Mutter der Porzellankiste

Ohne Internet – ist gar nicht so nett.
Gerade hatten wir für mehr als drei Tage ungewollt kein Internet.
Und so konnten wir testen, wie wir das finden.

Und wir stellten fest: Es fehlt uns was.

Hintergrund war eine Hacker-Angriff auf meinen Mailaccount. Ich bekam von meinem Anbieter, dem pinken T, gemeldet, dass von meinem Mailaccount Spam Mails ausgesendet werden. Es lag die Vermutung nahe, dass sich da jemand frecherweise und unerwünscht Zugriff ergaunert hatte. Die Empfehlung lautete, dass ich die Zugangsdaten komplett neu beantragen sollte, damit der Spuk ein Ende hat.

Gesagt – getan. Ich beantragte am Donnerstagnachmittag die neue Daten, bekam diese umgehend per Mail und sicherheitshalber einen Entschlüsselungs-Code per SMS aufs Handy. Die Kombination von Mail und SMS ließ mich an die Daten ran kommen. Das Internet funktionierte weiterhin und deshalb machte ich mich nicht sofort daran, die Daten alle zu ändern, weil ich dachte, das hätte auch bis zum nächsten Tag Zeit.

Am anderen Morgen aber war das Internet tot. Weder LAN- noch WLAN- Verbindung gingen. Nur noch der Zugang übers Handy. Ich versuchte die häusliche FritzBox mit den Zugangsdaten zu füttern. ABER, ich kam nicht auf die Startseite der Box. Ein Anruf bei meinem Lieblings-Supporter, einem Ex-Kollegen und meinem persönlichen IT-Seelsorger  ergab, dass auch seine wertvollen Ratschläge zur Lösungsfindung keine Früchte trugen. So wurschtelte ich am Freitag noch einige Stunden mehr oder weniger angenervt mit meinem Halbwissen alleine weiter an dem Problem herum, fischte per Handy im Internet nach Rat und hatte das untrügliche Gefühl mich immer tiefer in den Sumpf der Verwirrung zu manövrieren. Mein Kollege, der gerne eine Live-Support-Session aufbauen wollte, hatte erst wieder am Montagmorgen Zeit. Und so ließ ich die Finger vom Rechner, ehe ich noch mehr Chaos schuf und am Ende noch kaputt machte, was bis dahin noch heile war.

Der Mann im Haus konnte seine geliebten Fußballspiele nicht mehr online anschauen und auch nicht mehr die diversen internationalen Zeitungen lesen. Sport- und Weltgeschehen mussten ohne sein Wissen statt finden.

Ich war nicht ganz so auf Entzug. Weniger als ich ehrlich gesagt erwartet hatte. Denn ich war ja schon in den letzten zwei Wochen wenig online gewesen. Dennoch gab es mehrfach den Fall, wo ich gerne schnell mal was im Internet nachgeschaut hätte und nicht konnte. Dafür aber mit der Fummelei auf dem kleinen Display des Handys anzufangen, das war es mir auch wieder nicht wert.

Montagmittag dann die Live-Session mit meinem hilfsbereiten Kollegen. Seine Ferndiagnose des Patienten ergab: Kein konkreter Fehler festzustellen. **kreisch- Haare rauf**

Und nun??

Er riet mir dazu, meinen Internetanbieter telefonisch zu kontaktieren. Das tat ich dann auch. Und als die hörten, dass ich nicht deren Geräte benutzte sondern eine FritzBox Userin bin, hielt sich die Motivation zur ausgiebigen Fehlersuche gleich zu Anfang schon in Grenzen. O-Ton der Dame vom Support: „Also, wir können das mal versuchen. Aber viel Hoffnung mache ich ihnen da nicht.“

Das Ende vom Lied hatte dann aber doch noch einen guten Klang.

Ich hatte alles richtig gemacht. ABER die Leute vom großen pinken T hatten meinen Internet Zugang gesperrt, nachdem ich nicht sofort nach Erhalt der neuen Zugangsdaten diese genutzt und abgeändert hatte. Aus Sicherheitsgründen hat man lieber dicht gemacht um zu verhindern, das die oben genannten Hacker sich bei mir unerlaubterweise breit machen und womöglich doch noch Schaden anrichten konnten.

FIND ICH GUT. Muss ich mal so sagen. Hab ich dann auch gleich der Dame vom Support so mitgeteilt und mich brav bedankt. Denn Vorsicht ist und bleibt die Mutter der Porzellankiste. Auch oder besonders im IT-Zeitalter.

Stimmts??

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5 Antworten zu Mutter der Porzellankiste

  1. Lutz schreibt:

    Dann warst du eine von den 1,8 Millionen bei denen die Hacker fündig geworden sind. Ich bin auch Kunde bei dem pinkfarbenen T. aber bisher ist nix passiert. Ich wünsche dir noch einen schönen Tag. L.G.

  2. ute42 schreibt:

    Na ja, letztendlich war es tatsächlich gut, dass die abgeschaltet hatten. Aber das Generve mit nicht vorhandenem Internet kenne ich. Da ich jeden Tag vom Computer sitze ist ein Ausfall für mich eine kleine Katastrophe 🙂 Ich bin mit meinem mails bei web.de. Auch dort wurde ja geklaut. Bisher habe ich allerdings G.s.D. noch keine Nachricht bekommen.

  3. dorosgedankenduene schreibt:

    Oh, dich hatte es also erwischt. Wir hatten beide Male Glück. Aber ich finde es auch gut, daß die sofort abgeschaltet haben, nicht gut natürlich daß bei euch dann nix ging. Übrigens haben wir auch die Box vom Fritz, seit 3 Monaten cirka. Wir sind ja bei der Teledoof und hatten auch den Router davon. Und jeden Tag zwischen 3 und 6 x einen Ausfall, mal kurz mal länger, immer wenn mans nicht braucht, beim Onlinebanking, beim Mediathek Download usw. Und seit das Fritzchen seine Arbeit tut, alles gut.

    Liebe Grüße
    Doro

  4. freiedenkerin schreibt:

    Auweh!… Tut mir leid, daß es dich erwischt hat… Schön, daß du wieder online bist.

  5. Clara Himmelhoch schreibt:

    Fluch und Segen der modernen Technik. – Das wäre bei mir eine kleine Katastrophe.

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