Das Leben kann mitunter recht lustig sein

Gestern nackterweise ne Bekanntschaft gemacht. Und das kam so…

Seit voriger Woche gehe ich am Mittwochabend schwimmen. Aqua Training nennt sich das. Dabei springt und hüpft und strampelt man sich ne knappe Stunde zu flotter Musik unter Wasser ab. Am Beckenrand ist währenddessen eine nette Dompteuse damit beschäftigt, auf dem Trockenen das vorzumachen, was wir tun sollen. Und sie kommt dabei wegen der recht hohen Umgebungstemperatur ziemlich ins Schwitzen. Klitschnass war die gestern wieder. Aber doch nicht so nass, wie wir anderen. Sie schwitzt, wir nicht. Sie keucht, wir nicht. Sie stöhnt, wir nicht. Denn wir sind Wasserfeen. Allesamt dafür geschaffen, demnächst bei den Münchner Isar-Nixen mitzumachen.  

Jede Woche – bisher waren es erst zwei – ist die Truppe anders zusammen gesetzt. Da sind berufstätige Frauen, die Wechselschicht arbeiten müssen, Mutter von kleinen Schnupfennasen und Frauen, die aus anderen Gründen mal kommen können und mal nicht. Meine Bekannte, die mich drauf brachte und immer mit dem Auto mitnimmt, die kennt schon alle. Ich nicht. Denn ich bin der Frischling der Truppe, wenn auch der Älteste. Und so begab es sich, dass ich gestern mein Becken ins Becken schob und in lauter fremde, aber durchaus freundlich lächelnde Frauengesichter schaute. Von allen war nur der Kopf mit nassen Haaren zu sehen. Und ich überlegte schon, wie es mir jemals gelingen könnte, wenn ich eine dieser Frauen auf der Straße treffen würde, zu wissen, wer sie ist und woher ich sie kenne. Oder sie mich.

Später dann, beim Duschen, stellte mir meine Bekannte eine der Frauen vor.Wir waren alle drei splitternackt, von Kopf bis Fuß mit Schaum bedeckt, als Andrea sagte: „Iris, darf ich vorstellen: Das ist Claudia. Claudia, darf ich vorstellen: Das ist Iris.“ Ich habe quieckend vor Lachen die Hand der Frau Claudia geschnappt und heftig geschüttelt und gesagt: „Sehr erfreut, dich kennen zu lernen!“ (in so einem Wassernixen-Umfeld duzt man sich vom Tag1 an).

Und hätte ich sie später nicht mit Klamotten und trocken gefönten Haaren gesehen, wüsste ich immer noch nicht, wie sie letztlich aussieht

 

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18 Antworten zu Das Leben kann mitunter recht lustig sein

  1. dorosgedankenduene schreibt:

    *schmunzel* Ich überlege gerade wies umgekehrt wäre. Würde man Menschen die man schon kennt, auf Anhieb mit nassen Haaren und nakisch erkennen *grübel*
    jedenfalls hat mich der Beitrag zum Lachen gebracht, ganz besonders natürlich wie ihr euch vorgestellt worden seid.

  2. fudelchen schreibt:

    Na das ist ja mal was anständiges 😀 Münchner Isar Nixen….alles klar, da käme ich nieeee hin, denn ich bin keine Wasserratte. Paddele im Urlaub nur am Strand, bloß nicht zu weit ins Wasser gehen….nönö!! Und habe ich mich dann etwas abekühlt, dann husch, husch auf die sichere Liege.
    Ist aber erstaunlich, wie verändert die Menschen aussehen, wenn sie nackig sind, das konnte ich auch immer wieder feststellen, nach dem Tennis. Angezogen klasse, nackig…eben Mensch 😉 Und so wundervoll normaaaaal !!

  3. Federwelt schreibt:

    *grins*

    Probat ist, sich in Stressmomenten seine Gegenüber nackend vorzustellen. Wirkt sehr befreiend.

    Nackende Nixen mit Becken in Becken … Du hast das total schön geschrieben und ein breites Grinsen verziert nun mein Gesicht.

  4. Träumerle Kerstin schreibt:

    Hihi – ich stell mir dad bildlich vor und muss lachen. Mir geht das manchmal abend so, wenn ich mit Johnny die letzte Runde drehe. Wenn mir Leute im Finstern entgegen kommen, kann ich sie nicht erkennen. Und dann kommt plötzlich „Ach, die Frau L., jetzt hab ich sie erkannt am Hund“.
    Liebe Abendgrüße von Kerstin.

  5. Ruthie schreibt:

    *ganzbreitgrins* Schön!

    Was haben ein Frauenarzt und ein Bademeister gemeinsam?

  6. Gedankenkruemel schreibt:

    Herrlich..die Vorstellung und überhaupt deine Beschreibung *schmunzel

    Klar mit nassen Haaren schaut man schon bissel anders
    aus, aber ansonsten sollte das doch kein Problem sein 🙂

    Herzliche Grüsse
    Elke

  7. bigi schreibt:

    😆
    Ich weiß nicht, wie ich die Bilder von heute wieder aus dem Kopf kriege. Aber im Augenblick will ich das auch gar nicht. Danke dir Iris!

  8. Brigitte schreibt:

    ungezwungen würde ich mal sagen 😉

    Also ich musste jetzt bei der Vorstellung auch echt schmunzeln

    Liebe Grüsse
    Brigitte

  9. Barbara schreibt:

    Tolle Szenerie 🙂 Aber Leute, die man nur vom Schwimmen kennt, auf der Straße wiederzuerkennen (oder umgekehrt) ist schon schwierig. Wenn man dann vielleicht auch noch etwas kurzsichtig ist und ohne Brille ins Becken steigt, wird das Ganze noch besser 😉

  10. chinomso schreibt:

    Walken am Morgen? Nö, hab ich nie gemacht. Du verwechselst mich da wohl. 🙂

  11. Anna-Lena schreibt:

    Herrlich geschrieben, zumal ich auch zum Wasserballett gehe und mir die Situation sehr bildlich vorstellen kann.

    Vor Jahren traf ich einen Saunabekannten im Wartezimmer beim Orthopäden. Der hatte nichts besseres zu tun, als laut durchs Wartezimmer zu posaunen:
    „Ich habe dich erst gar nicht erkannt, ich kenne dich doch nur nackt!“
    🙂

    • chinomso schreibt:

      Oh jeeee, was für eine Situation. **kicher**

      Das mit dem Wasserballett …ähm, ja wie soll ich sagen? Wir stehen noch ganz am Anfang. Das wird aber. Ich bin sicher.

  12. Anna-Lena schreibt:

    Bleib dran, es macht Spaß und es gibt viel zu lachen.
    Und für Körper und Gelenke – absolut schonend und effektiv.

    Viel Spaß weiterhin :-).

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