Es wird heller

Kann sein, es ist Einbildung. Aber ich finde, es wird langsam heller morgens. Und das wirkt sich positiv auf meine Stimmung aus. Außerdem ist diese Woche eine angenehme Woche. Die Schulkinder haben noch Ferien und viele Eltern haben sich deshalb auch ein paar Tage Urlaub genommen. Damit sind die Straßen morgens frei. Von Flensburg bis zum Bodensee kann man in einem Rutsch durchfahren… wenn man das will.

Ich will das nicht. Aber auch auf meiner Strecke zur Arbeit ist es angenehm leer. Bei -2°C und leichtes Schneegegriesel bin ich heute Richtung große Stadt gefahren. Und das ging so flüssig, dass ich die Wahl hatte – fahr ich Autobahn oder fahr ich durch die kleinen Örtchen? Die kleinen Ortschaften sind unterhaltsamer. Da sieht man mehr. Da ist Leben auf der Straße. Und wieso sollte ich denn allzu früh im Büro sein? Lange vor Dienstbeginn?? Nö, das zahlt mir ja keiner. Also gondel ich lieber bisschen durch den Odenwald. Das gefällt mir besser. Ich liebe es einfach, die Leute zu beobachten, die da so rumlaufen, morgens um die Zeit. Dabei stelle ich mir immer vor, was die für ein Leben leben. Rentnerinnen, Hausfrauen, Mütter, ein Opa und ein kleiner Bengel auf dem Weg zum Bäcker. Frisch onduliert und gut gestylt oder im Schlabberlook. Warm angezogen oder in Schlappen mit wehenden Haaren. Unausgeschlafen und in sichtlicher Eile oder voll wach und festen Schrittes unterwegs. Gerne würde ich jedem von ihnen eine Kamera an den Kragen pinnen und mir am Abend ihren Tag als Film reinziehen.

Momentan höre ich im Auto gerade wieder Hörbücher. Derzeit on David Nicolls „Zwei an einem Tag“. Der Nicholls ist ein sehr guter Erzähler. Man sieht die Menschen vor sich, man hört und riecht und fühlt mit.
Pressestimmen: »Dieses Buch ist wie Eiskrem: Es schmilzt sich in die Gehirngänge ein und ist schneller weg, als einem lieb ist. … Das hier ist kein Märchen. Sondern eine ganz neue Gattung, ein romanesker Comic, der ziemlich nah an das herankommt, was den Kern der Sache ausmacht: das Herz: es ist zuweilen ein trotzig und verzagt Ding.« (NDR Kultur)

Wenn es danach geht, ist mein täglicher Weg zur Arbeit eigentlich zu kurz, will ich doch wissen wie es weiter geht mit Dex und Emma. Deshalb habe ich mir…. aber psst, verratet mich nicht… das Hörbuch hier mit ins Büro genommen. Und während ich die papiergwordenen Ereignisse des Jahres 2010 archiviere, lausche ich der Geschichte von den beiden Verliebten, die es nicht recht wahr haben wollen.

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2 Antworten zu Es wird heller

  1. freidenkerin schreibt:

    Jeder Mensch, der mir begegnet, ist eigentlich ein Buch voller Rätsel, Geheimnisse und Geschichten für mich, und meine Fantasie schlägt da sehr oft die wildesten Purzelbäume… Und auch ich würde manchmal sehr gerne meinen Mitmenschen kleine Kameras anheften, um mehr über sie, ihre Lebensgewohnheiten, ihre Erlebnisse, ihre Wohnungen, Familien, Beziehungen etc. zu erfahren…
    Liebe Grüße!

  2. minibares schreibt:

    Da ist was dran.
    So Gesichter und auch die Art der Kleidung regen meine Phantasie ungemein an.
    Diese Gedanken können mir den Weg verkürzen. Heißt, während ich noch fabuliere, komme ich meinem Ziel ja auch näher.
    So ist die Zeit wunderbar vorbeigeflogen und ich bin um ein paar Geschichten reicher.

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