Wo gibts denn sowas?

Das muss ich doch mal fragen: Kennt ihr das? Es gibt da jemand, den ihr nicht leiden könnt. Und ihr zeigt der Person das auch ziemlich unverblümt. Und entweder rafft  es die Person nicht, oder es ist ihr egal oder sie steht auf eure spröde Art. Sie klebt euch trotz deutlicher Ablehnung irgendwie permanent an den Hacken. Wie ein Kaugummi, der am Absatz klebt und den ihr verzweifelt los zu werden versucht.

Ging mir so mit einer Person mit der ich beruflich über viele Jahre zu tun hatte. „Hatte“ sag ich deshalb, weil die Person seit gestern nicht mehr mein Kollege ist.

Er, nennen wir ihn mal Mr. Wichtig, hat immer Spaß dran sich wichtig zu tun. Und das, obwohl oder gerade weil er das eben definitiv nicht ist.

Er ist keine Spur von kollegial. Er hilft niemals einem Kollegen, wenn er sich davon nicht irgendeinen Vorteil verspricht. Mr. Wichtig meidet jede Veranstaltung, wo Arbeit auf ihn zukommen könnte. Umso lieber sucht und besucht er Meetings, wo er sich unauffällig aufhalten kann ohne etwas Nennenswertes tun zu müssen. Er bevorzugt die Zuschauer-Position. Konsumieren anstatt zu agieren. Er duckt sich weg. Er schiebt Arbeit, die ihm angetragen wird 1:1 weiter. Darin ist er sehr geschickt. Das Delegieren hat er über die Jahre zur Meisterschaft entwickelt.

Wenn es dann eine Arbeit gibt, die er nicht weiter schieben kann, dann stellt sich schnell heraus, dass er Null Ahnung hat. Er bettelt dann wie ein Hund um Hilfe. Dann macht er sich ganz klein. Gibt sein Unvermögen offen zu. Mitleid macht sich breit. Hilfe kommt. Er ist gerettet. Und schon gewinnt er wieder Oberwasser. Der Dank an die Helfer fällt verschwindet klein aus. Er macht sich aus dem Staub. Die Arbeit bzw. das Ergebnis deklariert er natürlich lauthals als seine Leistung. Er vertraut darauf, dass niemand ihn auflaufen lässt. Und das klappt auch immer.

Dann macht er erstmal mindestens einen Tag krank, denn dieses Betteln um Hilfe ist für ihn eine enorme Anstrengung. Davon muss er sich erholen.

Mr. Wichtig kenne ich seit mindestens 10 Jahren. Und es ist erstaunlich zu beobachten, wie eine Luftpumpe wie er, es sogar bis auf Managerebene schaffen kann. Sobald er Personalverantwortung erhalten hatte, entwickelte er zu seinen anderen unangenehmen Eigenschaften auch noch die, sich als übler Despot aufzuführen.

Mir standen regelmässig die Haare zu Berge. Und ich habe aus meiner Antipathie nie ein Hehl gemacht. Er hatte mir nichts zu sagen, hat es aber immer wieder vergeblich versucht. Und ich habe ihn ablaufen lassen. parallel dazu habe ich jedem, der es wissen wollte (und auch denen, die es nicht wissen wollten) erzählt, was ich von dem Vogel halte. Ich habe mit den Jahren immer offener darüber gesprochen, wie ich solche Leute verachte. Das habe ich auch gemacht, weil ich wollte, dass es Mr. Wichtig zu Ohren kommt und er mir mal von der Pelle bleibt.

Vergeblich. Das hat einfach nicht funktioniert.

Jetzt, wo ich eine kleine Abschiedsparty veranstaltet habe, hab ich mich gefreut, dass mir seine Anwesenheit aufgrund von Terminen erspart blieb. Dafür kam er am Tag danach dann unerwartet nochmal ins Büro. Ich hätte in den Schreibtisch beißen wollen. 😦 Denn er hat sich überschwänglich von mir verabschiedet. **kreisch-schrei-weg lauf**

WIESO BEGREIFEN MANCHE LEUTE NICHT, WENN MAN SIE NICHT AUSSTEHEN KANN??????

Was mache ich denn nur falsch?? Mehr als unfreundlich, abweisend und sehr deutlich in der Kritik kann man doch nicht sein. Was soll ich denn noch machen? Soll ich ihn vors Schienbein treten?? Eine rein hauen? Oder was??

Der absolute Hammer war dann, dass ausgerechnet er einer der wenigen war, die mir umgehend und mit warmen Worten auf meine Abschieds-Mail von gestern geantwortet haben. Da möchte man doch ausflippen. Oder?

Was kann ich denn machen?
Wie kann ich zukünftig vermeiden, dass solche Vollpfosten an mir kleben wie mit Pattex?

I C H    W I L L    D A S    N I C H T !!!!

P.S.
Und die anderen, wo mir der Abschied beinahe das Herz raus gerissen hat, die sitzen mit großen staunenden Augen in der Ecke und verharren in Schockstarre. Verstehe einer die Männer!!

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7 Antworten zu Wo gibts denn sowas?

  1. Rana schreibt:

    Grässlich, ich vermute (kenne ich von mir selbst), dass du noch immer zu freundlich warst. Es ist eben schwer, einfach zu sagen : Nein, danke, ich möchte mit Ihnen nix zu tun haben…
    Liebe Abendgrüße von Rana

  2. Anna-Lena schreibt:

    Du hast also wirklich gekündigt? 😯
    Und nun, hast du schon ein neues Ufer, an dem du anlandest?
    Mit solchen Kollegen wirst du hoffentlich in Zukunft nichts mehr zu tun haben, und wenn – einfach ignorieren. So jemanden braucht man so dringend, wie ein Loch im Kopf.

  3. torenia schreibt:

    Oh je…
    Naja, immerhin bist Du ihn los. Viel mehr kann ich dazu nhicht sagten.

    Solche Typen, die die Arbeit gerne von Ferne betrachten, die gibt es bei uns auch.
    Das sind die, die regelmäßig die langweiligsten Institutsseminare besuchen (Thema: Fortbildung!! Sub-Thema: dasitzen, vor sich hin starren, Zeit verstreichen lassen).
    Davon gibt es bei uns wirklich genügend.

    Allerdings hab ich mit denen nicht viel am Hut.
    Wenn ich was von ihnen brauche, dann müssen sie es machen. Ansonsten… *schulterzuck*
    Ich bin neutral. Aber irgendwie niemals sonderlich unfreundlich.
    Leben und Leben lassen – ist das bei uns…
    Naja…

    Aber schon schlimm, dass der von Dir beschriebene Mensch sich auch noch erfolgreich durchs Leben wanzt. Das würde mich dann auch ärgern!

    Egal. Vergiss ihn.
    Den biste los.
    Und alles weitere wird man sehen…

  4. Lutz schreibt:

    So wie du ihn beschrieben hast, ist das ein richtiges Ekelpaket. So ein verhalten, ist meistens eigene Unsicherheit und rührt von Minderwertigkeits Komplexen. Da hilft nur die direkte Ansprache. Nimm ihn vor die Brust und sage ihm , was du über ihn denkst. Du wirst erstaunt sein, wie er reagiert. Das wird der freundlichste aller Kollegen. Dir noch einen schönen Sonntag. L.G.

  5. ute42 schreibt:

    Gut, dass du ihn los bist. Ich würde das nächste Mal wie Lutz reagieren, klar und deutlich sagen, dass ich mit so einem Typen nichts am Hut habe. Verstecke Andeutungen verstehen diese Menschen ja nicht.

  6. freiedenkerin schreibt:

    Sei froh, daß du mit diesem Typen in Zukunft nichts mehr zu tun haben musst… Obwohl – solche Herren und auch Damen, wie du sehr anschaulich geschildert hast, gibt es eigentlich in jedem Betrieb. Bei uns im Veranstaltungsdienst auch – und solche Vollpfosten macht man dann auch noch zu Dienstleitern – da wird dann schon mal vergessen, Ablösen für die dringend notwendigen Pausen einzuteilen, man wird nicht auf dem Tagesdienstplan eingeteilt, und dann nach zwei Stunden Warten nachhause geschickt, es wird versucht, in Zwiegesprächen Mitarbeiter anzuschwärzen etc. etc. Zum Glück ist das Museum groß, und man kann solchen Leutchen meistens recht gut aus dem Weg gehen…

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