Kinder!!!

Eine sehr behütete Kindheit. Erst später fiel uns auf, wieviel diese Erziehung auch mit militärischem Drill zu tun hatte. Dieser Morgen Appell wurde mit geradezu militärischer Genauigkeit ausgeführt. Da hieß es „Stillgestanden“. Pippi Langstrumpf wäre damit nicht zurecht gekommen. Aber die kannte sowieso keiner von uns.

Als ich älter wurde, haben mich sogar meine Eltern zum zivilen Ungehorsam verleitet. Wenn die jährliche Mai Demonstration anstand, dann musste wir alle am Feiertag vor der Schule erscheinen und mitmarschieren. Es wurde eine Anwesenheitsliste geführt. Das galt als Unterrichtszeit. Wer nicht auftauchte bekam das als unentschuldigte Fehlzeit angerechnet. Ich ging also hin bzw. wurde von meinen Eltern dort abgeliefert während sie in einer Seitenstraße, im Auto sitzend, warteten. Sobald ich mich angemeldet hatte und sich der Demonstrations Zug in Bewegung setzte, scherte ich aus der Reihe aus…… Schuh zubinden oder sowas……. und schlüpfte zu meinen Eltern ins Auto. Ab ging die wilde Fahrt in den Garten, wo es dann galt den Feiertag zu genießen, zu grillen und uns einen schönen Tag zu machen.

Schöne Erinnerungen.

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Über die Liebe

Sie ist einerseits eine Art Geisteskrankheit,
aber auch eine Naturgewalt.

Sie reisst uns mit und sie verändert uns.
Und nie ist sie völlig weg.

Es ist mit ihr, wie mit der Energie.
Sie wandelt nur ihre Gestalt.

Sie verschwindet nie völlig.

Und auch wenn man sie gerade nicht praktizieren kann,
sie lässt sich nicht völlig auslöschen.

Aus dem Herz nicht und auch aus dem Hirn nicht.

Sie verpasst uns immer wieder einen neuen Anstrich.
Da wird munter über die alten Schichten drüber gepinselt.
Mit den Jahren blättern Teile ab. Doch das stört nicht.
Zurück bleiben Spuren und Eindrücke.

Je öfter sie uns umfängt,
desto bunter werden wir.
Und wertvoller.

Vielfarbig…… Vintage, Shabby look.
Die Liebe macht uns schöner.
Besonders.

Denn durch sie hinterlassen wir Spuren,
die noch zu entdecken sein werden, wenn wir mal endgültig verschwunden sind.

Weg aus dem Blickfeld und dann auch weg aus der kohlenstofflichen Welt.

(Manchmal steige ich in meinen Blog Keller und entdecke alte Gedanken, die mir beinahe neu erscheinen. Weil sie eben nach wie vor und immer wieder aktuell sind. Und ich erfreue dann mich und vielleicht auch euch damit.

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Der Samstagmorgen

…erstrahlt in hellem Sonnenschein.

Ich freue mich an den Farben und der Fülle und ….bämmm….. und ich haue euch heute ein großes Foto hier rein. Warum? Weil ich’s kann. (diese Antwort scheint derzeit sehr populär. Ich höre sie immer öfter)

Auf dem Weg zur Arbeit heute Morgen überkam mich eine große, innere Freude. Und mir wurde bewusst, wie gut ich es habe. Keine nennenswerten Sorgen. Und das muss man sich auch immer mal wieder ins Bewusstsein rufen. Klar, man findet immer was worüber man klagen kann. Ich nenne hier ganz bewusst mal keine aktuellen Beispiele. Denn genauso kann man den Fokus auf die guten Dinge im Leben richten. Das nenne ich Seelenpflege.

Manche meiner Freunde bedauern mich, wenn sie hören, ich arbeite auch samstags.
Aber hey, es macht mir Spaß. Gerade ganz besonders.

Diese Woche haben wir etwas wirklich Schönes erlebt.
Mittwoch musste ein Auto von einem Kunden aus der Nähe von Würzburg abgeholt werden. Mein Sohn und sein Freund fuhren im Morgengrauen los und kamen entsprechend früh beim Kunden an.
Und der erwartete die Männer in seiner großen Doppelgarage. Auf der einen Seite das zu verkaufende Auto, auf der anderen ein hübsch gedeckter Tisch mit einem liebevoll hergerichteten, üppigen Frühstücks-Buffet. Da fehlte wirklich nichts.

In all den Jahren, die wir in dem Geschäft sind, haben wir so etwas noch nie erlebt.
Entsprechend groß war die Freude. So macht die Arbeit doch Spaß.

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