Meine Mädels aus dem Pappelhaus

Schön wars, mein Treffen mit den Mädels.

Unsere Villa von damals. Das Studentenwohnheim „women only“, das Pappelhaus.
Ich hatte mit einer Freundin gemeinsam das Zimmer links oben im Erker.

Irgendwann in diesem Sommer hatten sie mich nach aufwändiger Suche gefunden. Ich war ja lange vor der Wende dem Arbeiter- und Bauernstaat davon gerannt. Und dann auch innerhalb WestDeutschlands immer mal wieder umgezogen. Und so hatte sich meine Spur verloren. Ein paar findige Studienkollegen hatten meinen Ex angerufen, der immer noch da wohnt, wo er damals wohnte. Und der hat meine Handynummer raus gegeben. Und so erfuhr ich von dem Treffen am 08. Oktober und wurde eingeladen. Ich freute mich sehr und sagte spontan zu. Ohne viel Zipp und Zapp gab ich mein Ja-Wort.

Und nun war es also soweit. Ich war vor lauter Freude ne halbe Stunde zu früh am Treffpunkt. Und ich war nicht die Erste. Wir sahen also eine nach der anderen eintrudeln und es war erstaunlich. Keine hatte sich so verändert, dass man sie nicht mehr erkannt hätte. Und sogar die Vornamen bekamen wir alle noch auf die Reihe. Mit den Nachnamen ist es nicht so leicht gegangen, denn viele haben erst nach dem Studium geheiratet. Waren ja nicht alle so eilig wie ich, die am Ende des ersten Studienjahrs einen Ehemann und ein Baby im Schlepptau hatten. Mein Großer ist also das älteste Seminargruppen-Baby. Und es folgten viele viele kleine Abkömmlinge. Gehet hin und mehret euch… oder wie das heisst. Und wie ich an den ehemaligen Studienkolleginnen erkennen kann, bringen Kinder Schwung ins Leben und halten erstaunlich jung. So jedenfalls mein Eindruck an diesem Nachmittag und Abend.

Der einzige Mann in unserer Truppe von damals war nicht gekommen. Er musste wegen einer Zahn-OP leider passen und das Haus hüten. Dabei waren alle so gespannt auf ihn gewesen. Denn wie man hört, wohnt er mit Anfang 50 immer noch bei Muttern. Oh je, oh jeh. Und wir hätten gerne gewusst, ob er immer noch so drauf ist, wie damals. Falls ja, dann kann das der Grund sein, dass er nicht kam. Denn wir haben ihm schon damals ziemlich zugesetzt und ihn eigentlich täglich mehrfach in Verlegenheit gebracht. Und heute sind die Zungen noch viel spitzer und die Sprüche nicht weniger scharf. Wären sie gewesen…. hat ja nun nicht stattgefunden, der Test mit unserem Michi. Ein Glück, er liest das hier nicht. Und so versuchen wir es beim nächsten Mal wieder und locken ihn an. Mal sehen, ob er uns auf den Leim geht. Schließlich gehört er doch zu uns. Irgendwie….:-) So, genug gelästert. **böses Weib, ich**

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5 Antworten zu Meine Mädels aus dem Pappelhaus

  1. shelkagari schreibt:

    Studien- oder Klassentreffen sind immer eine Schau! 😀 Und so spannend! Wer hat sich wie verändert, ist verheiratet, geschieden, wer hat welche Laufbahn eingeschlagen usw. usw… Und das vielleicht Erstaunlichste: All diejenigen, mit denen man sich in so viel früheren Zeiten sehr gut verstanden hatte, die man aber aus den Augen verloren hatte, sind einem gleich wieder so sehr vertraut…

  2. tonari schreibt:

    Hah, ich merke, es ist wie bei unseren Klassentreffen. Selbst die „Hackordnung“ stimmt nocht 😉

  3. ute42 schreibt:

    Es ist immer interessant, sich nach so langer Zeit wieder zu sehen. Ein Tag mit „weißt du noch“ ist wunderbar, das habe ich auch beim ersten Klassentreffen nach vielen Jahre erfahren dürfen.

  4. Es gibt eben Häuser, mit denen wir einen Teil, eine Zeit unseres Lebens verbinden, wo wir ein und ausgingen ohne ihnen in dieser Zeit Aufmerksamkeit zu schenken. Die kommt dann erst später, wenn diese Häuser ganz anderen Leuten gehören, wenn sie ganz anders genutzt werden oder gar verfallen oder abgerissen werden. Ich freue mich für Dich, daß es so hartnäckige ExKolleginnen gab, die Deine FunkNummer rausgekriegt und Dir so diese ZeitReise ermöglicht haben. Es ist doch bestimmt auch schön zu wissen, daß dieses Haus weiterlebt, und Du sagen kannst „Da oben die beiden Fenster waren mal meine!“
    Ganz liebe Grüße aus der schönsten Hansestadt am Ryck vom Wolfgang.

    • chinomso schreibt:

      Solche Besichtigungen würde ich auch gerne anderswo machen. Da wo ich als Kind bei meiner Oma war z.B. Das Haus wurde verkauft, nachdem der ehemalige Vermieter verstorben war. Ganz und gar fremde Leute wohnen da jetzt.

      Vielleicht trau ich mich eines Tages ja mal da zu klingeln. Ich sag dann: Keine Angst. Ich bins blos.

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