Die Aufmerksamkeitsspanne

…von immer mehr Leuten wird kleiner und kleiner.

Gerade heute habe ich das wieder an einem erstaunlichen Beispiel erlebt.
Eine junge Frau kündigte bereits Mittwoch ihren Besuch bei meinem Sohn an, um von ihm ein Auto zu kaufen. Heute schreibe ich sie vorsichtshalber an, erkläre, dass ich als Vertretung meines Sohnes anwesend sein werde und  frage nach, ob es bei dem für 14 Uhr vereinbarten bleibt. Sie antwortet umgehend und meint: Alles wie geplant.

Als sie dann pünktlich mit ihrem Freund bei mir eintrifft, ist sie überrascht mich zu sehen und nicht meinen Sohn. Sie erklärt mir, er habe ihr doch heute erst geschrieben, dass er wider Erwarten selbst da sein wird.

? ? ? ? ? ? Großes Erstaunen auf meiner Seite, denn meine Mail an sie enthielt kein unnötiges Beiwerk sondern nur die o.g. Info + Frage.

Wie kurz muss man sich denn fassen, um die Leute zu erreichen?
Hätte ich twittern sollen?
In etwa so: „Termin, heute 14 Uhr. – Vertretung durch Mutter. – Bitte um Bestätigung“

Sind zwei vollständige Sätze mit Subjekt, Prädikat, Verb und Adjektiv eine unzumutbare Härte für die Konzentration der Leute?

Egal. Erfreulich ist, was hinten raus kam.
Auto ist verkauft.

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8 Antworten zu Die Aufmerksamkeitsspanne

  1. freiedenkerin schreibt:

    Kenn ich. Mit einer Arbeitskollegin habe ich mich in letzter Zeit des Öfteren über die mir bevorstehende Hüft-OP am 10. Juni unterhalten. Gestern traf ich sie zufällig auf dem Weg zur U-Bahn – ich bin seit einer Woche krank geschrieben – und da fragte sie mich allen Ernstes mitfühlend, ob ich die Operation gut überstanden hätte. :mrgreen:

    • chinomso schreibt:

      Sowas ärgert uns dann mehr als es uns freut. Verstehe ich gut.
      Wie unsinnig! Du bist erst eine Woche nicht bei der Arbeit, uns springst nach der OP schon wieder auf der Straße herum?

      Das geht heute schon alles rasend schnell nach der Hüft OP. Mein Vater sollte/musste am Tag nach dem Eingriff wieder raus aus dem Bett und auf die Beine. Aber so schnell, wie deine Kollegin denkt, geht es dann doch nicht.

  2. Ruthie schreibt:

    Oh Mann, da versteht man doch die Welt nicht mehr, oder? Wurscht. Hauptsache, Auto verkauft 😉

  3. Anna-Lena schreibt:

    Mein Mann hat ständig damit zu tun, die Leute lesen die Anzeigen und fragen am Telefon genau nach dem, was lang und breit in den Anzeigen steht.
    Ich habe mir das *Kopfschütteln* daher schon abgewöhnt.

    LG Anna-Lena

  4. ernstblumenstein schreibt:

    lach, die modernen Kommunikationsmittel lassen grüssen – zuviele Buchstaben verwirren offenbar. Lieben Gruss. Ernst

  5. Gudrun schreibt:

    Ach, das kenne ich. Als ich in dem Freizeitpark gearbeitet habe, standen alle Meter Hinweisschilder, ab welchem Alter und welcher Größe die Kinder auf den Anlagen mitfahren durften. Mir war das fast zu viel. Die Leute lasen aber nicht, stellten sich an und tobten mich am Ende an, weil das Kindchen eben nicht fahren durfte. Damit muss man wahrscheinlich leben. Nach einer Weile sah ich es gelassen, habe auch keine Ausnahmen gemacht, denn ich wollte abends nach Hause gehen und nicht vor dem Staatsanwalt landen.
    Fein, dass bei euch alles zuz Zufriedenheit auf beiden Seiten endete.
    Liebe Grüße von der Gudrun.

  6. Sind zwei vollständige Sätze mit Subjekt, Prädikat, Verb und Adjektiv eine unzumutbare Härte für die Konzentration der Leute?

    Jepp!
    Guckst du RTL, hörst du Füllwort Adjektiv Adjektiv Adjektiv Subjekt Imperativ Subjekt

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