Geerdet sein

Es ist eine nicht enden wollende Arbeit, die sich da auftürmt. Das ist einerseits ein Prozess, aber auch eine Lebensweise. Und ich sehe das mit Bewunderung und Verwunderung, mit Staunen und mit Schaudern.

Der ältere Sohn meiner Freundin hat mit seiner Frau einen sehr alten Bauernhof gekauft.
Dort wurde in den letzten 30 Jahren vom Vorbesitzer kaum etwas an Haus und Grundstück getan. Das heisst, keine Werterhaltung und keine Wiederherstellung bereits dem Verfall preisgegebener Bausubstanz. Ein Dornröschenschlaf wie er im Buche steht. Aber seit letztem Sommer wird hier in die Hände gespuckt und alles auf Vordermann gebracht. Dabei ist zu erwähnen, dass das nichts mit Modernisierung zu tun hat. Einige bereits ansatzweise moderne Dinge wurden wieder entfernt und durch alte ersetzt.

Das ist kein Überpinseln von Vergangenheit sondern ein Ausgraben und behutsames zum Leben erwecken.

Heute hört man die Leute an allen Ecken und Enden von Nachhaltigkeit schwafeln. Und das sind meist nur leere Worte. Reden ist einfach. Tun schon ne Ecke schwerer. Ich schließe mich dabei gar nicht aus. Auch ich mag es bequem und nutze unzählige elektrische Helfer im Haushalt. Und verbrauche unglaublich viel Strom. Und wo der her kommt, das wissen wir alle.

Würdet ihr eure Waschmaschine hergeben?
Hier auf dem Hof wird die Wäsche bewusst von Hand gewaschen.

Bei unserem Besuch auf dem Hof habe ich ein popowarmes Ei in der Hand gehalten. Das ist eine besondere Freude, die mich an Kindertage erinnert. Damals war ich auf dem Hof einer Tante meines Vaters zuletzt in den Genuss solcher kleinen Freuden gekommen.

Er ist der Chef vom eierlegenden Hühnervölkchen.

Einen Hofhund gibt es hier auch.

Und ein wunderschönes Pferd.

Bald werden noch andere Tiere dazu kommen.

Die beiden Neubauern leben hier ihren Traum.
Ich wünsche Ihnen auf diesem Wege viel Glück und gute Gesundheit.

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4 Antworten zu Geerdet sein

  1. freidenkerin schreibt:

    Großartig ist so ein Wiederherstellen alter Bausubstanz und auch altüberkommener ländlicher Lebensweise! Dergleichen geschieht seit einigen Jahren auch mit den uralten Lehenshöfen meiner Heimat…
    Ob ich dergleichen könnte? Hm! Ich bezweifle dies sehr… Obwohl ich keine eigene Waschmaschine habe, nur dann die gemeinschaftliche nutze, wenn ich wirklich einen großen Berg Wäsche habe, und schon ab und an auch mal im Waschbecken schnell etwas säubere… Aber ich fürchte, auch ich bin bereits zu sehr dem „Luxus“ und der Bequemlichkeit unserer Konsumgesellschaft verfallen…
    Herzliche Grüße!

  2. april schreibt:

    Es sieht sehr idyllisch aus, aber dennoch: so weit ‚zurück‘ wollte ich nicht. Wäsche mit der Hand waschen, neee.

  3. Ruthie schreibt:

    Sehr schön! Teig kneten von Hand – ja. Aber Sahne schlagen oder Eischnee oder solche Sachen – nee, lieber nicht!
    Respekt!

  4. Anna-Lena schreibt:

    Für junge Leute stelle ich mir das lohnenswert vor, so ein altes Haus zu restaurieren und zu nutzen. Aber so ganz zurück zur Natur würde ich auch nicht wollen. Ich genieße die praktischen Haushaltshelferlein doch sehr.

    Liebe Grüße
    Anna-Lena

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