Autos können nicht lesen

Und das ist auch gut so. Sonst wäre mein roter Flitzer ziemlich sauer auf mich. Ich habe neulich über die Anmietung einer Garage geplaudert. Das war, was man „über ungelegte Eier gackern“ nennt. Ein Schnellschuss Blogbeitrag. Erst geschrieben, dann nachgedacht und zu Ende gedacht.

Und wie das Leben so spielt. Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Aber Schuld habe ich allein. Schlicht und ergreifend: Ich habe es mir erst gründlich und dann anders überlegt und Freitag die Anmietung der Garage abgesagt.

Das arme kleine rote Auto muss da jetzt mal durch. Es ist sein Pech, dass es ein Frauchen hat, was nach Abwägen von Kosten und Nutzen sich gegen einen schnuckelig warmen Winterplatz für den Mazda entschieden hat. 500 Euronen für ein ganzes Jahr berappen für ein paar Wochen Eis und Schnee? Neeeeeeeeee!!!!

Wir wohnen in einer friedvollen Gegend. Hier wurde noch nie ein Auto aufgebrochen, kein Radio geklaut, kein Auto zerkratzt, keine Scheibe zerscheppert. Die Kriminalität geht gegen Null bzw. ist gleich Null. Also muss ich mein Auto, zumal es alt und aus dem Niedrigpreis Sektor kommt, nicht vor den bösen Spitzbuben beschützen. Und ich bin quasi in der Nachbarschaft von Sibirien geboren —- oder liegt Thüringen nicht an der Pforte von Sibirien??—- und kann Kälte ganz gut ertragen. Mein Eiskratztechnik ist so ausgefeilt, dass Zuschauern immer die Ohren schlackern, wie schnell das bei mir geht. Mein Wildhüter wird regelmässig aus dem Weg geschubst, wenn er mal wieder lahm wie ne Stockente auf dem Eis der Scheiben herum schubbert. Ich kratze mich morgens warm. Handschuhfrei, weil ich ne harte Nuss bin. 🙂 Schwer zu knacken. Aber weicher Kern…  ähm… ich komme vom Thema ab. Zu Hülf!!!

Mein Fahrrad, Herr Topas, muss nun auch weiter im Gemeinschafts-Fahrradkeller unseres Hauses übernachten. Aber mangels Spitzbuben ist auch das wieder kein Problem.
Viele nützliche und unnütze Dinge hätten ihren Weg in die Garage gefunden. Da bin ich sicher. Und eines Tages hätten wir vor einer weiteren „Baustelle“ gestanden, die es zu entrümpeln gegolten hätte. (was’n das für ein verknorpelter Satz?)

Es wimmelt nur so von Vorteilen. Und ich könnte jetzt einen Aufsatz schreiben zum Thema:  Nachteile der Anmietung einer Garage. Ach? Habe ich glaub gerade gemacht.

Und was ich noch sagen wollte… weil Autos nicht lesen können, hat mein roter Flitzer gar nicht gewusst, dass er beinahe ne Garage bekommen hätte. Und deshalb ist er nicht sauer auf mich. Ist das nicht schön??

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3 Antworten zu Autos können nicht lesen

  1. freidenkerin schreibt:

    *Lach!* 😆 Dass Thüringen an der Pforte von Sibirien liegt, muss ich gleich meinem guten Freund Timo aus Großbreitenbach bei Ilmenau verklickern. 😉
    Je nun, 5oo Euronen Jahresmiete für einen Garagenplatz ist doch eigentlich nicht teuer, und ich glaube schon, dass das deinem roten Flitzer gut getan hätte…
    Liebe Grüße!

    • chinomso schreibt:

      Nein, das ist nicht außergewöhnlich teuer, diese 45 €/Monat. Aber mir fiel vieles ein, was ich mit dem Geld lieber täte. Und so hat der Geiz gesiegt. 🙂 Das Auto oder jedes Auto ist bei mir nur Fortbewegungsmittel, ich habe da keine zärtliche Liebesbeziehung zu. Und wenn es irgendwann blau gefroren ist, dann ist es eben blau und nicht mehr rot. **böse grins**

  2. Ruthie schreibt:

    Schön, dass Dein Auto nicht sauer auf Dich ist. Und ich kratze (wenn es denn mal sein muss, denn Volvi hat ’ne Garage 😉 ) auch ohne Handschuhe!

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