Männer (12) – der tasmanische Teufel

Pleiten, Pech & Pannen. So könnte man es umschreiben. Ich möchte mal paar prägnante Fallbeispiele bringen. Die haben sicher auch für euch noch einen gewissen Unterhaltungswert. Und ich kann inzwischen auch darüber schmunzeln. Das war aber im akuten Fall des Erlebens manchmal nicht so lustig. Glaubt mir.

Es geht mal wieder, immer noch und gerade besonders um das Thema Online Dating. Erst vor wenigen Tagen habe ich darüber in dem Blog einer jungen Frau gelesen, bei Loves’s labours lost  (was soviel heisst wie „vergebliche Liebesmüh“). Und es freut und beruhigt mich, dass es anderen Frauen auch so geht wie mir. Ich fühle mich weniger als Exotin, wenn ich lese, dass andere ähnlich schräge Erfahrungen machen. Und geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid. Erstaunlicherweise sind deutlich jüngere Frauen genauso wie ich genervt von dem Verhalten der meisten Männer im Online Dating. Es hagelt Enttäuschungen. Entweder schon in der Anbahnung oder dann beim ersten Date.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass sich auf diesen Portalen auch ne Menge Frauen tummeln, die alles andere als ernst zu nehmen sind. Mal ganz abgesehen von den „Damen“, die die Männer 1-2-3 auf andere Seiten lotsen wollen, wo der Spaß dann ordentlich Geld kostet. Selbst nur das Zuschauen oder chatten. Aber das ist ja nicht neu. Das jedenfalls berichten mir einige der Männer, mit denen ich ins Gespräch kam.

Hier mal paar Zitate aus den Profilen. Wer ohne Fehler ist, werfe den ersten Stein…. aber ich reagiere mehr und mehr allergisch, wenn ein Mann keinen geraden Satz schreiben kann. Fluchtreflex.

„…..denn auch in einer älteren Scheune brennt noch Licht.“           oh, wie romantisch 

„….schauen wir mal wer jetzt noch muht hat sich bei mir zu melden!“        auf der Weide?

„…..ich heiße Klaus bin für alles schon im leben offen…“      was soll das erst später werden, nach dem Leben?

 „..Haare und Zähne vorhanden.“        Wie auf dem Pferdemarkt!! Gebiss prüfe ich immer. Daran erkennt man den guten Gaul.

„…Wonach ich ausschaue halte, nach Dir, so wie Du Bist, du selbst ohne „Theater“, nach der FRAU, die meine Partnerin, Freundin und Geliebte sein sollte, auf Augenhöhe (hat mir Körpergröße nichts zu tue!!)…“         kein Freund der schönen Künste. Augenhöhe erklären? Aua!!!

„…Bin wie ich bin und nicht zum verbiegen , anpassen ja , lebe mein Traum wie der Partner auch wollen ja alle Glück und Zufriedenheit “          ohne Punkt und Komma

So…. das war z.B. der Mann, der sich „Tasmanischer Teufel“ nannte. Vom Foto her ein rotblonder Hüne. Über 1,90m groß und ein ganz passables Lächeln. Wohnhaft in meinem Kreis, was von Vorteil ist, da es dann keine weiten Strecken zu überwinden gibt. Praktisch für ein oder mehrere Treffen, auch mal spontan. Dachte ich so. Wir unterhielten uns sehr angeregt und es war eigentlich recht witzig mit ihm. Deshalb  suchten wir uns einen Sonntagnachmittag für ein erstes Date aus und trafen uns auf der Hälfte. Als Treffpunkt schlug er den Parkplatz des Stadttheaters in der Kreisstadt vor. Sonntagnachmittag ist da garantiert tote Hose, dachte ich mir. Und deshalb lehnte ich das ab. Auf meinen Vorschlag, sich in einem netten Café wollte er nicht eingehen. Warum auch immer. Deshalb wurde es dann ein viel belebter Parkplatz eines Einkaufscenters, wo auch sonntags was los ist wegen Spielothek und Imbissbuden. 17 Uhr stieg er in mein Auto. Er konnte mir weder die Hand geben zur Begrüßung noch mir mal in die Augen schauen. Er saß völlig verkrampft auf dem Beifahrersitz und schaute nach vorne auf den Parkplatz. Vorbei war es mit einer lockeren Plauderei. Er redetet wie ein Wasserfall, lauter Worthülsen, leeres sinnloses Zeug. Monologe ohne nennenswerten Gehalt. Keine Fragen an mich oder auch nur ein Satz, auf den ich etwas hätte entgegnen können. Ich betrachtete ihn von der Seite und amüsierte mich. Er trug eine Jeans älteren Baujahres mit Bügelfalte. Der ganze Mann war so erotisch wie ein Tischbein.

Irgendwann versiegte die munter sprudelnde Quelle. Sein Vorrat an Worten war aufgebraucht. Er schwieg. Und ich war ja eh noch nicht zu Wort gekommen. Und wusste auch gar nicht, was ich auf seinen Vortrag erwidern sollte. So schwiegen wir eine Weile. Ich schaute auch nach vorne aus dem Auto und kringelte mich innerlich vor Lachen. Am liebsten hätte ich los geprustet. Doch ich konnte gerade noch an mir halten. Irgendwann sagte ich dann: „Ja, also ich denke wir können das dann mal an der Stelle beenden. Ich wünsche dir Alles Gute.“ Er sagte kleinlaut: „Okay.“ Und stieg ohne Verabschiedung aus meinem Auto aus, ging zu seinem Kombi und fuhr davon.

Der Kracher war aber… nach einer Stunde oder so meldete er sich online wieder und meinte: „War schön. Oder? Lass uns mal wieder treffen. Dann wenigstens bisschen Rumrutschen.“ Da musste ich einfach mal Klartext reden. Das ging nicht anders. Er hatte offensichtlich eine sehr schräge Wahrnehmung.

Wochen später meldete er sich nochmal und meinte: „Wenn du noch keinen festen Partner gefunden hast, dann lass uns doch wieder treffen. War doch lustig.“

**kreisch-schrei-Haare rauf** aber auch **kicher-lach-kopfschüttelnd-Staunen***

 

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5 Antworten zu Männer (12) – der tasmanische Teufel

  1. sweetkoffie schreibt:

    Nicht zu fassen. Was mag nur in der tansanischen Teufelsbirne vor sich gehen?
    Danke für den Tischbeinvergleich😂heute Abend werde ich meine Tischbeine auf den erotischen Gehalt überprüfen😂😂😂

  2. Ich kann ja nicht mehr 😂 „denn auch in einer älteren Scheune brennt noch Licht“?! „So erotisch wie ein Tischbein“ 😄😄😄 genial! Wirklich witzig, wie unterschiedlich Wahrnehmungen zu sein scheinen!
    Und geteiltes „Männer-Pannen/Dating/Liebesleid“ ist wirklich halbes Leid, vor allem wenn man so lustig darüber berichtet. Danke für die Aufheiterung und ganz liebe Grüße! ☺❤

  3. Seelenstreusel schreibt:

    Dein Beitrag hat mich eben herzhaft zum Lachen gebracht. Danke dafür! ❤
    Es ist schon irgendwie angsteinflößend, was in der Online-Dating-Welt so los ist bzw. was man da dann erleben kann/darf/muss. Aber man/frau hat danach definitiv etwas zu erzählen. 😀

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