Neues von Prinzessin Rehauge

Kennt ihr sie schon? Wisst ihr von wem ich rede? Erinnert ihr euch? Vor langer Zeit hatte ich hier über Prinzessin Rehauge schon einmal ausführlich berichtet. Wer sie also noch nicht kennt oder seine Erinnerung auffrischen möchte – bitte grad mal nachlesen.

Mittlerweile sind mehr als zwei Jahre vergangen. Die deutsch-indische Freundschaft steckt aus meiner Sicht immer noch in den Kinderschuhen. Aber wir haben uns miteinander soweit arrangiert, dass sie eingesehen hat, ich bin nicht ihr Personal. Und ich habe die Hoffnung begraben, dass sie jemals Deutsch lernen wird. Das freundliche, aber schweigsame Lächeln auf dem Büroflur haben wir bis zum Jahresanfang beibehalten. Aber seitdem ist alles anders.

Am ersten Arbeitstag im neuen Jahr versuchte sie immer wieder mit mir zu sprechen. Drei mal kam sie in mein Büro, fand mich aber jeweils am Telefon vor. Deshalb ging ich anschließend zu ihr und fragte, was es denn gäbe. Und sie strahlte mich an: Ich bin schwanger.

Seitdem vergeht kein Tag ohne dass sie mich über meine Meinung zu Hebammen, Wahl des Krankenhauses, Auswahl des Kreissaals, Hausgeburten, Kaiserschnitt, Kindernahrung, Dammschnitt, Muttermilch oder Folgemilch und die Tips und Tricks wie man ein Kind zum Durchschlafen bringt befragt. Sie berichtet über ihre neuesten Erkenntnisse, welche Chemikalien in welchen Kosmetika drin sind und weist darauf hin, diese entsprechend unbedingt zu meiden. Manchmal könnte man meinen, ich wäre auch schwanger. Bin ich nicht. Ganz sicher. 🙂

Irgendwie ist das Ganze ja drollig. Ich kann sie schon ein bisschen verstehen. Ihre Mutter lebt in Indien und sie hat hier niemanden, den sie auf täglicher Basis zu diesen Themen befragen kann. Vom Alter her käme es auch hin. Prinzessin Rehauge könnte durchaus meine Tochter sein, sie ist genauso alt wie mein älterer Sohn.

Immerhin habe ich meinen englischen Wortschatz nun auch auf dieses Gebiet ausgedehnt. Schadet ja nicht. Man weiss nicht, wie und wo man es mal brauchen kann. Und wenn ihr Kind geboren ist, dann mal in Kindergarten und Schule geht, dann wird auch Mama Rehauge ihre Deutschkenntnisse auf die Reihe kriegen. Hat man ja oft, dass die Kinder den Eltern die Sprache näher bringen.

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9 Antworten zu Neues von Prinzessin Rehauge

  1. ute42 schreibt:

    Nun habe ich alles durchgelesen. Prinzessin Rehauge sollte schon längst wenigstens zum großen Teil die deutsche Sprache beherrschen. Sie kann doch nicht verlangen, dass jeder sich mit ihr englisch unterhält. Sie lebt in Deutschland und bringt hier ihr Kind zur Welt. Ich finde, ihr gehört mal tüchtig die Meinung gesagt. Tut mir leid, aber ich kann es einfach nicht verstehen, wenn Ausländer, wo auch immer sie her kommen, nicht wenigstens versuchen, die Sprache ihres Gastlandes zu sprechen.

    • Chinomso schreibt:

      Das geht uns allen genauso. Die Schonphase ist lange schon vorbei. Und die Kollegen reden eigentlich kaum noch mit ihr. Denn sie spricht sie nicht an, weil sie weiß, die Männer mögen sich nicht über nicht dienstliche Dinge auf Englisch unterhalten.

      Wenn wir uns unter Kollegen unterhalten, klar auf Deutsch, dann kommt sie manchmal dazu und haut nach kurzer Zeit wieder ab. Denn sie kann uns nicht folgen. So grenzt sie sich auf lange Sicht selbst aus. Aber sie ist stur. Dann muss sie da durch. Pech gehabt.

  2. Lutz schreibt:

    Die Sprache des Landes in dem man lebt, sollte man so schnell wie möglich erlernen. Das mach vieles einfacher. Ich wünsche dir ein schönes und entspanntes Wochenende. L.G.

  3. torenia schreibt:

    Klingt echt anstrengend.
    Und ob ich wirklich so zur Vertrauten gemacht werden wollte… hmmm… weiss nicht…
    Aber ich bin sicher, Du bekommst das in den Griff und ggf. auch wieder ins richtige fahrwasser, wenn es zu sehr abdriftet…

  4. Josefine schreibt:

    Es ist doch erstaunlich, wie sehr eine Schwangerschaft Frauen verändern kann. Während man Leid auch alleine tragen kann, will Freude geteilt werden. Vielleicht wird sie jetzt auch für das Thema „Deutsch lernen“ zugänglicher?

  5. Es zeugt doch von einer gehörigen Portion Dickfelligkeit, so lange in Deutschland zu wohnen, in Deutschland zu arbeiten, die leute auf der Arbeitsstelle für sich „einzuspannen“ – Mrs.RehAuge wird zu Hause mit ihrem Mann in Hindi kommunizieren, mit Skype „nachhausetelephonieren“ und auch das Kind wird Hindi und Englisch – ja und später auch Deutsch sprechen. Glück für das Kind, finde ich. Sie aber, die Prinzessin auf der Erbse wird auch dann nicht Deutsch sprechen. hat doch bisher auch so geklappt. Aber hoffentlich holt sie jetzt auch höchstselbst die Klorolle aus dem Lagerraum und setzt frischen Kaffee an – wie alle Anderen auch. GLGr. vom Wolfgamg aus dem Land am Meer.

  6. freiedenkerin schreibt:

    Ich würde die Sprache jenes Landes, in das ich auswandern, bzw. in welches man mich schicken würde, schon vorab lernen. Nicht nur aus arbeitstechnischen Gründen, sondern eben auch der sozialen Kontakte wegen… Wie man sich bis zu zwanzig Jahren im Ausland aufhalten kann, ohne die dort gebräuchliche Sprache annehmbar zu beherrschen, erstaunt und entsetzt mich auch immer wieder bei etlichen Kollegen/innen…
    Vielleicht wirst du ja sogar die Patin von Rehäuglein Junior? 😉
    Liebe Grüße!

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