Es gibt für alles eine Steigerung

Somit auch für die Begeisterung, die man am Jahresende und an der Schwelle zum Neuen Jahr empfindet. Begeisterung für das, was war und Vorfreude aus das, was kommen mag.

So viele Jahre habe ich Silvester auf immer wieder ähnliche Weise verbracht. Mit der Familie, schönem gemeinsamen Essen, den einen oder anderen guten Schluck getrunken, Spiele gespielt, Musik gehört und Musikclips im Fernsehen dazu gesehen. Viel geplaudert und gelacht und auch schon mal getanzt. Immer wieder auf die Uhr geschaut. Gegen Mitternacht dann die Gläser bereit gestellt, den gekühlten Sekt aus dem Kühlschrank geholt, geöffnet, eingegossen, pling pling –ALLES GUTE zum Neuen Jahr – drücken, knutschen- Jubel Trubel Heiterkeit….. noch eine Weile den anderen Leuten zuschauen, wie sie mit lautem Getöse ihr mühsam verdientes Geld abfackeln. Ab ins Bett.

The same procedure as every year…… bis Silvester 2017 kam

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Da war alles anders. Victory in Berlin – eine Großveranstaltung mit ca. 500 Leuten. Und ich kannte keinen davon. Jedenfalls nicht von Angesicht zu Angesicht. Ein paar nur durch virtuellen Kontakt. Am Nachmittag gab es Workshops und es bildeten sich kleine Arbeitsgruppen. So knüpfte ich erste Kontakte. Und ich stellte schnell fest; wäre ich mit Freundinnen oder Bekannten angereist hätte ich wahrscheinlich mit denen gesprochen und mich über die Inhalte der Workshops und die Location und das Essen etc. ausgetauscht. So waren es Fremde, die bald keine mehr waren. Sehr erfrischend und überraschend leicht.

Nach einer kleinen Pause am frühen Abend begann die Silvesterparty. Tolle Musik, leckeres Buffet. Immer wieder neue Kontakte, nette Unterhaltungen mit allen möglichen Menschen dort. Und wenn es nur in der Warteschlange am Buffet war. Ich hatte auch die Gelegenheit mit den Veranstaltern, Andrea & Veit Lindau, ein paar Worte zu wechseln, was mich ganz besonders gefreut hat. Denn sie sind beinahe immer von Menschen umzingelt und da ist nicht gut Rankommen.

23:15 Uhr ging die Musik aus. Ein ungewöhnlicher Cut in der Partystimmung, der aber so gewollt war. Es begann dann die Trommelperformance der Gruppe Wadokyo  Diesmal mit einer schamanischen Trommelsession. Wir wurden eingeladen alle von den Sitzplätzen aufzustehen, Gläser weg zu stellen und möglichst zu schweigen. Alles kann – nichts muss. Wer wollte, konnte die Augen schließen und so besser die Vibrationen der doch recht kraftvollen Trommeln über den Boden aufnehmen und genießen. Man kann sich so in einen tranceähnlichen Zustand bringen und die Trommeln sehr intensiv genießen. Das hat bei mir geklappt. Diese Trommelsession dauerte bis kurz vor Mitternacht. In den letzten 20 Sekunden konnte man seinen jeweiligen Nachbarn zu Linken und Rechten an die Hand nehmen…. wenn einem danach war. Und so ganz geschmeidig ins Neue Jahr 2018 gleiten.

Das Alles hat mich so dermaßen berührt, dass bei mir um 00:00 Uhr die Tränen in kleinen Sturzbächen flossen. Ich könnte sie nicht abwischen, hatte ja beide Hände in denen eines anderes Menschen. Es gab also weder Zeit noch Gelegenheit sich mit Sekt zu versorgen oder sonstige Silvesterrituale zu zelebrieren. ABER es war ganz wunderschön. Sehr berührt fühlte ich mich wohl und aufgehoben mit diesen vielen Leuten. Selbst jetzt, vier Wochen später, schwingt es noch in mir nach.

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Eine Antwort zu Es gibt für alles eine Steigerung

  1. martinacarmenluise schreibt:

    Das klingt ja spannend! Frohes Neues wünsche ich nachträglich 😊

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