Alter schützt vor Torheit nicht

Der alte Churchill hat es auch schon gesagt: Sport ist Mord

Gestern hatte ich mal wieder Lust auf eine Walking- und Foto-Runde um den See. Der Vorteil der Winterzeit ist, dass ich am Wochenende halbwegs ausgeschlafen bin bevor es draussen so richtig hell wird. Und dann vernebelt noch ne Weile der Nebel die Sinne und den Blick, die gute Sicht für Fotos lässt auf sich warten. Wenn es gut läuft, dann verzieht sich der Nebel recht bald und die Sonne bekommt eine Chance durch zu dringen. So war das gestern.

Ich stellte mein Auto also dort ab, wo ich es immer parke. Und walkte mit der Kamera um den Hals gebammelt los. Der Weg zu meiner Rennstrecke am See, war mit rotem Flatterband abgesperrt und orange-weiße Kegel signalisierten:
Bis hier hin und nicht weiter.

Mir wurde der Grund nicht klar. Und so kroch ich unter der Barriere durch und wollte wie immer meine Runde drehen. Wenn da was wäre, was mich daran hindern würde, dann würde ich das schon sehen. Dachte ich mir so.

Ein riesiger Traktor rumorte seitlich des Weges herum und lud Gestrüpp auf einen LKW. Als ich weiter ging, sah ich dicke Baumstämme, in traktorhandliche Stücke geschnitten im Graben liegen. Gerade als ich den Ort der hektischen Betriebsamkeit hinter mir gelassen und durch eine weitere Flatterbandbarriere gekrabbelt war, passierte es. Erst hörte ich nur eine gewaltige Motorsäge aufheulen. Und dann, nach weiteren 150m, zuckte ich zusammen als ein gewaltiger Baumriese krachend zu Boden ging.

Äääähm, da hatte ich wohl eine ziemlich Dummheit gemacht. Und Dank meines guten Schutzengels war ich mit heiler Haut aus der Sache raus gekommen. Das wird mir eine Lehre sein. Versprochen. Zukünftig suche ich mir einen anderen Weg, wenn die Forstarbeiter ein Gebiet absperren. Allerding hatte ich ne orange Jacke an, war gut leuchtend und weit hin sichtbar und der Traktorpilot hat mich auf jeden Fall gesehen. Da bin ich sicher. Hätte er mich nicht stoppen bzw. warnen müssen?

Aber nee, ich will mal nicht die anderen an den Pranger stellen. Ich hätte einfach mal brav da lang gehen sollen, wo es erlaubt ist.

Und hier einer meiner Schnappschüsse von gestern. Mehr davon gibts in meinem Fotoblog.

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14 Antworten zu Alter schützt vor Torheit nicht

  1. Ruthie schreibt:

    Wie hast Du das denn gemacht? Dein Bild reicht über/unter die Sidebar! Raffiniert!

    Ich bin sehr froh, dass Du nicht zu Schaden gekommen bist. Menno, Du machst aber auch Sachen! 😉

    • chinomso schreibt:

      Trick17b ist das.
      Wenn das Bild zu groß ist, dann passiert das einfach so. Sieht raffiniert aus. Oder?

      Ja, meine Unvernunft nimmt manchmal Formen an. 🙂

  2. Rana schreibt:

    Also, einfach ein Flatterband ignorieren, tstsss… aber für den Sport muss man Opfer bringen. Ein schönes Spiegel – Foto hab´ich heute auch versucht..) LG von Rana

  3. tonari schreibt:

    Bei uns gibt es dann meist so Warnschilder: Vorsicht Baumarbeiten!
    Uns schuetzt hier Alter auch nicht vor Torheit. Haben uns vorgestern mit dem Auto so verfahren, dass ich uns schon im Dunklen durstig in einer der Wellblechhuetten um Asyl bitten sah. 🙄

  4. Anna-Lena schreibt:

    Was machst du für Sachen??? 😯 Zum Glück ist nichts passiert. Ich bin ja auch ein neugieriger Mensch, aber das hätte ich nicht gemacht. Obwohl – das hätte ja auch ein frischer Tatort mit Leichenfund sein können…..

  5. Claudia Sperlich schreibt:

    Hätte leicht Deine letzte sportliche Betätigung sein können! Erinnert an Uwe Johnson, „Mutmaßungen über Jakob“: „Aber Jakob ist immer quer über die Gleise gegangen.“

    Also, nicht daß ich vergleichbare Sachen immer schön bleiben ließe. Die Übung „Wetterwarnung Einheimischer in den Wind der Hochalpen schlagen“ war meine eindrucksvollste von der Art.

    • Da, liebe Claudia, hab ich der WetterWarnung der HüttenWirtin auf dem SoiernHaus geglaubt, die das drohende Gewitter ankündigte, das dann auch wirklich in kurzer Zeit aufzog. da waren wir aber schon wieder runter vom Berg. das Unwetter hätte ich nicht da oben erleben wollen. Die See und der Berg verzeihen keine Fehler. Beiden müssen wir, wenn wir dort unterwegs sind den nötigen Respekt zollen. Und wer kann die WetterPrognose genauer stellen als die, die am Berg wohnen. Über die BahnGleise trabe ich aber auch öfter mal.

  6. Bellana schreibt:

    Im November werden die meisten Bäume gefällt, da sich das Holz, gefällt um diese Jahreszeit, am besten verarbeiten läßt. Da hast Du ja wirklich Glück gehabt.
    Grüßle Bellana

  7. shelkagari schreibt:

    Na, was bin ich froh, dass dir nix passiert ist!

  8. Zimtapfel schreibt:

    Ohweia.
    Hatten wir neulich ähnlich, als wir auf der Suche nach ein paar Dosen in den Wald wollten, der Weg er Wahl aber mit Flatterband versperrt war. Und uns ein paargrüngekleidete Gestalten am Wegrand davon abrieten, da lang zu gehen, weil „die Luft da etwas sehr bleihaltig“ sei. Freuden des Landlebens…

  9. ute42 schreibt:

    Da war wohl wirklich ein Schutzengel mit dir unterwegs. Strapaziere ihn bitte nicht zu sehr.
    Ein schöner Durchblick auf den See.

  10. Wenn dem Bären warm wird, geht er auf dem Eis tanzen*grins* und ich mach es für gewöhnlich auch so, gehe dicht an die AbbruchKante der SteilKüste, krieche in Ruinen herum und schere mich einen feuchten Kehricht an irgendwelchen Verbotsschildern, verlasse mich aufs eigene Gefühl. da müssen wir eben ein bißchen mehr aufpassen, damit uns niemand nich das Profil aus den Stiefeln oder gar das Muster aus den Socken fährt. Schön, daß der Baum Dir kein Haar gekrümmt hat. GLGr aus der schönsten Hansestadt am Ryck vom Wolfgang.

  11. Lies von Lott schreibt:

    Na, wenn das nicht knapp war… Und beim nächsten Mal: Wenn was abgeflatterbandet ist vielleicht einfach einen Bogen drum machen.

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