Eingefahrene Wege verlassen

Das ist, woran ich gerade eine enorme Freude habe.

Schon seit Anfang des Jahres habe ich in meinen diversen Routinen einiges geändert oder weg gelassen. So schaue ich abends kaum noch fern. Nur wenn ich was ganz Spezielles sehen möchte, dann TV an – anschauen – TV aus. Und sich nicht mehr stundenlang mit immer wieder angenervtem Rumzappen und und schimpfend wie ein Rohrspatz vor der Glotze aufhalten. Das ist vorbei. Und ich genieße es.

Viel besser als das Klagen über schlechtes Fernsehprogramm ist, sich selber sein Programm zu machen. Es gibt so endlos viel Sinnvolleres und Erfüllenderes zu tun am Abend. Ich glaube, jeder kennt das. Man kommt von der Arbeit nach Hause, hat Hunger, macht sich was zu essen und dann wenn die Küche wieder vorzeigbar ist (…oder auch nicht) dann landet man auf der Couch und schaut nur mal, was so kommt. Und schwups ist der Abend um und man hat sich irgendwelchen Müll angeschaut und teilweise wirklich kopfschüttelnd vor dem Fernseher gesessen. So jedenfalls ist mir das jahrelang gegangen.

Aber das ist nicht alles. Da gibt es noch mehr News.
Seit vorigem Freitag faste ich. Das erste Mal in meinem Leben. Ich habe mich für ein begleitetes Fasten angemeldet. Online bekommt man morgens eine Yoga Session von 20 Minuten, danach eine Arzt Sprechstunde und dann eine schöne Einweisung von meinem Lieblings Coach, Veit Lindau. Abends dann nochmal eine reichliche Stunde seelischer Zuspruch, Beratung und eine geführte Meditation.

So bin ich also seit Freitagabend ohne feste Nahrung. Freitag durfte ich noch Obst essen, ab Samstag nichts Festes mehr. Nur Wasser, Tee und Gemüsesaft. Auch auf Kaffee sollte man in dieser Zeit verzichten. Mit Sauerkrautsaft habe ich am Samstag in meinem Darm „Kehraus“ veranstaltet. Glaubersalz ist heutzutage nicht mehr Pflicht beim Fasten. Es wird ein Einlauf vorgeschlagen  und wärmstens ans Herz  gelegt. Aber nee, ohne mich. Davor graut mir. Daher lieber leckerer Sauerkrautsaft. Der schmeckt wie rohes Sauerkraut. Und das mag ich auch.

Und was soll ich sagen?  Es geht mir sagenhaft gut damit. Mit dem Fasten. Ich habe keine der angekündigten Beschwerden. Weder Kopfweh noch Übelkeit oder Hungergefühle. Und ich kann sogar meiner Enkelin helfen, die schwierig zu essenden Spaghetti auf die Gabel zu befördern, ohne dass es mich rupft und ich mal probieren muss. Nix. Keinerlei Versuchung. Das ist schon ne kleine Sensation für mich. Ich bin ja sonst kein Kostverächter, was man leider auch nicht nur auf meinen Hüften sehen kann. Und auch in dieser Hinsicht tut mir Fasten enorm gut. Die Pfunde purzeln rasant. Mein Kühlschrank weist eine unbekannte Leere auf. Da liegen jetzt nur Bündel von Suppengrün und Feldsalat drin. Denn ich mache mir jeden Morgen einen grünen Smoothie, der vorwiegend aus Salat oder frischem Blattspinat und einem bisschen Obst, wie einem halben Apfel, besteht. Und ich koche mir Gemüsesaft selbst. Einfach aus allerlei Gemüse wie Sellerie, Möhren, Kartoffeln, einer Zwiebel, Rote Bete und klassischem Wurzelgemüse. Zerkleinern und unter Zugabe möglichst vieler Gewürze und Kräuter schön lange kochen, Kochwasser als Fasten-Getränk abgießen und (leider) das gekochte Gemüse entsorgen. Was mir schon bisschen schwer fällt.

Ich möchte zukünftig einige Änderungen in meine Ernährung einbauen, wenn ich wieder zu essen anfange. Was zum Beispiel den Fleischkonsum angeht. Ich beschäftige mich gerade intensiv mit vegetarischer oder sogar veganer Ernährung. Das klingt alles noch sehr nach Zukunftsmusik und sehr exotisch in meinen Ohren. Aber der eigentliche Hintergrund für dieses Vorhaben ist, dass mir die fleischlose Ernährung sehr gut bekommt. Ich habe es ja immer gewusst, aber fleischliches Eiweiß ist tatsächlich entzündungsfördernd, wenn man mit Gelenkschmerzen Malessen hat. Lasse ich es weg – schwupp gehts mir viel viel besser und ich fühle mich wie ein junges Reh. Dieses Gefühl möchte ich gerne behalten. Also muss ich was dafür tun und auf Lebensmittel verzichten, die mir nachweislich nicht gut tun. Ist einfach so. Auch wenn ich noch so gerne mal ein richtig schönes Steak essen. Aber alle 7 Pfingsten kann ich das später sicher auch noch. Wenn ich es dann überhaupt noch mag. Das wird sich zeigen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Dies & Das, Erlebtes, Gedanken abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu Eingefahrene Wege verlassen

  1. freiedenkerin schreibt:

    Ich guck auch immer weniger in die Glotze. Dafür höre ich zunehmend Radio. 😉
    Es beschwingt immer Körper, Geist und Seele, wenn man eingefahrene Pfade verlässt und neue einschlägt. 😉 Ich wünsche dir viel Gutes auf deinen neuen Wegen.

  2. chinomso schreibt:

    Ja, das TV schlaucht mich. Radio höre ich im Auto viel. Oder Hörbücher. Die liebe ich gerade auf weiten Strecken sehr. Da kann man die Geschichten schön zusammenhängend hören und die Landschaft rollt an einem vorbei. Höre ich die Geschichten später ein zweites Mal, dann „sehe“ ich die Ostsee oder jedenfalls die Landschaft, wo ich beim ersten Mal was. Klasse !!!

    Danke für deine wegbegleitenden Wünsche. Ich werde berichten.

  3. Pia Maria Schüffelgen schreibt:

    Danke für den wunderbaren Impulsbeitrag. Weiterhin viel Erfolg beim Fasten…..beim Gewohnte Pfade verlassen. Meine Gedanken begleiten dich 🙂

  4. Ruthie schreibt:

    Musst du meinen Beitrag erst freischalten, weil das doofe System spinnt?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s