Post von der Stadtverwaltung

Das sind immer so Momente, wo ich den Atem anhalte. Was kommt jetzt?

Ein dicker Brief von der Stadt, gerichtet an meinen Ex und mich. Graues Recyclingpapier, etliche Seiten. Ich habe ihn erstmal einen Tag liegen lassen. Hatte keine Lust auf schlechte Nachrichten. Aber irgendwann muss man dann ran an „den Feind“.
Nützt ja nix.

Und ab da begann bei mir das große Lachen…….

„Einladung zu den Veranstaltungen der Seniorengruppe „ab 60“
der Gemeinde für das 1. Halbjahr des Jahres 2020″

Ich lache nicht darüber, dass es sowas gibt. Nein das ist schon gut. Aber ich lache über das Wie und die Aufmachung. Da wird von der Politik in Deutschland das Renteneintrittsalter hoch und höher geschraubt, die meisten sind mit 60+ noch lange Zeit voll im Berufsleben. Und dann werden Leute Ü60 angeschrieben wie zu Großmutters Zeiten. Die tun so, als wenn Leute Ü60 keine Ahnung vom Internet hätten. Dabei hat die Stadtverwaltung eine ganz passable Homepage und dort gibt es einen Veranstaltungskalender für alle Arten von Angeboten, die die Stadt unterbreitet. Da kann jeder sich informieren und erfährt auch, wann man sich wie und wo anmeldet.

Die Krönung: Ein Angebot ist eine Senioren-Reise in ein 35 km entferntes Örtchen in eine Cafe, wo es dann außer Kaffee & Kuchen und bestenfalls netten Gesprächen mit dem Tischnachbarn was gibt? Nix.  Dem Brief liegt für diese Veranstaltung ein Busfahrplan bei wie bei Butterfahrten, wo Haltestelle für Haltestelle aufgeführt ist und man erfährt, dass 14:34 Uhr am Bahnhof angehalten wird, 14:36 Uhr am Baumarkt, 14:38 Uhr am Aldi, 14:40 Uhr an der Bundesstrasse/ Ecke Bahnhofstrasse usw.

Ich komme mir wirklich verascht vor. Und je länger ich darüber nachdenke umso sicherer bin ich, dass ich mich mit meinen Gedanken zu diesem Thema mal an die Stadtverwaltung wenden muss. Das Gute ist, ich schätze die so ein, dass mein Anliegen dort nicht auf taube Ohren stößt.

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8 Antworten zu Post von der Stadtverwaltung

  1. freiedenkerin schreibt:

    Wie du so treffend sagst, das Renteneintrittsalter wird zunehmend höher angesetzt, und dann spricht man Sechzigjährige als SeniorenInnen an. Das ist schon irgendwie pervers…

    • chinomso schreibt:

      Ich habe auch nicht schlecht gestaunt. Und mich ehrlich gesagt nicht angesprochen gefühlt. Meine Mutter ist jetzt 80. Selbst sie kann mit einem PC umgehen und kommt sehr gut mit ihrem Handy klar. In welcher Welt bzw. welcher Zeit leben denn diese Leute hinter ihren Schreibtischen in der Stadtverwaltung??

  2. Ruthie schreibt:

    Oder dir geht es so, wie mir mit meinem an die Gemeinde gerichteten Anliegen: Der Briefkasten der Gemeinde ist zu niedrig für große Umschläge. Die ragen fast oben heraus. Die Klappe geht ganz aufzumachen. Vor der letzten Wahl waren haufenweise Briefwahlumschläge darin, die ich oder jemand anderer einfach hätte mitnehmen können. Und andere Post. Meine E-Mail an den Bürgermeister und seine Sekretärin blieben unbeantwortet und ungehört. (Auf meine Nachfrage wurde mir aber bestätigt, dass die Mail angekommen ist…)

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