Sonntag-Montag in NRW

Vielen Dank an alle, die mir gestern Grüße hier gelassen und mir ne gute Zeit gewünscht haben. So ist das Lesen im Blog ein bisschen, wie nach Hause kommen.

Wir, meine Freundin I. und ich, waren gestern sehr viel an der frischen Luft unterwegs. Vormittags haben wir einen ausgedehnten Spaziergang gemacht. Und nach einem kleinen Mittags Snack sind wir dann zu einer Landpartie aufgebrochen. Der Sohn meiner Freundin hat mit seiner frisch angetrauten Braut dort ein altes Bauerngehöft gekauft. Die beiden sind dabei, alles auf Vordermann zu bringen.

Diese Besichtigung war eine sehr spannende Sache. Das Haus wurde ca. 1853 erbaut und ein großer Teil der Bausubstanz stammt noch aus dieser Zeit. Der Hof besteht aus mehreren Gebäuden und hat die letzten 30 Jahre in einer Art Dornröschenschlaf gelegen. Der Vorbesitzer hat überhaupt nichts an Haus und Garten gemacht und so sah das Ganze dann auch aus, als die neuen Eigentümer das übernommen haben. Da gab und gibt es noch sehr, sehr viel zu tun. Wer so etwas kauft, der muss Spaß an solcher Arbeit haben und vieles selber machen können. Sonst ist eine solche Renovierung eine Lebensaufgabe. Aber das ist sie sicher sowieso. Denn die Arbeit endet dort nie. Schon allein die Tatsache, dass die jungen Leute sich Tiere angeschafft haben und noch längst nicht alle tierischen Hofbewohner „eingezogen“ sind, stellt sicher, dass es immer sehr viel zu tun geben wird.  Es gibt bis jetzt ein wunderschönes Schwarzes Pferd, einen alten Hund, eine Katze und eine Handvoll Hühner nebst stolzem Hahn.

Sind die Hühner platt wie’n Teller, war der Trecker wieder schneller.

Demnächst werden Schafe, Ziegen, Kaninchen und Schweine Einzug halten. Das alles ist ein bisschen wie aus dem Bilderbuch.

Kräht der Hahn heut auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist.

Ich bin auf Anraten meiner Freundin über eine Hühnerleiter hoch auf den alten Heuboden geklettert. Teilweise kann man da gar nicht aufrecht gehen bis man über eine weitere Leiter den großen Spitzboden erreicht. Dort lagert das Heu und Stroh für die Tiere. Besonders spannend finde ich, dass dort seit Jahren eine große Schleiereule lebt. Die bekommt man sehr selten zu sehen, weil sie eben nachtaktiv ist und tags irgendwo im alten Gebälk sitzt und schläft. Aber allein die Tatsache, dass ein solcher schöner Vogel dort eingezogen ist, zeigt wie still und verlassen es auf dem Gehöft all die letzten Jahre gewesen sein muss. Ich hoffe, sie lässt sich von den Aktivitäten auf dem Hof nicht vertreiben. Aber es wird nun natürlich einiges in und am Haus, im Garten und auf dem ganzen Geländer getan. Das alles dient der Wiederherstellung, der Werterhaltung und dazu einen wieder bewohnbaren Zustand zu erreichen. Was mir besonders gefällt, es wird nichts auf modern gemacht. Vieles wird wieder hergestellt, wie es mal war und das Leben auf dem Hof unterscheidet sich schon jetzt sehr von dem Leben, was junge Leute heute normalerweise führen. Oder kennt ihr ein junges Paar was Seife selber herstellt, und ausschließlich mit dieser Seife die komplette Wäsche von Hand wäscht und die Wohnung ohne moderne Putzmittel putzt?? Ich kenne niemanden, der sich für so eine eher unkomfortable Lebensweise entscheidet. Aber die beiden tun das aus Überzeugung. Und dafür haben sie meinen vollen Respekt. Ich selber würde nicht (mehr) so leben wollen. Mit Schaudern denke ich daran, als ich in meine erste Wohnung noch mit Holz- und Kohleofen beheizen musste. Sowas würde ich nicht so gerne wieder erleben. Für mich käme das nicht in Frage.

Am Sonntagabend sind wir dann mit meinem Großen + Freundin + Sohn essen gegangen.
Ein schöner Abschluß für diesen Sonntag.

Als wir zurück kamen waren wir müde ohne Ende und stellten fest, dass das wohl an der Überdosis frischer Luft gelegen haben muss.

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6 Antworten zu Sonntag-Montag in NRW

  1. freidenkerin schreibt:

    So ein komplettes Zurück-in-alte-Zeiten könnte ich mir jetzt auch nicht vorstellen. Aber einen weiterhin achtsameren und bewußteren Umgang mit Energie und den Ressourcen unserer Erde… Jedenfalls finde ich das Vorhaben der jungen Leute sehr beachtlich und ganz wunderbar!
    Der Spruch vom schnelleren Trecker ist schlichtweg umwerfend! 😆
    Liebe Grüße!

  2. Audubon Ron schreibt:

    Brauchen Sie Fotos zum nächsten Mal.

  3. Synapse schreibt:

    Es ist schön, Zeilen lesen zu können, die einem doch noch ein Schmunzeln entlocken können – und das in furchtbaren Zeiten. Danke dir. Und NEIN, ich könnte so auch nicht mehr leben. Ich werde jetzt in mein frisch bezogenes Bett hüpfen, mit Ariel gewaschen und nicht mit selbst hergestellter Seife. Ich wüsste gar nicht, wie das gehen soll.

    Lieber Gruß und angenehme Träume. Mandy

  4. Ruthie schreibt:

    Klingt wunderbar. Und wo sind die Fotos???

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