Schuster bleib bei deinen Leisten…

…und wenn nicht, dann befolge die Regeln des „fremden“ Handwerks diszipliniert, Schritt für Schritt.

Es war einmal, am 3. Advent anno 2013….. Frau S. aus R. wollte etwas völlig Neues ausprobieren. Und zwar gesunde Weihnachtsplätzchen backen. Ohne Mehl und ohne Zucker. Dazu hatte sie vor einigen Tagen neuartige Rezepte aus dem Internet gefischt. Man muss voraus schicken, dass sie keine Großmeisterin der Backkunst ist. Sie mochte noch nie das Gemansche und Gekleistere mit den Zutaten. Nun hat sie ja diese wunderbare Küchenmaschine vom Staubsaugerhersteller Vor-und-zurück-Werk. Und mit dieser wollte sie die Plätzchenbäckerei angehen und glorreiche Werke erschaffen. So war der Plan.

In dem vagen Glauben alle benötigten Zutaten zu Hause zu haben, ging sie voller Tatendrang ans Werk. Mandelmehl war verlangt. War auch da, aber da war gerade ne offene Tüte Kokosmehl. Warum also nicht das nehmen?? Das muss weg. Werden die Plätzchen eben leicht abgewandelt. Das nennt man Kreativität. **kicher** Diese Änderung war nicht die einzige. Sie nahm es mit den Mengen auch nicht so genau. Noch ein bisschen außerplanmässiges Kardamom hier und ein paar Flöckchen Butter da.

Etwas Rum? Wieviel ist denn „Etwas“?

Also nen ordentlichen Hieb rein in den Rührtopf. Die Küchenmaschine tat sich schwer. Der Teig war sehr mächtig. In einem anderen Rezept stand was von Bio-Apfelmus (ohne Zucker). Und den hatte Frau S. gerade zur Hand. Selbstgemacht von der Frau Mama. Legger!! Also? Davon auch noch paar Löffel rein. Das machte den Teig schon viel geschmeidiger.

Dann ging es in den Ofen mit den hübsch handgeformten Kügelchen. Der Duft war vielversprechend. Aber als die Plätzchen fertig waren und probiert wurden, stellten sie sich als furztrockenes Gebäck heraus. Ohne das Hilfsmittel Kaffee oder Tee droht dem Geniesser der Erstickungstod. Vom Einatmen während des Kauvorgangs wird dringend abgeraten. Das würde zur Staublunge führen.

Der Hausherr fand sie garnicht so schlimm. Kann man ihm glauben? Hat er eine gestörte Wahrnehmung, keine Ahnung von Weihnachtsgebäck, will er der Bäckerin schmeicheln oder was führt er im Schilde?

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Aus meiner Küche abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

17 Antworten zu Schuster bleib bei deinen Leisten…

  1. Anna-Lena schreibt:

    Oooohhh jeeeee 😦 . ich würde dem Wildhüter aber glauben, denn „können solche Augen lügen“?
    Mein Teig – ganz traditionell – kühlt gerade, bevor er demnächst den Weg in den Backofen findet. Mal sehen, was dabei herauskommt. Da ich keine Experimente beim Backen mache (ich bin auch nicht die geborene Backfee :mrgreen: ) hoffe ich mal… 😉 .

    • Chinomso schreibt:

      Und wenn nicht, dann trinken wir einfach nen steifen Grog. Leider ist es dafür hier viel zu warm heute. Keine Spur von Kälte und somit kein wirklich guter Grund Grog zu trinken. Aber muss man den denn haben? Kann man nicht auch grundlos Grog trinken?

  2. Uschi schreibt:

    **** leg einfach ein Stückchen Apfel zu den Keksen – Dose wieder gut verschließen und nach zwei Tagen sind die Kekse schön saftig! Klappt auch bei bei zu trockenen Makronen sehr gut **** Sollte es nicht klappen, bleibt immer noch der Grog 🙂 Liebe Grüße aus NRW

    • Chinomso schreibt:

      Sie werden weniger und weniger. Da ich selten backe gehen die Dinger trotz der Trockenheit recht gut. Immerhin sind sie nicht hart. Man sollte immer das Positives sehen. Danke für den Tip. Ich kenne das von Lebkuchen, die meist nach dem Backen knallhart sind.

    • Anna-Lena schreibt:

      Schmecken sie dann nach Äpfeln, wenn sie doch nach Kokoskeksen schmecken sollen?

  3. ute42 schreibt:

    Das könnte ich sein 🙂 Aber offensichtlich schmecken die Plätzchen ja doch, also kann gar nicht so viel falsch gewesen sein.

  4. Lutz schreibt:

    Die sehen doch lecker aus. Lass welche übrig. L.G.L.

  5. freiedenkerin schreibt:

    😆 Liest sich, als wären das die idealen Plätzchen zum Stippen.

  6. Chinomso schreibt:

    Ich habe eben nochmal ne zweite Fuhre gebacken. In den ersten Teig nochmal goldenen Leinsamen rein geknetet. Und als Deko oben drauf 1/4 Dattel.

  7. Ruthie schreibt:

    Ich finde auch, dass sie lecker aussehen. So schlimm kann das gar nicht sein 😉

  8. tonari schreibt:

    Eigentlich darf ich nix dazu schreiben, weil ich auch keine glühende oder kompetente Anhängerin der Backwahn-Sekte bin.
    Aber: Wer Kekse mit einem umgebastelten Staubsauger backt, muss sich nicht wundern, wenn staubtrockene Dinge entstehen. Die Krümel müssen wieder in den Staubsauger. Das nennt man dann wohl Produktionskette 😉
    Aber ich finde gut, dass sie nicht zum Staubfänger werden. Der Wildhüter verhindert das perfekt.

    • Chinomso schreibt:

      Huch? Da habe ich jetzt aber selber gestutzt…. umgebastelter Staubsauger??
      Aber ich habe dir ja selbst die Steilvorlage gegeben.

      Also, wenn es hier einen Schuldigen geben sollte, dann ist der Küchenhelfer frei gesprochen.

  9. torenia schreibt:

    kicher….
    Herrlich!!!!

    So habe ich es übrigens immer bei meinen chemischen Präparaten gemacht. Hier ein Schuss und da noch ein bisschen…
    Mit dem richtigen Schlunzfaktor haben die Synthesen immer am allerbesten funktioniert. 😉

  10. Franka schreibt:

    Ich glaube, man darf nur beim Kochen kreativ sein; beim Backen wird das Ergebnis nicht so, wie man das möchte. Aber: Hauptsache lecker. Wenn sie so schmecken, wie sie aussehen, ist es gut.

  11. Bellana schreibt:

    Die Zutaten sind doch alle lecker!
    Einen schönen Advent
    Bellana

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s