Eines Tages

Das habe ich im Stillen schon so oft gedacht: Eines Tages wird es passieren. Eines Tages geht diese Nachlässigkeit in die Hose. Mehr noch, sie wird dir alles rimgsrum einsauen.

Auch der Wildhüter hat es immer wieder kommen sehen und mich gewarnt. Aber ich habe dann jeweils lachend abgewunken und ihm versichert, ich würde schon aufpassen und dafür sorgen, dass ES nicht passiert.

Wir nennen seit beinahe 20 Jahren (Anschaffung 1994) eine wollweiße Couch unser Eigen. Passend dazu – mein Stammplatz – ein dicker, sehr gemütlicher Sessel. Während der Wildhüter nach getaner Arbeit und einverleibtem Abendessen seinen Lieblingsplatz auf der Couch einnimmt und in absehbarer Zeit dort einschläft  sitze ich immer und ohne eine einzige Ausnahme in meinem Sessel. Und ich schlafe dort nie ein. 🙂 Aber das nur am Rande.

Wie jeder Mensch so gewisse Rituale und Macken hat, so nehme ich werktags mein Frühstück in diesem Sessel ein. Dabei liegt der Laptop auf meinen Beinen, denn ich liebe es morgens die Mails zu checken, Blogs zu lesen und einige meines sonstigen Tummelplätze zu besuchen. Nebenbei läuft das Morgenmagazin im Fernsehen. Wegen der Nachrichten und dem Wetterbericht natürlich nur. 🙂

Die gewaltig große Kaffeetasse steht dabei schwindelfrei auf der linken Armlehne des Sessels und das Brettchen mit dem VK Brot auf der rechten. Und das geht seit Jahren so. Und nie ist es schief gegangen. Noch nie sind die beiden Armlehnen-Sitzer so in Schieflage geraten, dass sich Kaffee und/oder Brot + Belag in den Sessel gestürzt hätten.

Bis eines Tages.
Und „eines Tages“ ist heute.

Brot war nicht dabei, aber der große und gut gefüllte Kaffeepott hat sich heute, als ich mal aufstand, in den Abgrund gestürzt und seinen Inhalt dort halbwegs entleert. Das ging größtenteils in die Hose – meine Jeans war milchkaffeebraun gefleckt. Aber auch die wollweiße Armlehne links und die Sitzfläche des Sessels haben ordentlich was abbekommen. Die Sitzkissen sind mit echten Federn gepolstert. Es galt also schnell zu reagieren. Ratz-fatz zog ich die (natürlich) waschbaren Bezügen ab und warf sie kurzerhand in die Waschminna.

Das gibt ein wahres Feuerwerk der Schadenfreude, wenn der Wildhüter heute nach Hause kommt. Und ich höre ihn schon: „Ich habe es dir immer gesagt!! Aber du willst ja nicht auf mich hören…“ **blablabla**

😦 Habe ich schon erwähnt, dass ich es garnicht mag, wenn er in solchen Voraussagen Recht behält?  🙂

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16 Antworten zu Eines Tages

  1. ute42 schreibt:

    Pech aber auch. Na ja, Augen zu und durch. Einmal im Jahr kann man ja dem Mann Recht geben 🙂

  2. Anna-Lena schreibt:

    Nimm’s gelassen, liebe chinomso und danke deiner Minna. Ohne dieses Teil wäre ich schon so manchmal verzweifelt.
    Und wenn es dich tröstet, höre auf den guten, alten Reinhard May:

    • chinomso schreibt:

      Das Lied ist ja wirklich schön. Das kannte ich nicht, glaube ich. Jedenfalls habe ich es nie so ganz von A-Z gehört. Danke. Und ja – ich kann das ab.

      • Anna-Lena schreibt:

        Ich habe es gestern auch erst wieder-entdeckt und fand es passend. Manchmal glaubt man, ein paar Pechsträhnchen zu haben, dann sollte man sich bewusst sein, dass es andern auch so gehen kann 🙂

  3. april schreibt:

    Es war abzusehen … da muss ich dem Wildhüter zustimmen – bitte jetzt nicht hauen 😉 Ich hoffe nur, die Flecken sind rausgegangen??

    • chinomso schreibt:

      Es muss furchtbar anstrengend sein, wenn man immer so vernünftig ist wie ihr. 🙂 **schnellwegrenn**

      • april schreibt:

        Hihi, nein gar nicht. Es muss furchtbar anstrengend sein, Flecken wegzumachen *duckundweg*

        • chinomso schreibt:

          Den Preis zahle ich doch gerne. Habe ich doch die Lässigkeit und Bequemlichkeit eines Kaffeegenusses in gewohnter Manier. Bisschen Schwund ist immer. Und heute geht es munter weiter wie immer. Nur ich passe mal bisschen besser auf beim Aufstehen aus dem Sessel.

          Es wäre ja auch noch der Laptop, den es zu ersäufen gilt. Obwohl es nun auch eher das iPad ist, was ich benutze. Da gibts keine lästige Tastatur. Alles recht wasserabweisend. Du kennst ja sicher die Werbung, wo der ältere Herr das iPad erst als Schneidebrettchen für sein Gemüse nutzt und dann in die Spülmaschine steckt.

  4. dorosgedankenduene schreibt:

    SO lange ist nichts passiert? Auch ich stimme deinem Wildhüter zu, aber wie kann man denn auch eine Kaffeetasse auf die Lehne stellen 😉 Würde ich niiiiiiie machen*pfeif* Hast du denn den Kaffee von den Teilen die nicht in die Minna konnten rausbekommen oder hatte es nur die Kissen erwischt? Lieben Gruß und falls du mal ein Glas Rotwein trinken solltest, immer schön auf den Tisch stellen *duw*
    Doro

    • chinomso schreibt:

      Doro, ich kann von dem Sessel alles waschen. Das heisst, alle Überzüge. Also ist heute alles kaffeefrei.

      Und Rotweingläser stelle ich auch immer auf die Armlehne….. wenn ich ganz still sitzen will und nicht mit Laptop, Telefon oder Strickzeug hantiere. Das heisst, wenn ich die Hände frei habe um jederzeit dem fallenden Glas zu Hilfe kommen zu können.

  5. Frau Fröhlich schreibt:

    *ggg* leider passiert es doch irgendwann immer, dass wahr wird, was Mann vorausgesagt hat 🙄
    Mich würde nur interessieren, wo der Kaffeepott heute Morgen stand ? *gggg*

  6. synchronuniversum schreibt:

    Murphys Law – oder wie der Rheinländer sagt: Et kütt wie et kütt :mrgreen:

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