Er rollt wieder – schwere Geburt

Kaum sind zwei Wochen rum, schon habe ich mein Auto aus der Werkstatt zurück. Seit Montag sind mein Audi und ich wieder vereint. Aber bis zu diesem Tag war es ein echt harter Kampf mit dem Chef der Werkstatt.

Wie hier schon berichtet, hatte ich die Mechaniker mit Kuchen bestochen in der Hoffnung auf eine schnelle und kostengünstige Reparatur des Schadens an der Kupplung. Obwohl er auch eifrig beim Kuchen mit gefuttert hat, muss es dem Boss der Mechaniker nicht gepasst haben, was ich da veranstaltet hatte. Und er grätschte mir da rein. Das hieß, er pflückte den Wagen auseinander und ließ in dann abgestützt in luftiger Höhe auf der Hebebühne stehen. In Rekordzeit hatte ich vom Autoteile Dealer meines Vertrauens einen Kupplung-Bausatz zum enorm günstigen Preis besorgt. EK=VK unter Zuhilfenahme eines weiteren, selbst gebackenen Kuchens. Diese Eile und Mühe hätte ich mir sparen  können, denn der „Herr der Unterlegscheiben“ verfügte, dass die Mechaniker alle möglichen anderen sinnlosen Arbeiten tun mussten. Und mein Auto blieb  stehen.

Tag um Tag ging ins Land. Nichts ging voran.

Ich hatte zwar ein Ersatzfahrzeug zur Verfügung, konnte aber nach Ausbau der defekten Kupplung nicht an den Inhalt meines Autos ran, da er wie gesagt mit abgestürzten „Innereien“ hoch oben auf der Bühne thronte. Damit musste ich mir beispielsweise einen Kindersitz organisieren um meine Enkeltochter vom Kindergarten abholen zu können. Da ich dies nur einmal pro Woche mache, hatte ich mit meinem sonnigen Gemüt geglaubt, der Wagen wäre innerhalb einer Woche repariert und dann wieder fahrbereit. Demnach hatte ich keine Vorsorge getragen und die benötigten Utensilien aus dem Auto entfernt.

Ich blieb bis kurz vor Ende der zweiten Woche noch entspannt. Dann am letzten Donnerstag sprach ich gleich im Morgengrauen den Master of Desaster so ruhig und gelassen wie möglich an, wann ich denn nun mal mit der Fertigstellung meines Autos rechnen könne. Da hatte ich was gemacht. Er flippte völlig aus. Er rannte sogleich aufgebracht wie Rumpelstilzchen, wild mit den Armen rudernd und lauthals rumschreiend, durch die gesamte Werkstatt und brüllte mich aus Leibeskräften an, er könne auch nicht mehr als arbeiten, er habe an diesem Tag um 7 Uhr angefangen zu malochen und wegen mir würde er keine Nachtschichten einlegen….. usw.  Ich habe ihn zunächst darauf hin gewiesen, dass ich nicht schwerhörig bin. Dann habe ich ihm in einem etwas lauterem Ton als vorher noch – ich war nun auch mal endlich sauer – gesagt, dass ich nichts dafür könne, wenn er mehr Aufträge annehme als er und seine Leute bewältigen könnten. Schließlich sitze ich mit meinem Büro in Sichtweite der Werkstatt und habe sehr wohl mitbekommen, dass er andere Kunde vorgezogen und „an mir vorbei“ bedient hat. In Anbetracht dessen, dass wir Geschäftspartner sind, sehe ich nicht ein, dass ich mit meinem privaten Auto nun Kunde 3. oder 4. Klasse bin und bis zum St. Nimmerleins-Tag warten muss, bis mein Auto endlich mal fertig wird.

Eine Antwort auf meine Frage hatte ich allerdings nicht bekommen. Und so bin ich am Freitag Morgen erneut hin gegangen …… ich fürchte weder Tod noch Teufel….. und habe ihm wieder in genauso ruhigem Ton meine Frage gestellt. Ich kenne ihn. Das setzt ihn unter Druck. Und da ich ihn noch nie leiden konnte, weil er ein ewig schlecht gelaunter Miesepeter ist,  bin ich bei so einem auch gnadenlos. **böse Frau** Man kann es auch penetrant nennen. Zähneknirschend hat er sich dann daran gemacht, endlich das Getriebe wieder einzubauen, nachdem die neue Kupplung schon seit Dienstag installiert war.

Der ganze Akt hat aber Folgen. Ich habe mich genug geärgert über diesen Knilch. Das hier ist nicht der erste Fall dieser Art. Ich laufe schon die ganze Zeit in der ich mit dieser Werkstatt zusammen arbeite, also seit über einem Jahr, hinter dem Kerl her und bettele auch bei Fahrzeugen meiner Kunden immer um alles ….um humane Preise, um zügige Abwicklung, um ein wenig mehr Freundlichkeit, um normale Höflichkeit. Das bin ich jetzt leid. Der Werkstatt geht es wirtschaftlich nicht gut, die Kunden laufen scharenweise weg, wegen genau dieser Verhaltensweise des Chefs. Und somit ist er eigentlich dringend auf  unsere Aufträge angewiesen. Und dann so ein Affenzirkus?? Nee, nicht mehr mit mir!

Ich habe schon einen jungen aufstrebenden Mann ins Auge gefasst. Er hat Anfang Januar hier in der Nähe seine erste eigene Werkstatt eröffnet, ist KFZ-Meister und arbeitet bisher alleine. Er hat natürlich keinen Kundenstamm. Den baut er erst auf. Und somit werde ich mit ihm einen Deal machen. Er kriegt alle meine Aufträge und macht mir nen guten Stundensatz. Und so werde ich fortan alle meine Reparaturaufträge zu ihm geben und damit sein junges Unternehmen unterstützen.

Ich muss mein Geld keinem Widerling mit schlechten Manieren in den Hals werfen. Das habe ich jetzt so entschieden. Er hatte seine Chance. Er hat sie nicht genutzt. Sein Pech.

Auf die Rechnung für den Audi bin ich derzeit noch gespannt. Die steht mir noch bevor. Allein die Ersatzteile haben schon über 400 € gekostet. Und dann noch den Arbeitslohn….puh… das wird nicht billig.

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2 Antworten zu Er rollt wieder – schwere Geburt

  1. freiedenkerin schreibt:

    Gute Entscheidung, ich denke, dass du in Zukunft mit dem jungen KFZ-Meister weitaus besser zurecht kommen wirst als mit diesem Unhold.

    • chinomso schreibt:

      Ich habe ein gutes Gefühl.
      Und Leute, die jedem Menschen gegenüber erstmal misstrauisch und „anti“ eingestellt sind, unbelehrbar unfreundlich und schlechte Laune verbreitend, die meide ich gerne.

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