Rotgoldene Morgengabe

Es scheint, ich reise immer dahin wo der Sommer es auch schön findet. Am Wochenende war das bei Ruthie so, während es im Odenwald derweil nur durchwachsen gewesen sein soll. Nun bin ich wieder zurück und der Blümchen-Regen kommt nachts und zu meinen Bürozeiten runter. Ansonsten ist es trocken und warm, mitunter auch sonnig.

Aber okay, ich hör mal besser auf sonst bringe ich die Leute gegen mich auf, die es gerade eher regnerisch haben. 🙂

Am Wochenende gab es übrigens mal was ganz besonderes zum Frühstück. Goldfisch, aber nicht die kleinen Gebäckfische von Bahlsen. Neee, echte Goldfische, lebend serviert. Eine Morgengabe von Nala für Ruthie und mich.

Und das kam so.
Der große Gartenteich ist zur Kindersicherung mit einem Metallgitter abgedeckt. Daher kann nun Mensch und Tier drüber marschieren und die Goldfische aus nächster Nähe betrachten. So auch Nala. Sie sitzt dann mitunter regungslos auf dem Gitter lässt sich die Morgensonne auf den Pelz brennen. Und sie wartet geduldig und mit wachen Sinnen. Die Fischlein wollen auch was von der Wärme der Sonne abhaben und halten sich nahe der Wasseroberfläche auf. Und während beide das schöne Wetter genießen, Idylle zwischen Seerosen….. fährt die Mieze die Tatze aus und …**schnapp** ….. ist das eine oder anderer Goldfischlein in sein Verderben geschwommen. Eh es begriffen hat, was da passiert ist, bohren sich Spitze Krallen in seinen warmen Bauch und der ganze Fisch steckt quer im Katzenmäulchen.

Nala ist ein echter kleiner Räuber. Ihre Instinkte sind voll erhalten und stark ausgeprägt. Sie ist keine dieser Whiskas Katzen, die vor ner lebenden Maus wegrennen. Sie ist full of energy. Das ist wunderbar und tragisch zugleich. Denn da sie nicht ständig unter Beobachtung steht, kann nicht verhindert werden, dass sie hin und wieder räubert.

Während wir auf der Terrasse saßen und gemütlich frühstückten kam Nala mit diesem rotgold glänzenden Etwas im Maul an, das sie auf dem Fußabtreter ablegte. Als ich im Augenwinkel sah, dass sich das Etwas wild bewegte, schaute ich dann doch mal genauer hin. Bevor wir ihr den Fisch wegnehmen konnten, war er im nächsten Augenblick nur noch halb da. Aber so hat er wenigstens nicht lange gelitten.

Nala bekam ne ordentliche Standpauke, schaute aber nur erstaunt und trollte sich für den Moment. Dicke Luft. Darauf hatte sie nun wirklich keinen Bock. Da ist man erfolgreiche Jägerin und trifft nur auf Unverständnis. Pöh! Keine Ahnung, diese Menschen.

Um uns zu überzeugen, dass sie es kann, hat sie am anderen Morgen gleich nochmal getan. Und den Goldfisch hat sie ganz gelassen. Ruthie sagt, das hat sie vorher nie getan. Schon mal die eine oder andere Maus musste dran glauben. Aber Fische wurden noch nie serviert. Vielleicht ist das wie bei Kindern? Wenn Besuch da ist, sind sie besonders aufgedreht und machen gerne mal ne Extra Show.

Hier der Blick in den Goldfischfriedhof.

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12 Antworten zu Rotgoldene Morgengabe

  1. Ruthie schreibt:

    Du bist eine Zauberin! Aus einer eher ekligen Geschichte so eine schöne Sommerstory zu machen, da gehört schon was dazu! ♥gruß an Dich!

    • chinomso schreibt:

      Du weisst, ich fand es garnicht ekelig. Eher war ich begeistert von soviel Wildheit und Jagdinstinkt. Und so ist die Geschichte schnell in Worte gepackt.

  2. Sigrid schreibt:

    Tja leider sind die Freigängerkatzen auch Räuber. Bei uns sind es immer die jungen gerade flügge gewordenen und noch „dummen“ Vögel.
    Solange Minou Mäuse bringt, finde ich das ja noch in Ordnung. Aber bei Vögeln hört der Spaß auf. Nur leider begreifen die Katzen das wohl nicht ;-).

    • chinomso schreibt:

      Wir essen ja auch Fleisch. Und dafür müssen Tiere sterben. Das war immer so. Nur müssen wir die Tiere nicht selber töten. Wäre das so, dann würde die Zahl der Vegetarier rasant ansteigen. Ich würde dann nur noch Fisch essen können. Denn den kann ich fachgerecht um die Ecke bringen.

  3. ute42 schreibt:

    Das liegt in der Natur der Katze und ich kann verstehen, dass sie überhaupt nicht kapiert, wenn man sie deswegen schimpft. Fressen und gefressen werden, so ist das nun mal. Manchmal ja auch bei uns Menschen 🙂

  4. april schreibt:

    Ich würde sie noch nicht mal ausschimpfen. Es ist eben ein kleines Raubtier, wenn auch halbwegs domestiziert – aber wohl niemals ganz 😉 Sie tut nur das, was sie tun muss.

    • chinomso schreibt:

      Na ja, es klingt dramatischer als es war. Natürlich haben wir sie nicht wirklich angebrüllt und weg gejagt. Das habe ich wohl übertrieben dargestellt. Aber sagen wir mal so…. ihre Chefin war not amused. 🙂

      • april schreibt:

        Klar, wir Menschen sehen das anders. Ich würde mich auch nicht freuen, wenn mir die Katze einen Fisch, einen Vogel oder eine Maus ’schenken‘ würde.

  5. freiedenkerin schreibt:

    Auch einer kleinen, süßen Miezekatze steckt das Jagen im Blut. 😉 Sie hat sich halt anlässlich deines Besuches etwas Besonderes einfallen lassen. 😆
    Dass sehr Viele von uns Vegetarier wären, müssten sie das Fleisch, das sie essen, selbst erlegen, ausweiden und zerteilen, da stimme ich dir sehr bei!
    Katzen sind ungemein erstaunliche und bewundernswerte Wesen! Auch ich komme selbst nach mittlerweile fast sechzehn Jahren Zusammenleben mit einem „Stubentiger“ aus dem Staunen immer noch nicht heraus…
    Ich wünsche dir und dem Wildhüter ein wundervolles und entspanntes Wochenende!

  6. nicky-neck schreibt:

    Es heißt ja immer wenn eine Katze dankbar ist, zeigt sie ihre Dankbarkeit und Zuneigung mit kleinen „Geschenken“ (z.B. Mäuse vor die Tür legen usw.). Meine Eltern hatten früher eine Katze, die ein wirklicher Stubentieger war, so kam sie nicht an Mäuse, Vögel etc. ran.
    Um aber ihre Zieheltern doch zu belohnen legte sie eine Blüte von den Studentenblumen vom Balkon aufs Ehebett. Kann man (Katze) denn seine Liebe und Zuneigung und Dankbarkeit besser ausdrücken?? Ich find nicht. Schönes WE

  7. Anna-Lena schreibt:

    Zeigt das nicht, dass auch Katzen einen besonderen Geschmack haben? Kein simpler Fisch – nein, ein GOLDFISCH 🙂 .

    Gut, dass dir eigentlichen Instinkte nicht abhanden kommen, so schade es auch für die Goldfische ist. Wir haben ab und an Frösche im Teich, aber meist nur so lange, bis auch die Nachbarskatze sie entdeckt hat. Such is life 😦

    LG Anna-Lena

  8. Frau Fröhlich schreibt:

    Eine echte Jägerin 🙂
    Der letzte Kater meiner Oma brachte auch immer alles mögliche an … auch die Goldfische aus Nachbars Teich :mrgreen:

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