Männer (8) – Die Geliebte, Frau Diskret

Sowas hat es zu allen Zeiten gegeben. Eine Frau, die klassische Geliebte, die jahrelang oder gar jahrzehntelang eine gewisse Rolle im Leben eines anderweitig verheirateten Mannes spielte. Aber sie musste (meist ungewollt) immer nur die zweite Geige spielen. Sie war die Arme, die an Weihnachten und anderen Feiertagen allein zu Hause saß und ihre Kissen weinte, während er in seinem Zuhause den Familienvater gab.

Ich kenne so ein Schicksal aus dem Bekanntenkreis. Eine Frau die Jahrzehnte mit ihrem Chef ein sog. Verhältnis hatte. Sie war seine Vertraute und die Frau, die ihm sinnliche Freuden schenkte…..  und er ihr hoffentlich auch. Das hoffe ich doch für sie. Aber sie hatte außer diesem Leben als „zweite Geige“ nur ihren Beruf. Sie ging nie eine Ehe ein, sie hatte keine Kinder und lebte ihr Leben lang allein. Sie verdiente gut und fuhr viel in der Welt herum. Reisen war ihre zweite Leidenschaft neben dem Mann, den sie nie ganz für sich allein haben konnte. Nicht mal Freunde hatte sie. Nur Bekannte und Nachbarn. Sie unternahm nie etwas mit anderen Menschen, denn sie wollte sich immer ganz für ihn bereit halten, wenn er dann mal Zeit für sie hatte. Rücksichtnahme und Demut waren ihre zweiten Vornamen. Egoismus war ihr fremd. Nicht mal der gesunde. Sie stellte ihr ganzes Leben quasi in den Dienst dieses Mannes. Und er starb sogar in ihren Armen am Herztot. Um einen gesellschaftlichen Skandal zu vermeiden, wurde dieser „Vorfall“ sehr diskret behandelt. So wie sie sich immer verhalten hatte. Diskret.

Für mich klingt das alles nach Aufopferung.
Mir geht da der Hut hoch. Wie geht es euch?

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Männer (7) und der Seitensprung als Beziehungsmodel

Anfangs kannte ich mich noch nicht so aus mit der Bedeutung der diversen Angaben zum Beziehungsstatus. Gab einer an „es ist schwierig“ dann glaubte ich naiverweise noch, dass derjenige geschieden sei und vielleicht noch Stress mit der Ex hatte wegen Unterhalt, Sorgerecht für die Kinder o.ä. Bald begriff ich: Der sucht nur was für nebenher.

Aber bis ich das durchschaute, lernte ich den einen oder anderen schon mal kennen. Und man trifft sich auf einen Kaffee und unterhält sich. Da passen Interessen, der Humor ist der gleiche und die Chemie stimmt. Und bums….. ist es passiert. Nein, nicht das!! Aber einen mochte ich besonders und ich konnte mir mehr vorstellen. Man verbringt gerne Zeit miteinander und es brizzelt so ein bisschen. Sternenstaub. Funkeln in den Augen. Herzklopfen am Telefon. Aufgrund einer nicht ganz so kleinen Entfernung der Wohnorte waren wochentags abendliche Besuche nicht möglich und so einigten wir uns schnell auf den Freitagabend. Der passte am besten. Und so kamen wir uns im letzten Oktober dann auch mal näher. Und auch das passte nahezu perfekt.

Bis dahin wusste ich nicht, dass es da eine Lebensgefährtin gibt. Kinder sind groß und es gibt auch schon Enkelkinder. Er ist ein guter Vater und Opa. Ein gutbürgerliches Leben in einer Kleinstadt. Er ist aktiv in der Gemeinde, vielseitig interessiert und überall beliebt. Ein richtiger Biedermann, wie er im Buche steht. Und dann sowas…… er ist ein Seitenspringer. Und das schon seit vielen Jahren.

Als er es raus ließ, war ich erstmal echt enttäuscht. ABER da stand auf der anderen mein nicht existierender Wunsch wieder mit einem Mann zusammen zu ziehen und eine klassische Beziehung einzugehen. Ich habe mir das sehr gut überlegt. Ich möchte nicht jeden Abend mit ihm auf der Couch sitzen und das Fernsehprogramm über mich ergehen lassen. Nein, ich brauche keine Kegelabende oder Spiele Abende mit  Freunden und Nachbarn. Ich möchte nicht wieder überall als Paar auftauchen und die Frau von XY sein. Das ist nicht mein Ziel. Der eine oder andere wird mich unvernünftig nennen. Sollte ich doch mal ans Alter denken, wenn Mann und Frau sich gegenseitig eine Stütze sein können und sowas alles…..  ich bin halt komisch und anders und sicher auch kompliziert.  Aber das bin ich. Und gerne.

Zurück zum Seitenspringer. Er kann das erklären. Und die Lebensgefährtin wird da nicht runter gemacht und als unmögliche Person hin gestellt. Er will sich auch nicht trennen und er steht zu ihr und seinem biederen Leben. Und ich? Ich mag ihn wirklich. Ich liebe ihn aber ausdrücklich nicht. Und ich würde ihn als Partner ganz klar nicht haben wollen. Es ginge nicht. Da sind wir uns wirklich einig.

In seinem ansonsten perfekten Leben fehlt ein Puzzleteil, was ihm seine Partnerin nicht da in die Lücke hinein setzen kann und will. Und ich habe dieses Puzzleteil für ihn. Und ich gebe es ihm gerne, denn ich bekomme genau das zurück, was ich wiederum suche. Vielleicht ist es eine sehr egoistische Denk- und Verhaltensweise. Aber für uns ist es eine Win-Win Situation. Nicht nur für uns zwei. Nein, für uns drei.

 

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Männer (Sex)

Hihi….. wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.
Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Wie soll ich das jetzt mal geschickt formulieren, ohne die Hosen allzu weit runter zu lassen?? Ich sag mal so….. als ich die Wechseljahre lange hinter mir gelassen und schadlos überstanden hatte, da dachte ich bei mir: „So, das wars dann jetzt also!“ Ich stellte mich darauf ein, dass die Themen Liebe, Lust und Erotik fortan in meinem Leben keine Rolle mehr spielen würden. Hörte ich das doch von allen Seiten, dass das jetzt so ist.

Aber ich sollte mich gewaltig getäuscht haben. Die Trennung von meinem Mann lag mittlerweile mehr als ein Jahr zurück, als es mich  völlig überraschend nochmal erwischt hat.  Ohne dass ich es wirklich gemerkt hätte, habe ich mich verliebt. Den Mann hatte ich nicht online kennengelernt, weit entfernt von irgendwelchen Partnerbörsen. In einem völlig anderen Umfeld. Trotzdem oder gerade deshalb, ich war voll verknallt. Da war es wieder dieses tolle Gefühl, was ich so lange nicht gefühlt hatte, dass ich es schon beinahe vergessen hatte. Ich ging wie auf Wolken und dachte jeden Tag viel an ihn. Irgendwann nahm ich all meinen Mut zusammen und gestand ihm, was ich für ihn empfand. Leider erwiderte er meine Gefühle nicht in dem Maße, wie ich sie für ihn hatte. Aber ich freute mich darüber, dass er so ehrlich war mir das sehr empfindsam und feinfühlig rüber zu bringen. Alles war gut. Nur ein bisschen Traurigkeit. Aber ich hatte den Lohn für meinen Mut bekommen. Denn ich war wieder da. War wach geworden. Ich wusste auf einmal, dass es das dann doch noch nicht alles gewesen sein konnte in Sachen Liebe und all den schönen Begleiterscheinungen.

Wie angeknipst zog ich los und fing an im Internet zu fischen. Köder legte ich gar nicht viele aus. Aber es bissen schnell einige Fische an. Wie sich heraus stellte, war das eine wahre Verschwendung von Ködern, denn ich ließ die Fische nach Begutachtung beinahe alle wieder ins Wasser gleiten. Relativ unverletzt. Beide Seiten.

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