Zwei Jahre

Nun ist sie schon zwei Jahre alt. Am Donnerstag vor einer Woche haben wir das gefeiert.
Von Oma gabs ein Dreirad und auch sonst bekam sie viele schöne Geschenke. Was aber macht die Mausi erstmal? Sie klettert auf den Tisch und fummelt die Smarties aus dem Zuckerguss vom Kuchen, den Mama ihr gebacken hat, und verteilt sie an ihre Geburtstagsgäste. Das war spannender als all die Geschenke.

Ich könnte ja mittlerweile die Strecke Flensburg – Bodensee mit Fotos von ihr pflastern – aber es gibt pro Jahr aus Datenschutzgründen hier nur ein Foto von ihr. Okay, heute habe ich ein bisschen gemogelt und eine kleine Collage gebastelt. Es sollten einfach Fotos sein, die sie so zeigen wie sie ist. Und sie unter anderem eine kleine Leseratte. Wo immer sie hin geht, ein Buch muss mit. Und wenn dann Wartezeit ist, dann legt sie auch mal ihr Buch aufs Straßenpflaster und schaut es sich an. Kein Problem für sie.

Sie ist ein aufgewecktes Kind und traut sich so ziemlich alles zu. Ein kleiner, süßer Wirbelwind. Wir lieben sie von Herzen. Ich wünsche ihr von hier aus nochmal alles Liebe für ihr neues Lebensjahr. Und so um den 14. April 2017 herum gibts ein neues Foto.

collage Emily 2 jahre

Kleiner Rückblick gefällig?
2015

2014

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Abtauchen – auftauchen -abtauchen

Es ist schön im Alltag immer mal wieder in die Urlaubserinnerungen einzutauchen. Vorallem, wenn die Regentropfen an mein Fenster klopfen. Denn, was wir auch alles in unserem Dubai Urlaub erlebt haben, das war nicht dabei. Auf Regen mussten wir verzichten. Und das ist uns nicht schwer gefallen. Soviel kann ich versichern.

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Auf das eine oder andere Glas Wein am Abend hätten wir auch verzichten müssen., wären wir nicht dahinter gekommen, wie und wo man in einem Land mit streng gehandhabten islamischen Regeln an ein gutes Tröpfchen Rotwein kommt.

Es war wieder einer dieser Tage, an denen wir nach einem neuen, möglichst kurzen,  Weg zur nächsten Mall suchten. Ein junger Einheimischer zeigte uns eine Abkürzung und meinte, dass man so in 7-8 Minuten am Ziel sein würde. Ja, mit einem schnellen Auto vielleicht. Nicht aber zu Fuß unter der heißen Sonne Dubais.Und so waren wir wieder mindestens ne Dreiviertelstunden unterwegs. Im Schweiße unseres Angesichtes. Und alles nur für ein bisschen Wein.

Endlich dort angekommen, steuerten wir den großen Supermarkt an. Systematisch durchkämmten wir die einzelnen Gänge und fanden auch nach mehrmaliger eingehender Prüfung des Sortiments weder Wein, noch Bier noch sonst irgendeinen Alkohol. Meine Mama steuerte mit den Worten “ich frage jetzt mal die Verkäuferin” auf eine verschleierte Frau mittleren Alters zu. Mir war ganz mulmig zumute und ich war gespannt, wie sie das ohne nennenswerte Englischkenntnisse jetzt anstellen wollte. Aber sie ist ja kreativ. Also machte sie nur eine Handbewegung, als würde sie trinken und fragte: “Vino? Wo?”

Die Verkäuferin bekam tellergrosse Augen, winkte uns zwischen zwei enge, hoch aufgetürmte Regale und  erklärte flüsternd, dass es da einen geheimen Hintereingang am Supermarkt gäbe. Nur von außen zugänglich, ohne Beschriftung, eine dunkelgrüne Blechtür.

Wir machten uns auf den Weg mit einem Gefühl, als hätten wir vor, eine Bank auszurauben. (Ich jedenfalls. Meine Mama sah das wohl gelassener.) Dort angekommen sahen wir nur einheimische Männer mit dunklen Sonnenbrillen schnellen Schrittes aus dem Laden eilen. Keine Touristen weit und breit. Und vorallem keine Frauen. Die Männer stiegen mit neutralen schwarzen Einkaufstüten in ausschließlich dicke Karossen ein und fuhren mit quietschenden Reifen weg. (kein Witz!) Innerlich war ich da schon am Ablachen. Aber es kam noch besser.

Der Laden bestand aus drei kleinen Räumen, die jeweils bis unter die Decke mit Regalen mit alkoholischen Getränke vollgestopft waren. Ein Raum, der kleinste, ca. sechs Quadratmeter groß, war der für Wein. Dort gingen wir auf die Suche und fanden spanischen Rotwein, von dem wir zwei Flaschen kauften. Es war alles wie an einem Film Set. Aber hier wurde nicht im verräucherten Hinterzimmer um Millionen gepokert und jeden Moment musste man mit einer Razzia rechnen. Doch ich fühlte mich irgendwie so. Und ich fand alles sehr amüsant.

Zurück im Kassenraum, von wo aus man den ganzen Laden überblicken konnte, fiel uns dann auf, dass wir die einzigen Frauen waren. Jedenfalls die einzigen ohne männliche Begleitung. Da gab es noch eine Asiatin, die mit ihrem da Gatten war. Wir stellten uns in die Schlange an der Kasse. Während ich wartend mein Geld abzählte und die überdimensionalen Flaschen, wie 2l oder sogar 5l Weinbrand, Whisky und Wodka bestaunte, bemerkte meine Mama, wie sich zwei Mitarbeiter des Ladens offensichtlich über uns zwei verruchte Weiber echauffierten, die die Dreistigkeit besaßen ohne Männer in den Laden zu spazieren und kackfrech Wein zu kaufen.

Leider war mit das entgangen. Sie hat mir erst später, draußen vor dem Laden davon erzählt. Andernfalls hätte ich gespielt empört zu meiner Mama auf Englisch gesagt, dass ich mir überlegen werde den Shop Manager zu kontaktieren, da sein Personal sich offen abfällig und respektlos über Kundinnen äußert. 😎 Das hätte mir Spaß gemacht.

Noch zu erwähnen wäre, dass es im Hotel durchaus auch Wein zum Abendessen gab. Aber der billigste kostete 8 € pro schlecht eingeschenktem Glas und 40€ pro Flasche. Und dabei war er nicht mal besonders gut oder hochwertig. Und so sind wir auf die Suche nach einer besseren und günstigeren Alternative gegangen. Und fündig geworden.

Eine Freundin erzählte mir neulich, dass sie mit ihrem Mann anlässlich ihrer Silberhochzeit einen Luxusurlaub in Dubai in einem sehr edlen Hotel gemacht hatte. Dort war es unter gar keinen Umständen möglich auch nur en Glas Wein oder Sekt zur Feier des Tages zu bekommen. Zu keinem Preis. So gesehen, hatten wir ja noch Glück.

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Zurück ins Körbchen

 Am Ende des Tages schleppte man uns noch in ein exklusives Modehaus, wo wir Ledermoden kaufen sollten. Es gab eine wirklich tolle Modenschau und man reichte uns kleine Snacks und Erfrischungen.  Eigens für uns könnte man mit sensationellen Rabatten von bis zu 40% aufwarten. Die Freude darüber hielt sich aber in Grenzen, da der Grundpreis pro Lederjacke bei durchschnittlich 1.600,-€ lag.

Keiner kaufte etwas. Und fortan war der Reiseleiter verstummt. Seine Laune war genau wie seine Provision an diesem Tag im Keller angekommen. Er begleitete die Gruppe schweigend zurück zum Bus. Und während der zweistündigen Rückfahrt in unser ruhiges Örtchen hörten wir von ihm kein Wort mehr.  

Aber das störte uns wenig. Wir genossen den Abschied von der Großstadt, die Aussicht und den Sonnenuntergang. 

Je weiter raus, umso schöner wurde es.

Nach so einem Tag in der Metropole waren wir ein bisschen geläutert und weniger unzufrieden mit unserer Einöde.

 
Kraft allover the world.


Besonders schön und romantisch fand ich den überraschenden Anblick von Nomaden  in der Wüste, die sich um ein Feuer versammelt hatten. Leider war ich nicht schnell genug um vom Bus ein Foto zu schießen. *heul*

 

Die meisten Mitreisenden haben die schöne Abendstimmung verpennt.

Wenige Minuten vor Ankunft im Hotel erwachte der Reiseleiter zu neuem Leben. Er machte wortreich darauf aufmerksam, dass es zu einer schönen Tradition geworden sei, dass die Reisenden am Ende eines solchen Tages dem Reiseleiter und Busfahrer ein (wie er es nannte “angemessenes”) Trinkgeld zukommen lassen.

Ich fand seine Wortwahl frech und dreist und so gab ich dem Busfahrer, einem stillen freundlichen Mann indischer Abstammung, ein besseres Trinkgeld als dem unverschämten Reiseleiter. 🤓

 

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