The sky is the limit

Kleine Kinder halten alles für möglich. Sie kennen keine Einschränkungen. Die bringen wir ihnen erst bei. Wir sind die, die ihnen weiß machen, was sie alles nicht können und dürfen.

Natürlich gibt es Situationen im Leben, die für die eigene Gesundheit und Sicherheit gefährlich sein können. Und da müssen wir, die Erwachsenen z.B. Eltern oder Großeltern, einschreiten und das Kind vor Verletzung oder Schlimmerem bewahren. Das ist soweit auch gut und richtig. Schließlich haben wir Erfahrungswerte gesammelt, auf die das Kind noch nicht zurück greifen kann. Und von unseren bereits gemachten Fehlern und dem bereits erlittenen Leid, Schmerz und Kummer kann das Kind profitieren. Denn wir bewahren es davor. Aber wo ziehen wir da die Grenze? Wann macht es Sinn, Dinge lieber selbst auszuprobieren und ggf. auch auf die Nase zu fallen damit?? Und das meine ich im wörtlichen und im nicht wörtlichen Sinne.

Heute beobachte ich immer öfter, dass Eltern ihre Kinder meines Erachtens nach zu sehr in Watte packen und ihnen damit die Flügel stutzen. Sie hindern sie daran selber Erfahrungen zu machen und nehmen ihnen damit einen Teil des selbstständigen Handelns weg. Das hemmt die Kinder in ihrer Entwicklung. Denn wenn Mama sagt, was alles gefährlich ist und was dabei passieren könnte, dann geht das oft in ein Ohr rein und aus dem anderen raus. Denn nichts ist so stark und machtvoll wie das eigene Erleben. Und nichts bleibt so gut in Erinnerung.

Mich macht es traurig, wenn ich daran denke, dass  kleine, ungeschliffene Juwelen,  wie meine beiden Enkeltöchter wahrscheinlich von ihrem Umfeld zu früh und zu heftig geschliffen werden. Es gibt derzeit wirklich keine akuten Anzeichen dafür. Versteht mich nicht falsch. Aber wenn das so wäre, würde ich mich ganz klar und aktiv dafür einsetzen, dass hier das richtige Maß zur Anwendung kommt. Bis dahin mache ich fleissig und aus vollem Herzen mit, wenn z.B. Emily mir mit ernster Miene die wildesten Geschichten erzählt.

So wie neulich.
Ich hatte sie aus dem Kindergarten abgeholt und wir waren auf dem Weg zu mir nach Hause. Sie saß in ihrem Kindersitz auf der Rückbank und verkündete, sie könne bald auch fliegen, wie Prinzessin Lillifee. Dafür bekäme sie demnächst an ihre Winterjacke pinkfarbene  Flügel montiert. Als Flugschule hatte sie die Realschule ihres 16-jährigen Bruders Dennis ausgesucht. Diese Schule hält sie generell für eine Talentschmiede, da kann man unglaubliche Sachen lernen. Und sie betont immer wieder, dass sie da auch bald hin geht. Denn dahin fährt man mit dem Bus, was deutlich spannender ist, als mit dem Auto zu fahren. Auf meine Frage, wie hoch sie dann fliegen wird und wie das mit dem Landen geht, antwortete sie sehr ausführlich. Flughöhe ist in etwa so, dass man von oben alles gut sehen kann, was auf den Straßen und in den Gärten der Leute so passiert. Und man muss hoch genug fliegen, um nicht an die Bäume oder Elektroleitungen zu stoßen. Beim Landen muss man einfach sehr viel langsamer werden und ganz sachte aufkommen, damit man sich nicht verletzt. Und ich habe erfahren, dass ich auch fliegen lernen kann, wenn ich möchte. Ich bekomme aber größere Flügel, weil ich ja schwerer bin als Emily. Sie möchte gerne, dass ich das mit ihr gemeinsam lerne. Dann brauche ich kein Auto mehr, um sie vom Kindergarten abzuholen. Wir fliegen dann einfach gemeinsam über die Köpfe der Leute und querfeldein und sind deshalb schneller zu Hause, wo schon Uroma und Uropa auf uns mit dem Kaffee warten.

Wenn ihr also mal hoch zum Himmel schaut und eine große und eine kleine Fliegerin mit pinken Flügeln seht, dann sind das Emily und ich. Ihr könnt ja mal winken. Wir fliegen auch internationale Strecken. So zum Beispiel kann ich mir gut einen kleinen Ausflug zur tea time nach London vorstellen. Denn da wohnt ein Freund von mir.

So wird das sein. Und wehe einer lacht.

 

 

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6 Antworten zu The sky is the limit

  1. freiedenkerin schreibt:

    Ich lache ganz bestimmt nicht, nein, nein. 😉 Weil ich mich nämlich auch auf’s Fliegen vorbereite, nur sind meine Flügelchen himmelblau und glänzen wie Perlmutt. 🙂

  2. Ennasus schreibt:

    Das Fliegen habe ich seit Kinderjahren nicht verlernt… Ich fliege mit Euch… ❤

  3. Seelenstreusel schreibt:

    Einfach nur zauberhaft. ❤

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