Vorsicht, Gefahrenzone!

Ich höre es in diesen Tagen immer wieder und von auffallend vielen Frauen. Es scheint was in der Luft zu liegen, was uns Mädels diese Woche in den hormonell bedingten Zickenkrieg schickt.

Vielleicht hat man uns Pfingsten auch noch mehr Geist geschickt, als wir eh schon hatten.  🙂 Diesmal war aber wahrscheinlich ne gute Dosis Kampfgeist dabei.

Während andere Frauen den Nachwuchs und die Schwiegermutter auflaufen lassen, sind meine Kids längst  flügge und wohnen, wie ihr wisst, nicht mehr bei Mama. Die können mich schon mal nicht aufregen. Dafür bekommt eben dann der arme Ehemann die volle Breitseite. Einer muss einfach herhalten.

Das Drama gestern Morgen war folgendes. Ich sah mich in höchster Gefahr und natürlich nur durch die Schusseligkeit meines Angetrauten. Wir haben am Wochenende unser altes, vom Bus gestreiftes, Auto abgegeben und ein neues schickes Gebrauchtes vom Sohnemann in Empfang genommen. Alles, womit ein Auto im Laufe der Jahre so vermüllt wird, wurde raus geräumt. Regenschirme, Eiskratzer, Fensterleder + Schwämme, Warndreieck, Erste Hilfe Kasten, Küchenrolle, Türschloßenteiser, Kugelschreiber, Kaugummis, Lippgloss, Tempos und Unmengen von CDs mit Hörbüchern und Musik.

Die Fahrzeugpapiere und Bedienungsanleitungen müssen ja drin bleiben. Aber es gibt solche kleine Kärtchen von der Versicherung, die im Fall eines Unfalls gebraucht werden. Eins für mich und eins für den bösen Unfallgegner. Beide mit Rettung versprechenden Telefonnummern und der Versicherungsnummer. Diese, ach so wichtigen, Karten hat mein Mann in dem alten Auto gelassen. Und nun hatte ich keine für das neue Auto. (klar, ich weiß,  ich kriege ja bald wieder einen Satz Karten, der sogar mit dem neuen Auto und neuen Kennzeichen kompatibel ist) Aber das milderte meine Verzweiflung in dem Moment nicht. Schließlich musste ich JETZT zur Arbeit fahren und sah mich in allerhöchster Gefahr. Was wäre denn, wenn ich auf dem Weg ins Büro einen Unfall erleiden würde? Wie könnte ich nachweisen, dass ich brave Versicherungsnehmerin bin? Welche Daten sollte ich an den bösen Unfallgegner geben? Würde ich bei all der Aufregung, die so ein Unfall mit sich bringt, nicht auch noch mehr Blutdruck kriegen wegen der fehlenden Karte mit den lebenswichtigen Daten? Ich steigerte mich da rein und schimpfte und schimpfte und warf meinem Mann vor, dass ich nur wegen seiner Schusseligkeit nun in dieser misslichen Lage sei. Er schaute mich mit großen braunen Knopfaugen an und konnte nicht fassen, was abging. Ihm stand auf der Stirn geschrieben: Hilfe, ich bin unschuldig!!!! Und das ist auch alles überhaupt garnicht so schlimm!!

Aber er konnte es nicht wagen, mir das zu sagen. Wollte er doch den Tag unversehrt beginnen und nicht von einer wutschnaubenden Frau im Flur unserer Wohnung über den Haufen getrampelt werden. Er sagte: „Du siehst aber heute hübsch aus in deinem roten Shirt“ (Anstatt mich über das süße Kompliment zu freuen, dachte ich nur: „Kerl, lenk nicht vom Thema ab. Und ich rauschte davon. Todesmutig stürzte ich mich in die Gefahr einer Autofahrt ohne Kärtchen. Heldenhaft. Oder?

Der Tag im Büro stand auch unter keinem guten Stern. Gleich von Minute 1 an hatte ich das Gefühl, es wieder mal nur mit den Hirnverbrandten im Unternehmen zu tun zu haben. Ist selbständiges Denken eigentlich so teuer, dass man keine Mitarbeiterr mit dieser Fähigkeit mehr einstellen kann? Kostensenkung in allen Ehren.

Kaum ist es einen Tag später, bin ich simsalabim wieder normal. Alle Irrungen und Verwirrungen sind vorbei. Und der arme Mann an meiner Seite wird auch wieder fair behandelt.

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4 Antworten zu Vorsicht, Gefahrenzone!

  1. Doro schreibt:

    Tja nun, du bist wie du bist *schmunzel* Deine Reaktion war nicht, sagen wir mal ungewöhnlich, sowas kann ich auch extrem gut *grinsssssssssss* Aber es muss auch mal gesagt werden:
    ARMER WILDHÜTER!!!!!!
    Gut das du heute wieder normal bist, aber Frauen haben hast schon mal so Ausrastaufregmomente.
    Liebe grinsende Grüße
    Doro

  2. freiedenkerin schreibt:

    *Lach!* 😆 Ich finde, das ist der völlig normale tägliche Wahnsinn. 😉
    Und was das Denken in der Arbeit anbelangt: Eine meiner Ex-Chefinnen hat doch glatt vor etlichen Jahren allen Ernstes zu einer Kollegin gesagt: „Frau St., Sie sind hier eingestellt worden, um zu arbeiten, und nicht um zu denken.“… :mrgreen:

  3. ute42 schreibt:

    Nun muss ich aber wirklich lachen. Herrlich hast du das beschrieben.
    Das waren früher die Tage, an denen ich zu meinem Mann sagte „Geh mir bitte aus dem Weg“. 🙂

  4. Frau Fröhlich schreibt:

    *gggg* dein armer Mann 🙂
    Ich kann das aber auch gut. Meistens ist PMS daran schuld :mrgreen:

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