Über den Pflegezustand von Männern

Aus meinem Alltag gegriffen…..
Ich habe es täglich mehr mit Männern als mit Frauen zu tun. Das liegt in der Natur meines Berufs. Autohändlerin mit einer Werkstatt und dem TÜV nebenan. Das ist eine Männerdomäne. Weitestgehend jedenfalls.

Ob es nun um die Anschaffung eines neue Gefährts geht oder um die Pflege und Instandhaltung der alten Gurke. Das ist meistens Männersache. Da treten Frauen eher selten in Erscheinung, höchstens zum Bringen und Abholen des Autos werden sie gebraucht. Na gut, bei Neuanschaffung sind Paare schon wirklich oft komplett anwesend. Und – der Knüller – die Frau hat meistens das letzte Wort, wenn es um die Farbe und die Ausstattung geht. Der Mann darf Wünsche äußern hinsichtlich der Motorisierung. Aber ob die letztendlich berücksichtigt werden, das entscheidet sich von Fall zu Fall anders.

Aber ich schweife ab. Da nicht alle Nas‘ lang ein neues Auto gekauft wird, sind die Männer, die ich hier zu sehen bekomme, meist welche, die für ihr fahrbares Baby Reparaturen oder TÜV brauchen. Oder beides.

Eben lief hier wieder einer über den Hof, wo ich meine linke Hand verwetten würde, dass der Single ist. Und zwar schon länger. Vermutlich auch noch ein exzessiver Schrauber, der seine halbe Lebenszeit unter einem Auto liegend verbracht hat. Sein Aussehen wie folgt: Langer weisser Rauschebart, Model „wie Gott ihn wachsen lässt“, also Wildwuchs, naturbelassen. Augenbrauen wie Theo W..gel  (der Politiker), mittig zusammen gewachsen. Das graue Haupthaar spärlich aber lang. Hinten werden die dünnen Fädchen von einem Zopfgummi zusammen gehalten. Das Haar am Oberkopf strähnig, fettig, ekelig. Ich mag nicht drüber nachdenken, wie die Haare wohl riechen mögen. Kariertes Holzfällerhemd, dem die Farbe und somit Karos schon verloren gingen durch zu viele Waschgänge. Hemd offen flatternd und ein grauen T-Shirt zeigend, was den gewaltigen Bauch fest umspannt. Dazu eine blaue Arbeitshose und schwarze Sicherheitsschuhe. Das freundliche Lächeln – immerhin – lässt ein gelbes lückenhaftes Gebiss erkennen.

Warum ist das so? Warum lassen Single Männer mit zunehmendem Alter so dermaßen nach, wenn es um ihr Aussehen geht? Braucht es denn immer eine Frau an ihrer Seite, dass sie einigermaßen gepflegt durchs Leben gehen?

Letztens gab es ein Klassentreffen meines Abi Jahrgangs. Ich selber war verhindert (… und auch wenig motiviert wegen der Entfernung), aber mir wurde  im Anschluss ein Gruppenfoto der „alten Kameraden“ zugespielt. Oh Graus, oh Graus….. jedoch nur, was den Anblick der Männer angeht. Die grauen Gesichter (3-Tage Bart ist ab einem gewissen Alter einfach ein no go!) passten exakt zu den grau-braun-schwarzen Klamotten. Kein einziger männlicher Farbtupfer. Nicht einer. Kein Lichtblick, der Hoffnung machen würde. Doch auf weiblicher Seite gab es strahlende Gesichter, gepflegte Frisuren, hübsche farbenfrohe Kleidung…. Mäntel und Jacken in diversen Rottönen, hübsche Kleider, schicke Schuhe und Handtaschen. Frauen, die durchweg jünger aussahen, als ihr wahres Alter vermuten lassen würde.

Was ist das?
Männliche Resignation Ü55?
Kennt ihr das auch?
Woran liegt das?

(Klar, ich weiss, Ausnahmen bestätigen die Regel)

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5 Antworten zu Über den Pflegezustand von Männern

  1. freiedenkerin schreibt:

    Frauen wird – so meine Meinung – halt quasi von Geburt an indoktriniert, dass sie sich hübsch und gepflegt zu präsentieren haben. Auch bemerkenswert: Frauen, denen es schlecht geht, achten besonders penibel auf ihr Äußeres. Ich habe einmal pro Woche mit der Münchner Tafel zu tun, und da sehe ich sehr wohl Männer, die dem von dir geschilderten ziemlich ähnlich sind, die Frauen aber, egal welchen Alters und welcher Herkunft, kommen stets fast ausnahmslos wie aus dem Ei gepellt.

    • chinomso schreibt:

      Die Frauen möchten einfach nicht, dass man von ihrem Aussehen auf ihre Armut schließt. Kann ich sehr gut verstehen.

      Sich so gehen zu lassen hat oft damit zu tun, sich auch völlig aufgegeben zu haben.

      • chinomso schreibt:

        Ne Freundin machte zu dem Thema noch eine interessante Feststellung.
        Wenn ein Mann sich so ungepflegt zeigt, dann wird er mitunter als „einsamer Wolf“ bezeichnet. Hält es eine Frau mit ihrer Pflege auch so leger, dann sieht man sie allgemein als verwahrlost und schlampig an.

        Zweierlei Maß. Leider.

  2. Seelenstreusel schreibt:

    Ich habe das auch schon beobachtet und finde das schade, dass sich manche Männer entweder ab einem gewissen Alter oder aber, sobald „das Nest gebaut und sie von einer Frau umsorgt werden/sind“ gehen lassen. 😦
    Liebe Grüße
    Karina

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