Der Apfel

..fällt nicht weit vom Birnbaum.

Da telefonierte ich doch neulich mit einer Freundin. Sie hat lange Jahre beruflich als klassische Sängerin mit einem namhaften Münchner Orchester und auch mit dem BR zusammen gearbeitet. Während dieser Jahre hatte sie mehrfach Kontakt mit dem Vater des eben entthronten KT ab und zu AufdemBerg. Der Senior war und ist noch immer Dirigent. Soweit so gut.

Die besagte Freundin erzählte mir nun, was Fachkreise von eben jenem Herren und seinen Fähigkeiten halten. Er kauft sich aufgrund seiner finanziellen Potenz ausgezeichnete Musiker und Sänger zusammen und versammelte diese für Musikfestspiele oder auch nur einzelne Konzert-Reihen um sich. Diese Leute sind allesamt so gut, hochbegabt und sehr berufserfahren, dass man sie mit verbundenen Augen irgendwo hinstellen kann , ihnen ein bekanntes klassisches Stück nennt und sie loslegen, trällern und fiedeln, pauken und trompeten was das Zeug hält. Und es klingt 1-te Sahne, Spitzenklasse. Und ob es dann da vorne irgendwo ein Männeken gibt, was mit einem kleinen Stöckchen in der Hand Leibesübungen vollführt oder eben stocksteif herum steht und guckt – das ist wurscht. Das Ergebnis ist der Hammer.

Und er, der Dirigent glaubt an sich und ist sich sicher, dass diese triumphalen Auftritte nur durch seine exorbitanten Fähigkeiten als Dirigent zustande kommen.

Alle Eingeweihten schmunzeln sich eins und schweigen fein still. Die Akteure tragen das Geld säckeweise heim….. wie man hört und sie schmunzeln gerne weiter.

Aber dies ist nicht verwerflich zu nennen, denn keiner kommt zu Schaden und der Genuß fürs Publikum ist groß.  Und das ist doch schön. Oder etwa nicht??

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3 Antworten zu Der Apfel

  1. Gedankenkruemel schreibt:

    *hmm schwere Frage.
    Er (der Senior) macht sich wahrscheinlich
    selbst etwas vor.
    Viele Dirigente sind von sich selbst sehr überzeugt,
    besonders wenn sie nicht die Besten sind.
    Auf der anderen Seite spielen in diesen Falle
    die Akteure mit.

  2. freidenkerin schreibt:

    Da habe ich mal vor etlichen Jährchen an der Bayerischen Staatsoper so etwas Ähnliches leuten hören…
    Die Oma vom KT ist übrigens Einwohnerin im „Nobelhotel“, heute Morgen habe ich sie kurz getroffen, sie macht einen recht umgänglichen Eindruck…

    • zimtapfel schreibt:

      Huiuiui, ist ja spannend! Kommt der *hust* ehrenwerte Enkel wohl auch mal zu Besuch? Er hat ja jetzt wieder mehr Zeit… 😀

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