Fertig gekocht

Ach, ich freu mich ja auch, dass es vorbei ist.   Aber wieso muss man denn soviele Steuergelder verschleudern, wenn einer geht? Mit militärischen Ehren, mit Pomp und allerhand anderen teuren Circumstances auf unser aller Kosten?   Wie ein Staatbegräbnis auf Probe, wo der Verblichene noch nicht verblichen, sondern nur ein wenig ausgeblichen ist?  Weil er es nicht bis zum bitteren Ende durchgezogen hat, wollte man ihm so den Abschied versüßen?

Dass er dreist und überheblich ist, an unbeschreiblicher Selbstüberschätzung leidet und seine Umwelt darunter leiden musste, das war mir lang schon klar. Aber nun stellt er sich hin und sagt sinngemäß: Es war schön. Ich habe den Job gerne gemacht. Aber ich kann mehr und werde das jetzt tun.  

Jetzt erst? Ab sofort? Ist es denn nicht so, dass eigentlich die erfahrenen Führungspersönlichkeiten, die jahrelang in der freien Wirtschaft Großes vollbracht und Berge versetzt haben, in die Politik berufen werden? Damit diese Wegbereiter und Visionäre dann ihre exorbitanten Fähigkeiten für uns alle zum Wohle und für unsere blühenden Landschaften fruchbringend einsetzen?? Ist das nicht so?  

Wie es scheint, geht es anders herum. Erst macht sich einer durch seine politisch fragwürdigen Aktionen einen Namen, übt sich im Intrigieren und Manipulieren und wird dann von der Wirtschaft mit Kusshand aufgenommen und als Galionsfigur vorne an den Streitwagen getackert. So gerüstet macht man dann die Weltwirtschaft plan. Hinten muss genügend Ladefläche sein für die Silberlinge, die eingesammelt werden. Am besten ein XXL-Kipper. Wichtig ist auch ein überdimensionaler, chromglänzender, weithin sichtbarer Kuhfänger, der die aus dem Weg räumt, die was dagegen haben, dass man reiche Ernte einfährt.  

Ich darf morgens keine Nachrichten mehr anschauen.
Es könnt einem direkt das Frühstück nochmal durch den Kopf gehen, wenn man sowas hört.

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13 Antworten zu Fertig gekocht

  1. Himmelhoch schreibt:

    Toll geschrieben und ich k….. mit. Manchmal sehe ich schon tagelang keine Nachrichten mehr, weil mich Politik und Katastrophen nicht so recht zur Ruhe kommen lassen. Und das muss ich mir nicht antun!
    Der soll an seinen Silberlingen ersticken!

  2. VEB wortfeile schreibt:

    die beschriebenen „fähigkeiten“ sind ja leider genau das, was man als wirtschaftshai braucht, um erfolgreich im mehren des reichtums für wenige zu sein. ich schließe mich der mentalen keramikumarmung an :roll:.

  3. Chinomso schreibt:

    Hüpf-spring-froi, ich bin nicht allein. Euch krempelts auch den Magen um. Jedenfalls mental.

    • Anna-Lena schreibt:

      Das hast du klasse geschrieben und den Nagel auf den Kopf getroffen. Auch mir geht die Politik und das Nichtvermögen aller, die sich dort herumtreiben, mächtig auf den Zünder.

  4. Chinomso schreibt:

    Irgendwie glaube ich, es war nie so schlimm wie gegenwärtig. Oder?
    Aber es kann auch sein, dass ich nie so genau hingesehen habe, wie gerade jetzt.

    • april schreibt:

      Nein, nein, du hast schon Recht. Ich finde auch, dass es noch nie so schlimm war. am besten liest man keine Zeitung mehr und guckt keine Nachrichten. Hier wird das Gymnasium gegenüber dem eingestürzten Archiv renoviert, obwohl das teurer wird als ein Neubau. Was soll man denn da noch sagen?

  5. Bellana schreibt:

    Dieser Abgang passt zu seinem Wirken.
    Grüßle Bellana

  6. freidenkerin schreibt:

    Und dann hat so jemand nicht einmal so viel Charakter und Rückgrat, um bis zum Ende seines Arbeitsvertrages, sprich, Amtszeit, auszuharren! Und was mich bei solchen G’schichten am meisten anstinkt: Es werden Nachfolger ernannt, die das „Stimmvieh“, ähem, das Volk seinerzeit überhaupt nicht gewählt hat! So was ist eine erschreckende, besorgniserregende Unterminierung der Demokratie!

  7. Obelix schreibt:

    Koch ist doch nur einer in der langen Reihe derjenigen, die dazu beigetragen haben, die Politikverdrossenheit ins Unermessliche zu steigern. Man schaue nach Berlin, in die Landesparlamente aber auch in unsere Stadt- und Gemeinderäte. Da sind kaum Menschen, mit denen ich befreundet sein möchte. Oder vor denen unsereins, der ehrlicher Arbeit nachgeht, Respekt haben müsste.

    Andererseits. Wir alle haben die Politker, die wir uns verdient haben. Denn was bringt es, zu lamentieren, wegzuschauen, sich nicht mehr mit Politik beschäftigen zu wollen usw., wenn man selbst nicht bereit ist, aktiv etwas zu verändern? Laden wir nicht geradezu diese Schlawiner dazu ein, so zu sein, wie sie sind, weil wir ihnen den Weg einfach frei machen? Müssen wir uns alle da nicht etwas an die eigene Nase fassen?

    Ich bin, wie der Grundtenor in diesem Thread der Meinung, dass unsere Politiker wenig bis nichts taugen. Aber auch ich müsste dann doch eigentlich aufstehen und sagen „So geht es nicht weiter! Jetzt ändere ich etwas!“. Mache ich das? Und wenn nicht, warum nicht?

  8. Chinomso schreibt:

    Weil es so schwer ist gegen den Strom zu schwimmen.
    Und noch schwerer, den Strom umzuleiten.
    Und die Hoffnung so gering.
    Und das Leben so kurz.

  9. Obelix schreibt:

    Wahrscheinlich ist das so. Aber es gibt Menschen, die positiv aus dem Politikereinerlei herausragen und die genau das auf sich nehmen, in Bayern z.B. der Sepp Daxenberger: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/a-712550.html oder hier http://de.wikipedia.org/wiki/Sepp_Daxenberger

    Ich glaube, dass das Problem unserer Politik die Parteienprägung ist. Wer in den Parlamenten mitmischen will, muss sich durch die Parteimühle drehen lassen. Da wird jede individuelle Eigentümlichkeit abgeschliffen und heraus kommen stromlinienförmige Schwätzer und angepasste Mitläufer, die sich nicht trauen, das zu tun, was ihnen die Verfassung gewährt (besser: gebietet), nämlich nach ihrem eigenen Gewissen abzustimmen.

    Wurde nicht in Hessen die Wahl einer Lügnerin zur Ministerpräsidentin verhindert, weil eine einzige Frau im Parlament den Mut hatte, auf ihr Gewissen zu hören? Noch stehen solche Poltiker alleine, weil sie sich nur ganz selten trauen, denn das, was sie danach an Mobbing und Ausgrenzung erwartet, steht kaum einer durch. Aber je mehr dieser „Rebellen“ tätig werden (und es gibt sie – man denke nur an die Bundesversammlung, in der Wulfie-Boy und seine Chefin Antschie heftig abgestraft wurden), desto mehr kann man hoffen, das sich vielleicht eines Tages doch noch etwas zum Positiven wendet.

    Hier sind allerdings die Medien gefordert, gerade solchen Querdenkern auch eine Plattform zu bieten.

    • Ruthie schreibt:

      … und der Sepp Daxenberger hat dann schon mal in den Himmel gehen dürfen, damit er sich das Elend hier nicht noch weiter anschauen muss, oder? Die anderen sind gezwungen, hierzubleiben und sich (und uns) weiter rumzuquälen…

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