Schwarz-weiße Geschichten (2a)

Es wurde von einem meiner stillen Leser angeregt, dass ich hier eine Art Gegendarstellung bringe. Und zwar zum Thema „Aufnahme von Gestrandeten“ unter unserem Dach.

Ich sehe mich mit dem Vorwurf konfrontiert, dass ich solche Leute nur dann gern und mit Begeisterung aufnehmen möchte, wenn sie einen spannenden Beruf haben oder sonstwie von Interesse für mich sind.

Und? Stimmt das?
Diese Frage kann ich weder mit einem klaren JA noch mit einem NEIN beantworten.

Ich kann zu meiner Verteidigung Folgendes anführen: Wir haben in all den Jahren schon einige Übernachtungsgäste aufgenommen, die auf ähnliche Weise wie die Sportreporterin Elisabeth zu uns gekommen sind. Als Überraschungsgast und als völlig Fremde. Mit der Zeit ist es nicht mehr spannend und die Erfahrungen der Vergangenheit waren eher so, dass diese Gäste sehr wenig über Deutschland wussten, sehr verklärte Vorstellungen hatten und deshalb immer wieder die gleichen Fragen stellten. Und ich wurde mit der Zeit müde, Aufklärungsarbeit zu leisten. Es ist mir unverständlich, wie unbedarft manche losziehen „in die weite Welt“ hinein. Dahinter steht die Grundeinstellung, dass der Herr es schon richten wird. Irgendeiner wird sich schon kümmern.

Doch diesmal ist alles anders. Ich gestehe, ich freue mich ehrlich, dass ich diesmal auch einen „Mehrwert“ von einem Besucher habe. Diese Frau hat mir was zu erzählen und ich bin gespannt wie Flitzebogen, was sie bisher erlebt hat in ihrem interessanten Job.

Und? Ist das so verwerflich?

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13 Antworten zu Schwarz-weiße Geschichten (2a)

  1. theomix schreibt:

    Macht jemand wirklich diesen Vorwurf? Es klingt beim Bericht schon durch, dass du quasi in Übung bist.

  2. zimtapfel schreibt:

    Ist doch völlig normal, das man sich dann besonders freut, jemanden neues kennenzulernen, wenn dieser irgendwas interessantes, spannendes an sich hat.

  3. freidenkerin schreibt:

    Aber geh! Das ist doch ein völliger Schwachfug, dir einen solchen Vorwurf zu machen! Das lässt schon sehr darauf schließen, dass solchen Leutchen ihr eigenes Leben zu fad ist, und sie wohl deshalb zu Neid und Missgunst neigen, und anderen Menschen, deren Dasein farbiger und ereignisreicher verläuft, dieses vergällen wollen…

  4. Blümchen schreibt:

    Respekt,liebe Iris! Ich würd glaube ich am Rad drehen, wenn mein Mann mitten in der Nacht oder auch am Tag, so völlig unvorbereitet fremde Menschen mit in unser zu Hause bringt. Aber das bringt glaub ich auch unsere Einstellung, unsere Mentalität, unser Misstrauen…oder soll ich sagen unsere Engstirnigkeit, unser Egoismus mit sich…. Ich finde es toll, dass du so offen für das alles bist und damit so super umgehen kannst :o) Du hast meinen allerhöchsten Respekt! Es gibt nicht viele Menschen die so etwas machen würden, umso schöner dass es Menschen wie Euch gibt!

    • chinomso schreibt:

      Blümchen, gerade du bist eine, die das eigentlich immer macht. Andern helfen. Wer bei Nacht und Nebel mit der freiwilligen Feuerwehr ausrückt, der hat meine volle Bewunderung. Und da sind ja auch manchmal Fehlalarme dabei oder irgendein Hirnie hat Feuer gelegt aus blinder Zerstörungswut. Aber ihr steht immer parat, damit keinem etwas passiert. Und das kann man nicht genug loben und bewundern. Dafür lüfte ich meinen imaginären Hut.

      • Blümchen schreibt:

        Danke Iris ;o) Aber ich denke, wildfremde Menschen aufzunehmen und nur der Menschenkenntnis seines Mannes zu vertrauen, ist schon etwas anderes. Aber sehen wir es mal so : es soll sich keiner wagen, uns Frauen nochmal als schwaches Geschlecht zu betiteln ;o)

  5. ute42 schreibt:

    Da ist überhaupt nichts verwerfliches dran. Das ist doch völlig normal. Solche Dinge machen das Leben interessanter. Genau so soll es sein.

  6. April schreibt:

    Nein, das ist kein bisschen verwerflich und ich finde, du bist ohnehin schon sehr großzügig. Was war denn das wieder für ein ‚Gutmensch‘, der da kritisiert hat?! Pöh!

  7. chinomso schreibt:

    @alle
    Der stille Leser hat seinen Einwand nur deshalb gebracht, um Schaden von mir abzuwenden. So verstehe ich das.

    Er wollte damit vermeiden, dass hier ein Blogbesucher des Weges kommt, meine Einträge zu dem Thema liest und glaubt, ich würde meine Besucher hartherzig in zwei Kategorien einteilen. Die Lästigen und die Interessanten. Die Guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen. Wer mich nicht kennt, könnte schon diesen Eindruck bekommen.

    Also, kein Grund einen Groll auf den stillen Leser zu hegen. 🙂

  8. tonari schreibt:

    Für mich sind deine Gedanken sofort nachvollziehbar. Und ehrlich: Ich finde gut, dass du es auch so schreibst. Schließlich ist nicht immer alles eitel Sonnenschein und manchmal passt unverhoffter und zudem unbekannter Besuch eben nicht in den Kram. Da kann man prinzipiell so gastfreundlich und weltoffen sein, wie man will. Und ja, dann darf man sich auch in den Allerwertesten beißen wollen, wenn man den Schönheitsschlaf eben doch vorgezogen hat 😉

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