Meine Anfänge am personal computer

Heute, an einem Regentag allererster Güte, wo es noch dazu horizontal regnet und das Wasser auf dem Asphalt Blasen schlägt, blicke ich genüsslich zurück wie und vor allem wann das begonnen hat – meine ersten Schritte am PC und in der digitalen Welt. Es ist beinahe als sollte ich mich an Dinge aus meiner Kindheit erinnern, so schwer fällt es mir.

Ich weiß, ich habe 1988 mal einen EDV Grundkurs bei der VHS gemacht. Gemeinsam mit einer Freundin habe ich die Basics von MS DOS gelernt. Wir haben damals auch mal eine dieser großen wabbeligen schwarzen Kunststoff-Disketten zerschnitten und das Innenleben angeschaut. Man brachte uns bei, wie und wo man eine Datei erstellt, speichert und später wieder findet. Einen eigenen PC hatte ich damals zu Hause noch nicht. Aber ich arbeitete als all-in-one Kraft in einem Ingenieur Büro, wo ich meine ersten zaghaften Schritte in die Welt der Computer machte. Ich, die ehemalige Mathe-Niete, lernte programmieren. Ich schrieb unter Anleitung meines damaligen Chefs Programme für CNC Maschinen, die später  Blechteile  aus großen Metalltafeln ausschnitten. Das Programm speicherte man zu dieser Zeit noch auf Lochstreifen aus Papier. Digitale Steinzeit. Und damit wurde die Maschine gefüttert. Ein Loch-kein Loch- ein Loch – kein Loch, und die Maschine wusste, was sie zu tun hatte. Ich war völlig hin und weg. Mir machte das so einen riesigen Spaß, dass ich meine Arbeitszeiten freiwillig auf 20-24:00 Uhr legte. Das heisst, tagsüber war ich als Hausfrau und Mutter am Start. Abends, wenn die Kinder schliefen und ihr Papa zu Hause war, ging ich arbeiten. Und ich bekam den Hals gar nicht voll. Teilweise weit nach Mitternacht, außerhalb meiner Arbeitszeit dann, stopften wir das Programm noch in die Maschinen, weil ich wissen wollte, ob es läuft. Blut geleckt.

Ich wollte es wissen. Deshalb meldete mich mein Chef wenig später für einen Kurs in Auto CAD an und ich lernte technische Zeichnungen an PC und Plotter zu erstellen. Die Freundin vom Chef und ich waren die einzigen und ersten Frauen in diesem Kurs, wie uns der Kursleiter bestätigte. Wenn ich so zurück denke, mit welcher Begeisterung ich damals dabei war, dann kriege ich direkt Lust, wieder mal so eine Herausforderung anzunehmen und was ganz Neues zu lernen.

Irgendwann tauchte ich dann auch in die Welt des Internets ein. Wann das exakt war und was ich in den Anfängen damit gemacht habe, weiß ich heute gar nicht mehr genau.  Ich hatte da bereits einen eigenen PC zu Hause und arbeitete mit einem grottenlangsamen Modem. Mit AOL Mail  habe ich angefangen. Zunächst war ich in Chat-Räumen unterwegs, wo es beinahe nur männliche Teilnehmer gab. Und diese waren unfassbar jung und hatten außer Humbug und sexueller Anmache nichts im Kopf. Mein Nickname war damals Radieschen. Die erste Frage war meist: „Bist du Mann oder Frau? Falls Frau: Welche Körbchengröße hast du?“ Das war ich bald leid und zog mich mehr oder weniger enttäuscht zurück. Das sollte nun das tolle Internet sein, von dem alle so schwärmten?

Später wurde mir nach und nach klar, dass ich damals die Möglichkeiten des Internets einfach noch nicht überschauen konnte.

Ein paar Jahre lang war ich dann beinahe ausschließlich offline am PC beschäftigt. Bis es mehr Leute gab, die Mails schrieben und das alles dann auch im Berufsleben mehr gebraucht und genutzt wurde.

Am 05.05.2005 war es dann auch für mich soweit – ich begann  zu bloggen. Habe es gerade heute gesehen und ich bin erstaunt, dass das schon so lange her ist. Beinahe 12 Jahre.  Damals noch als Chinomso bei Blogspot. Hier mein erster Blogeintrag:

„Blogger – was ist das?

Ich hatte schon davon gehört, doch keine rechte Idee.
Hättest du etwas damit anzufangen gewusst?
Gedanken sind frei. Doch wenn sie in meinem Kopf eingesperrt sind, dann ist das mit der Freiheit nicht weit her. Also ist dieser 5. Mai 2005 nicht nur Christi Himmelfahrt, sondern auch der Tag der Befreiung meiner Gedanken?

posted by Chinomso @ 11:17 nachm. 1 comments

Ab November 2005 bin ich dann zweigleisig gefahren. Ich eröffnete ein weiteres Blog und war auf Myblog.de als Sonntagskind  aktiv.

2009 habe ich mich bei Blogger.de verabschiedet und bin hierher zu WordPress umgezogen. Die Platform war und ist komfortabler und bietet mehr Möglichkeiten in der Gestaltung.

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7 Antworten zu Meine Anfänge am personal computer

  1. finbarsgift schreibt:

    Seeeehr interessant, deine PC-Geschichte!

  2. Bellana schreibt:

    Tolle Geschichte!
    Ich war bereits in den 70ern mit Lochkartenkästen auf Großrechnern unterwegs. Der erste Rechner daheim war dann in den 80ern ein C128 wegen der Kinder und für mich damals sehr komisch. Meine Kinder haben mich dann später durch alle Stufen der Weiterentwicklung bei den PC’s bis hin zum Internet mehr oder weniger erfolgreich begleitet, denn normalerweise habe ich die Hardware immer den Fachleuten überlassen und mich eher mit Software beschäftigt.
    Grüßle Bellana

    • chinomso schreibt:

      Ich hatte beim Studium mit Grossrechnern in Zimmergrösse zu tun. Damals habe ich den ganzen EDV Kram gehasst. Da glaubte ich, ich werde das niemals verstehen.

  3. TBW-PUR schreibt:

    ich bin gelernte Datenverarbeiterin, habe lange am R4000 gearbeitet (das war ein Großrechner) da gab es noch gar keine PC ’s bei uns, die kamen dann etwas später … ich schreib da auch mal was zu … deine Geschichte ist toll und dadurch fiel mir meine wieder ein^^ Danke ! GLG TB

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