Abenteuer pur bei der Agentur (1)

Ich öffne heute mal eine neue Beitrags-Serie. Und das weil ich glaube, ich werde in Zukunft etwas zu diesem Thema zu berichten haben. Sollten meine Erwartungen nicht erfüllt werden und ich keine bösen, haarsträubenden Geschichten erleben, dann würde mich das freuen und ich werde auch dann berichten. Versprochen.

Zunächst mal ein Blick nach vorne und zurück. 2009 habe ich mal in meiner kleinen Reihe der Reime über das Arbeitsamt bzw. die Agentur für Arbeit geschrieben. Guckst du hier rein. Und jetzt ist das Thema auch bei mir wieder aktuell. So kann es kommen.

Ich lese im Netz immer wieder ganze Abhandlungen über die Agentur. Und die Leute landauf und landab erleben und erleiden wirklich Schlimmes. Selber kenne ich einige Live Berichte und auch die lassen nichts Gutes vermuten, was da auf mich zu kommen könnte.

Bisher hatte ich ja eher wenig Kontakt. Und bevor es so richtig los geht und auch ich in die Kerbe schlagen kann und muss, möchte ich mal was Positives berichten. Es gibt heute Vorschußlorbeeren. Ja, auch das gibt es. Man höre und staune.

Ich werde von der Agentur der Kreisstadt betreut. Bisher gab es dort drei Termine für mich, zu zweien davon wurde ich eingeladen. Bei dem dritten bin ich denen selber zugelaufen. Und immer wurde ich sehr freundlich und kompetent behandelt.

Nachdem ich nun wochenlang vergeblich auf die Zusendung der benötigten Unterlagen vom Ex-Arbeitgeber gewartet hatte, habe ich dort mal paar Knöpfe gedrückt. Und die Unterlagen flatterten mir ins Haus. Damit war ich endlich gerüstet, um bei der Agentur meinen Antrag auf Arbeitslosengeld zu stellen. Den Tag der Abgabe der Unterlagen sah ich als Startpunkt für eine weitere lange Wartezeit. Und dann kam alles ganz anders…..

Ich war ca. 10 Minuten vor Termin schon da. Pünktlichkeit ist ein Hobby von mir. Eine freundliche Frau Mitte 30 bat mich herein und los gings. Sie prüfte meine Unterlagen auf Vollständigkeit und meinte: „Einen Moment bitte. Ich gebe gerade ihre Daten ins System ein und sagen ihnen dann etwas dazu.“ Gesagt – getan. Zwischendurch plauderte sie darüber, wie sinnlos doch teilweise die Fragen in dem Antragsformular sind. Beispielsweise wird da gefragt: Haben sie Kinder?  Auch mir geht das immer quer runter, wenn ich da rein schrieben soll: Nein. Nur weil sie nicht mehr im relevanten Alter sind, sind sie doch immer noch meine Kinder. Soll ich sie verleugnen? Wieso kann man die Fragen nicht entsprechend präzisieren?

Als die nette Frau dann fertig war und alles beisammen hatte, erklärte sie mir was ich an Bezügen erhalten werde. Der Betrag lag um einiges höher, als der von mir im Netz ermittelte Betrag. —->1. freudige Überraschung *jippi*

Im WWW gibt es diverse Arbeitslosengeld-Rechner. Basierend auf dem letzten Bruttogehalt, dem Bundesland und der Steuerklasse spuckt der Rechner dann den zu erwarteten Betrag aus. Jemand wie ich „ohne Kinder“ (im passenden Alter) bekommt 60% der letzten Bezüge. Mit Kindern 67%.

Ich hätte mich nicht zu fragen gewagt, wann ich denn mit der Zahlung für den bereits verstrichenen Oktober rechnen kann. Denn wir alle wissen…. die Behördenmühlen mahlen nicht gerade nennenswert schneller als die der Gerichte. Und dann sagt diese unverschämt freundliche Frau, dass die Rückstände aus Oktober innerhalb DIESER Woche auf meinen Kontos eintreffen werden.  —->2. freudige Überraschung *2 x jippi*

Damit war alles geritzt. Und ich stand nach 21 Minuten Bearbeitungszeit inkl. netter Plauderei wieder auf der Straße. Ich wusste gar nicht wie mir geschah. So eine Serie von Überraschungen??

Das Leben ist schön. Man muss es nur sehen. 🙂

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14 Antworten zu Abenteuer pur bei der Agentur (1)

  1. Myriade schreibt:

    Jaaaaa, genau ! Ganz oft findet sich was Positives.

  2. freiedenkerin schreibt:

    Na, an deiner Stelle würde ich erst dann jubeln, wenn der entgültige Bescheid eintrifft, und das erste Geld auf dem Konto ist…

  3. TBW-Pur schreibt:

    Ich hab auch nur negativ Begegnungen mit dem Jobcenter 😦 wiederum mal schön zu lesen das es auch anders gehen kann.

  4. Anna-Lena schreibt:

    Das ist doch mal etwas Positives. Ich habe mit denen zum Glück noch keine Erfahrungen machen müssen.

  5. torenia schreibt:

    Klingt toll!!!

  6. Ingrid/bastelmaus ile schreibt:

    Wie schön, ich freue mich für Dich und mit Dir!!!
    Nun müssen nur noch die Daumen gedrückt werden für einen guten Arbeitsplatz!
    LG Ingrid

  7. ute42 schreibt:

    Das erste Mal, dass ich einen so positiven Bericht lese. Schön, dass es das auch gibt.

  8. Clara Himmelhoch schreibt:

    Ich kann auch nichts Negatives berichten, auch wenn ich mir die 3 letzten Arbeitsstellen selbst besorgt habe. Aber gerade, weil meine Bearbeiterin merkte, dass ich WIRKLICH arbeiten will, war sie um so hilfsbereiter. Meine Erfahrungen habe ich zwischen 2000 und 2005 gemacht, zum Teil war es damals noch das richtige Arbeitsamt, nicht das Jobcenter. – Gut, sie haben mich zu einem sogenannten Bewerbungstraining geschickt. Als die meine Unterlagen sahen, fragten sie, was ich denn hier wolle, sie könnten mir keine besseren Tipps geben. Also habe ich nur noch die Videoaufnahmen mitgemacht – Kontrolle, wie man sich während eines Gesprächs körpersprachlich verhält.
    Und dann habe ich zwei wundervolle Englischkurse bekommen, der letzte 3 Monate ganztags. Es war eine Riesenschinderei für mich, weil das ganze Jungvolk um mich herum in meinen Ohren perfekt Englisch sprach, nur mir fehlten Welten. –
    Bei manchen ist es dort wirklich so, dass sie freundlich und kompetent sind – und so eine Bearbeiterin wünsche ich dir!

    • chinomso schreibt:

      Genauso.
      Bei meinem ersten Gespräch sagte mir meine Beraterin, dass die Stellen nach denen ich suche, gar nicht erst bei der Agentur als frei angezeigt werden. Das heisst, diese Unternehmen machen auf ihrer Webseite auf die zu vergebenden Stellen selbst aufmerksam. Und dort findet man sie…… man muss nur entsprechend suchen.

      Also: alles gaaaaaaaaaanz easy. Aber nur wenn die Eckdaten passen. Wie das Alter zum Beispiel. **schief grins***

  9. Lutz schreibt:

    Schön das es so schnell geklappt hat. Ich kenne mich damit nicht aus. War noch nie in dieser Situation. Habe aber schon mal für einen Bekannten Harz 4 beantragt und das Formular ausgefüllt. Das ging ähnlich schnell. Dir noch einen schönen Abend. L.G.

  10. Gudrun schreibt:

    Mich macht es krank, dass hier in Leipzig für mich nicht mehr alle Türen offen stehen. Dass es keine Arbeit gibt, dafür kann das Amt nichts, und auch nicht dafür, dass es ab einem bestimmten Alter immer schwerer wird. Ich kann mich nicht beklagen über die Mitarbeiter in meinem Amt. Unten am Tresen saßen schon recht unfreundliche Damen, aber die Berater waren korrekt, freundlich und suchten tatsächlich mit mir nach guten Lösungen. Im Landkreis war das ganz anders.
    Ich weiß natürlich nicht, was noch kommt, und klopfe vorsichtshalber dreimal auf Holz.
    Ich wünsche dir alles Gute, und dass du immer nur Zufriedenstellendes berichten kannst.
    Liebe Grüße von der Gudrun

  11. Ruthie schreibt:

    Glück g’habt!

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