Auf Canaren Kreuzfahrt °°2008°°


(Bildquelle für die Reiseroute ist AIDA Cruises)

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Die erste Schiffsreise ist die spannendste, aber auch die, wovor man ein wenig Bammel hat. Man stellt sich Fragen wie:

Wird es mir gut gehen?

Werde ich mit grüner Gesichtsfarbe würgend über der Reeling hängen?

Kommt es bei so vielen Menschen auf einem Schiff nicht ständig zu Gedränge in  Restaurants und anderen öffentlichen Bereichen?

Kann das Niveau des Essens eigentlich besser als Kantine sein, wenn so viele Leute satt werden wollen?

Wird das denn nicht hektisch? Jeden Tag ne andere Insel?

Kommt da nicht die Erholung zu kurz?

Machen auf so einem Schiff nicht vorwiegend ältere Herrschaften Urlaub?

Wie soll mir das denn Spaß machen?

Aber wenn man es nie versucht und immer auf die Warnungen der ewig Misstrauischen hört, dann wird man nicht erfahren wie das ist:

Eine Reise mit der AIDA bella

Und so habe ich es getan. Ende November 08 ging ich mit einer Freundin auf Gran Canaria an Bord der AIDA bella um in einer Woche die Kanaren zu bereisen. Aber nun besser mal hübsch von Anfang an……

Samstag, der 29.11.2008

Seit 4 Uhr schlafe ich unruhig und bin immer wieder wach. Dabei muss ich nicht vor 06:30 Uhr aufstehen. Aber 06:15 Uhr springe ich auf. Kaffee und zwei Brötchen bringen mich in Schwung. Pascal ruft mich an und wünscht mir gute Reise. Irgendwie bin ich unruhig und habe die Horrorvorstellung, dass mein Auto nicht anspringen könnte. Keine Ahnung wieso mir solche Sache durch den Kopf springen. Vielleicht ist es die Tatsache, dass ich diesmal niemanden habe, der mich zum Flieger bringen kann. Und ich habe Sorge, ich könnte zu spät kommen.

Letztlich geht aber alles gut. Ich sitze wie geplant pünktlich um 07:15 Uhr im Auto und düse auf völlig verkehrs- und staufreien Straßen nach Darmstadt. Dort stelle ich den mein Auto ins Parkhaus und rufe mir ein Taxi, was mich zum Bahnhof bringen soll, von wo der Airliner zum Flughafen in Frankfurt startet.

Ich bin also schön früh in Frankfurt und kann ganz entspannt abwarten, bis mein Flug nach Gran Canaria auf dem großen Bord angezeigt wird. Am Check-In im Terminal 2 wimmelt es nur so von AIDA Passagieren. Die erkenne ich an den entsprechenden Kofferanhängern. Die anderen wissen aber nicht, dass auch ich potentieller Passagier bin, da mein Flug selbstgebucht ist. Es sind Ehepaare um die 60, wenige Leute in meinem Alter oder jünger.

Der Flug verläuft unspektakulär. Neben mir sitzt ein Ehepaar aus dem Rheinland. Wir kommen ins Gespräch und ich erfahre, dass auch sie auf Jungfernfahrt gehen, also erstmals ne Schiffsreise machen. Der Mann wurde wohl zu seinem Glück gezwungen. Er sagt mir augenzwinkernd aber im leidenden Tonfall, dass ihm ja schon auf der Rheinfähre schlecht würde und er sein persönliches Unglück garnicht fassen könne. Wie konnte er sich nur darauf einlassen? Seine Frau und ich lachten uns über ihn kaputt.

Gegen 15 Uhr Ortzeit (das ist 16 Uhr deutscher Zeit) landet die Maschine sanft auf Gran Canaria. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit bis der schicke schwarze Koffer, den ich mir extra für diese Reise neu gekauft habe, auf dem Band auf mich zu schwebt. Vorher habe ich bereits Ulrike per Handy angefunkt und ihr mitgeteilt, dass ich da bin. So lange schon haben wir uns auf diesen Tag gefreut und ihn herbei gesehnt. Endlich ist er da. —-> Der Urlaubsbeginn.

Wir gehen gemeinsam zum Abhol-Desk des Reiseveranstalters AIDA Cruises und lassen uns ein Busticket geben. Bus 13 wird uns zum Hafen bringen, wo die AIDAbella liegt. Ulrike muss jedoch vorher noch eine Hürde nehmen. Vor dem Einsteigen fragt sie der freundliche spanische Busfahrer, ob sie verheiratet sei. Na, das geht ja gut los. Er freut sich scheinbar über jeden jüngeren Fahrgast, denn im Bus wie auch schon im Flugzeug sitzen vorwiegend ältere Herrschaften. Manche sogar mit Rollstuhl oder Gehwagen. Also Hut ab vor solchen unternehmungslustigen Senioren. Es gehörte einiger Mut dazu, so eine Reise zu unternehmen, wenn man körperlich eingeschränkt ist.

 Und dann liegt sie vor uns – die AIDAbella

 

Bisher nur auf Fotos gesehen, hatte ich mir das Schiff nicht so groß vorgestellt.

Wie ich in einem Bericht der Meyerwerft in Papenburg gelesen habe, werden 400 Liter rote Farbe für diesen Kussmund benötigt. Hier noch ein paar andere wichtige(re) Daten. Die AIDA bella ist 252 m lang und 32 m breit und wird von starken Motoren mit insgesamt 34.000 PS angetrieben. In 1025 Kabinen auf 13 Decks haben bis zu 2050 Passagiere Platz. Es sind ca. 650 Besatzungsmitglieder auf dem Schiff beschäftigt. Zur Unterhaltung und Verköstigung der Passagiere bietet das Schiff  7 Restaurants, 9 Bars und ein Theater. Wir werden in den folgenden Tagen feststellen, dasss der Service sehr gut ist und es uns wirklich an nichts fehlt.

Aber zunächst heißt es erstmal: Einchecken. In einem eigens dafür eingerichteten Büro mit allerlei technischem Schnickschnack, bekommen wir eine sogenannte Gästekarte im Scheckkartenformat mit unseren Namen und den Reisedaten, werden fotografiert (was ich immer besonders liebe, wenn es ohne Vorwarnung und mit zauseligen Haaren passiert). Unserer Kreditkarten werden gescannt. Dies geschieht, falls wir während des Aufenthalts auf dem Schiff Getränke an einer Bar bestellen und andere Serviceleistungen in Anspruch nehmen wollen, die zahlungspflichtig sind (Massagen, Extragetränke in der Kabine, Bezahlung von Ausflügen oder ähnliches). Das wird dann vom Konto abgebucht. Wer das nicht möchte, kann seine Rechnung auch an Bord vor Abreise in cash bezahlen. Aber Ulrike und ich wählen die elegante erste Variante.

Um das Gepäck müssen wir uns nicht mehr kümmern, das wird uns vom Personal in die Kabine gebracht. Das heisst für uns, wir schlendern leichten Fußes über die Gangway rauf auf den Kahn. Drinnen wird unsere neue Gästekarte gescannt und der Sicherheitsbeamte sieht unser Bild – das zauselige von nun an immer – auf dem Bildschirm seines PCs. Könnt ja jeder kommen und so einen schöne Reise antreten wollen. Wo kämen wir denn da hin??

Überall wimmelt es von Servicepersonal. Alle sind ausgesprochen freundlich und jederzeit hilfsbereit. Man muss nur einen fragenden Blick aufsetzen und schon wird sich erkundigt, ob alles in Ordnung sei oder ob man Hilfe benötige.

Wir gelangen innerhalb weniger Minuten in unsere Kabine 7126, die mittschiffs auf dem 7. Oberdeck gelegen ist. Wir haben uns für diese besondere Freundinnen-Reise eine Außenkabine mit Balkon gegönnt. Die soll unser temporäres Zuhause für diese Woche bis  Nikolaus sein. Von der ersten Minute an, sind wir begeistert von der praktischen und geschmackvollen Einrichtung in sonnigem Gelb. Wir fühlen uns gleich wohl.

 Die Kabine liegt genau oberhalb der gelben Rettungsboote.

Wir dachten, wenn wir ne Kabine wählen, die eher mittig liegt, dann hätten wir bei der Größe dieses Schiffes keine Probleme mit dem Seegang. Aber das klappte, wie sich in den folgenden Tagen heraus stellte, leider nicht immer.

Der Atlantik ist eben einfach kein Dorfteich.

Hier ein Foto unserer Kabine im unberührten Zustand, bevor wir Mädels mit der Belagerung = Verwüstung begannen.

Und hier der Blick vom Balkon in die Kabine.

Und hier schließlich das Sahnestückchen, der Balkon. Im Hintergrund der Hafen von Las Palmas auf Gran Canaria.

 

Wir schauen uns also erstmal in Ruhe die Kabine an. Es gibt sagenhaft viel Stauraum im Bad und in den Wandschränken. Soviel, dass es ausreichend für die Kosmetikgalerie und die Klamottenvielfalt von zwei Frauen ist. Das hatten wir nicht erwartet und freuen uns umso mehr.

Bis die Koffer gebracht werden setzen wir uns raus auf den Balkon und genießen den Ausblick, auch wenn das Wetter an diesem Nachmittag ein wenig trübe ist. Aber die Luft ist lau. Ganz anders als im kalten Deutschland Ende November. Das ist ja schon mal was.

Da das mit dem Gepäck noch etwas zu dauern scheint – bei so vielen Passagieren kann die Zustellung natürlich nicht innerhalb weniger Minuten passieren – entschließen wir uns, einen Schiffs-Rundgang zu machen. Für uns als Kreuzfahrtneulinge gibt ja sehr viel zu entdecken. Erstmal treibt uns Hunger um, denn das Essen im Flugzeug war weder gut noch reichlich. Fürs Abendessen an Bord ist es noch zu früh, aber die Kaffeezeit ist auch vorbei. Doch auf diesem Schiff verhungert keiner. Soviel steht schon mal fest. Wir entdecken das Restaurant „Mares“, wo wir nach Belieben ein Stück Pizza, ein Schälchen Salat und/oder Pasta mit Soße abgreifen können. Unser Leben ist gerettet. Weiter geht der Rundgang.

Schnell mal ein paar Worte dazu, wie das mit dem Essen funktioniert. Auf dem Schiff gibt es wie gesagt insgesamt  7 Restaurants. Die 4 Selbstbedienungs-Restaurants sind mit ihrem gesamten Angebot an Speisen und Getränken im Reisepreis enthalten. Die drei anderen, eine Shushi-Bar, ein Steakhouse und ein Gourmetrestaurant, haben nur abends geöffnet und dort muss man zahlen. Wir waren während der gesamten Woche nicht ein einziges Mal da. Das war einfach nicht nötig, denn das Essen in den Restaurants „Bella Vista Restaurant – Deck 11″ // „Pizzeria Mares „- Deck 12//„Weite Welt Restaurant“ – Deck 10 und „Markt Restaurant „- Deck 9 war wirklich ausnahmslos so ausgesprochen lecker, dass ich nicht ein einziges Mal was erwischt habe, was mir nicht geschmeckt hätte. Und das galt für Frühstück, Mittagessen, Kaffeetrinken und Abendessen.

Mittags und abends gibt es immer Weiß- und Rotwein aus Literkaraffen zur freien Verfügung auf allen Tischen. Bier oder andere Getränke kann sich jeder nach Belieben selbst zapfen. Die Passagiere sitzen gerade nach dem Abendessen noch gemütlich zusammen bis die Restaurants schließen. Überall bekommt man bis 21 Uhr Essen und Getränke soviel man möchte. Dann schließen alle Restaurants auf dem Schiff. Wer mehr trinken möchte, kann an einer der 9 Bars an Bord weiter feiern, allerdings gegen Bezahlung. Finde ich ne gute Lösung. Und sind niemals angetrunkene oder gar volltrunkene Passagiere begegnet. Wobei ich einräumen muss, dass wir auch nie nach Mitternacht auf dem Schiff unterwegs waren. Brave Mädels wie wir sind, lagen wir dann immer schon in der Koje.

Viele, vorallem die ältere Herrschaften, schauen sich die Shows an, die allabendlich ab 21:30 Uhr auf der Bühne im Außenbereich oder im Theatrion beginnen. Das Programm kann man aber auch vom Bett aus per TV anschauen, denn es wird aufgenommen und per Aida TV gesendet. Es gibt 3 Bord-Web-Cams, über die man immer vom Bett sehen kann, ob noch irgendwo was los ist und falls ja, was. 

Nach diesen leckeren Snacks im Restaurant „Mares“ suchen wir uns eine Kaffeebar für einen Espresso. Doch damit nicht genug des Verwöhnprogramms. Wir nehmen an der Bar ein Glas Prosecco mit und verschwinden damit wieder in der Kabine. Dort stoßen wir erstmal auf eine schöne Reise an. Das muss einfach sein, finden wir. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Sonne scheint noch immer nicht. Aber wir lassen den Mut nicht sinken. Ist ja gerade mal der erste Tag von insgesamt 8.

Während wir unsere Koffer auspacken lässt Kapitän Dieter Wieprecht per Lautsprecheransage allen Passagieren einen Willkommensgruß zukommen. Er begrüßt uns in seiner etwas rauen, speziellen Art und wir denken zunächst: „Na, was ist das denn für Einer??“ Aber in den folgenden Tagen freuen wir uns mehr und mehr, wann immer unser Käpt’n ne Ansage macht. Wir lassen jeweils alles stehen und liegen und spitzen die Ohren, wenn es heißt: „Guten Morgen liebe Passagiere, hier spricht ihr Kapitän.“ Für seine kurzen Reden gibt es immer eine Lacher-Garantie. Er hat jedes Mal einen flotten Spruch drauf. So gab er uns einmal den Rat, wir sollten in der folgenden Nacht mal aufs Meer hinaus schauen. Und wenn wir dabei unsere Glubscher (Augen) richtig aufmachen würden, könnten wir mit etwas Glück in die roten Augen eines oder mehrere Wale schauen. Wir haben uns köstlich amüsiert, auch ohne in Walaugen zu schauen. Wahrscheinlich hatten die Wale ihre  Glubscher gerade in besagter Nacht geschlossen.

Bevor wir uns später für unser erstes Abendessen aufrüschen, sende ich per i-TV,  dem Internetanschluß im Fernseher der Kabine, eine Mail nach Nigeria. Jede Mail kostet 50 Cent, was ein stolzer Preis ist, aber mein Schatz muss wenigstens erfahren, dass wir sind gut an Bord gekommen sind und die Reise nun losgeht.

Gegen 19:45 Uhr begeben wir uns dann zum Essen ins Restaurant „Weite Welt“. Wir sind wohl recht spät, denn es ist schwierig noch zwei freie Plätze zu finden, von einem freien Tisch für uns zwei mal ganz zu schweigen. Das ist aber sogar von Vorteil, wie wir recht bald merken. Wir setzen uns diesmal an einen 6-er Tisch zu zwei Päärchen hinzu und unterhalten uns wirklich nett mit den Leuten. Die Herrschaften sind „alte Hasen“ auf der AIDA und so ist das Gespräch sehr informativ für uns. Wir erfahren viel über die Gepflogenheiten auf dem Schiff und erhalten Ratschläge, die für uns blutige Anfänger wirklich nützlich sind. Sie erzählen uns, dass man bei jeder Mahlzeit das Restaurant sowie den Platz frei aussuchen kann, wenn man das möchte. Es gibt keine festen Plätze und man ist nicht auf ein bestimmtes Restaurant festgelegt. Wir hatten vermutet, dass z.b. Deck 7 in einem Restaurant ißt, und Deck 5 in einem anderen. Im Laufe der Reise beobachten wir aber, dass gerade die älteren Herrschaften immer und verlässlich wie ein Uhrwerk zu Beginn der Essenszeiten in ihr Lieblingsrestaurant eilen, damit sie ja blos den von ihnen bevorzugten Tisch und immer dieselben Tischnachbarn bekommen.

Uns jedoch gefällt das Wechselspiel der verschiedenen Restaurants und immer neuer Tischnachbarn sehr gut. Wir lernen auf diese Weise unglaublich viele Leute kennen. Schließlich bietet sich uns hier auf dem Schiff nicht nur eine enorm großes Angebot an Gerichten, sondern auch an Gesichtern und Menschentypen. So findet man uns bei jeder Mahlzeit in einem anderen Restaurant. Manchmal treiben wir es noch bunter. Wir laufen bereits vor der Suche nach zwei freien Plätzen erst mal von Restaurant zu Restaurant und schauen uns alle Buffets an. Dann entschieiden wir uns, wo wir essen wollen und erst dann wählen wir einen Platz. Die Leute, mit denen wir auf diese Weise zusammen treffen sind so unterschiedlich, wie es nur geht. Wir küssen viele Frösche und begegnen sehr stillen, richtig blöden, ganz netten, sehr dummen, auch ätzenden Leuten und schließlich einem entzückenden Rentner-Ehepaar aus Sachsen. Die Beiden schließen wir im Laufe der Woche richtig ins Herz. Wir lernen sie am Sonntagabend per Zufall kennen, unterhalten uns gleich sehr angeregt miteinander und können uns auch nach dem Essen garnicht losreißen. Bei 1-2-3 Gläsern Wein haben wir viel Spaß zusammen.

Während des Essens an diesem Abend spüre ich plötzlich sehr deutlich ein fast schon besorgniserregende Schwindelgefühl, was ich erstmal garnicht zuordnen kann. Dann folgt ein leichtes Vibrieren des Tischs und ich sehe, wie sich der Rotwein in meinem Glas an der Oberfläche minimal kräuselt. Spätestens da verstehe ich: Das Schiff hat abgelegt, wir sind unterwegs Richtung Madeira.

Schiff ahoi. Leinen los.

Wir drehen am Ende dieses ersten aufregenden Tages noch mit der Kamera eine Runde auf den Oberdeck.

Sonntag, der 30.12.2008

Nach einer Nacht ohne nennenswerten Seegang, in der wir die frische, salzige Luft ausgiebig genießen konnten – Balkontür weit offen – erwachen wir gegen 07:30 Uhr. Augen auf und Blick aufs Meer, vom Bett aus. Das hatte ich noch nie.  Und dann noch ein erster Sonnenaufgang. Da ist man schnell mal sprachlos.

Dazu gibt es einen ersten selbstgebrauten Morgenkaffee auf dem Balkon. Gut eingehüllt in Morgenmantel und gelber Kuscheldecke, vor der steifen Morgenbrise geschützt, sitzen wir draußen mit einem Becher dampfendem, löslichem Kaffee in der Hand. Was für ein Luxus!!

Da das Schiff erst Sonntagmittag Madeira erreichen wird, sind wir an diesem Morgen also wirklich auf hoher See. Ausblick bis zum Horizont, nichts außer Sonne, Wellen, Wellen und nochmals Welen und ein azurblauer Himmel mit wenigen kleinen Wölkchen, die mehr so Deko sind. Kapitän Wieprecht meldet sich über Bordfunk und informiert uns über Wichtiges, wie +21°C Luft und +18°C Wasser. Außerdem lässt er uns wissen, dass an diesem Morgen Punkt 10 Uhr eine Seenot-Rettungsübung stattfindet, an der jeder Passagier gemäß internationalem Seerecht teilzunehmen hat. Keine Ausreden, das gehört zu einer Seefahrt dazu. Eine Seefahrt ist also nicht nur lustig, aber auch. Alle Passagiere legen dafür die Schwimmwesten an, die in den Kabinen im Schrank zu finden sind, jeder zieht festes Schuhwerk an – also keine Flipflops oder Highheels – und dann geht es zu einer sogenannten „Musterstation“, deren Nummer und wo man sie findet auf einem Plan in der Kabine beschrieben ist.

Schnell mal frühstücken und dann gehts auch schon auf 10 Uhr zu. Wir laufen mit den Massen mit und finden uns auf Musterstation B ein. Dort wird die Anwesenheit kontrolliert und einer flüstert uns übers Megaphon die Regeln im Katastrophenfall in die Ohren. Dann ist es auch das geschafft und wir schwärmen wieder in alle Richtungen aus. Ulrike und ich gönnen uns erstmal nen Espresso an einer Bar auf einem der Sonnendecks. Und dann??

Bereits am Samstagabend haben wir uns für das Wellness-Angebot auf der AIDA interessiert und uns entschieden, uns am Sonntag gleich mal als Einstimmung auf eine hoffentlich erholsame Woche, verwöhnen zu lassen. Und so haben wir uns für Sonntagmittag 12:30 Uhr zwei Termine gemacht. Ich habe mich für eine 80-minütige Hawaiianische Lomi Lomi Nui Massage angemeldet.

Was das ist? Wusste ich bis dahin auch nicht. Wer es genau wissen will, kann hier nachlesen: Was ist lomi??

Für Ulrike sollte es ein Ganzkörper-Mandel-Pealing und eine „Sonnenanbeter Massage“ sein. Wie das war, kann ich nicht sagen, aber wie meine Massage war, darüber könnte ich Bücher schreiben und in 100 Jahren noch schwärmen. In einem herrlich warmen Raum auf Deck 12 – s. das allererste Foto, geht bitte noch mal ganz nach oben. Oberhalb der sog. Brücke, wo der Kapitän Dienst tut, gibt es eine Fensterfront. Das ist der Massagebereich – wurde ich in fast völlig entkleidetem Zustand, nur mit einem schwarzen Einweg-Massage-Tanga-Slip verziert, auf eine vorgewärmte Massageliege gebeten. (Davon gibts kein Foto. Ist besser so) Die Masseurin rieb mich dann mit langsamen kreisenden Bewegungen systematisch von Kopf bis Fuß, vorn und hinten mit lauwarmen Aprikosenkernöl ein. Dazu ertönten leise, sanfte Klänge – Musik aus Hawai. Die Masseurin erklärte mir, dass sie während der Massage und parallel zur Musik dem Menschen den sie massiert gute Wünsche mit auf den Weg gibt. Sie macht das lautlos. Es ist ein Ritual, was auf alte hawaijanische Traditionen zurückgeht. Ich fand das wunderschön und unglaublich entspannend. Das sind Momente, wo man gerne die Zeit anhalten würde.

Anfangs hatte ich Bedenken, wie das für die Masseurin sein muss….ich meine, ihr wisst schon…..wenn man nicht so ganz zufrieden mit der eigenen Figur ist und überall einige Kilos zuviel hat…… Aber hier auf der Aida nahm mir die Masseurin ungefragt meine Bedenken. Sie hat mir von selbst erzählt, dass es für sie schöner sei, Menschen zu massieren, die O-Ton „nicht so knochig sind“ Denn das Massieren sehr schlanker Menschen macht ihr mehr Mühe und ist für sie anstrengender, als wenn sie solche gut gepolsterte Kandidaten wie mich unter die Finger bekommt. Entweder es ist wirklich wahr oder sie hat einfach ne gute Antenne für Menschen und meine Bedenken erahnt. Fakt ist, was sie sagte, hat sehr zu meiner Entspannung beigetragen und mich die Massage zu 100% genießen lassen. Schööööööööön wars, wenn auch nicht ganz billig.

Ulrike unterzieht sich im Gegensatz zu mir eher medizinisch wertvollen Massagen um Rückenproblemen entgegen zu wirken. Nach ca. 2 Stunden treffen wir uns wieder, höchst entspannt und ölig wie die Sardinen laufen wir in der Kabine ein.

Das Schiff ist mittlerweile im Hafen von Funchal eingelaufen und liegt an „Molhe da Pontinha – North Quay“ auf Madeira. Das konnten wir nicht beobachten, da wir gerade in Behandlung waren. Aber das ist ja nicht das letzte Mal, dass wir wo an- oder ablegen.

An diesem Tag aber wollen wir nicht von Bord gehen. Es ist Sonntag, alle Läden sind geschlossen und überhaupt. Viel zu faul nach diesem  Wellnessvergnügen.

Wir duschen uns das Öl ab, setzen uns in die Sonne auf den Balkon und trinken Cappuccino.

Ach ja. Da war ja noch was. Als wir zurück in die Kabine kamen, lag für mich eine Nachricht auf dem Bett. Man hatte beim Einchecken in meinem Koffer einen verbotenen Gegenstand entdeckt. Es hieß also, ich sei verpflichtet, diesen bis 18 Uhr bei der Security abzugeben, bekäme eine Quittung und den Gegenstand erst am Abreisetag gegen Vorlage der Quittung wieder zurück.

Es war mein kleines süßes knutschiges Reisebügeleisen. Ich hatte doch weiße Leinenhosen dabei und die kann man ungebügelt nicht anziehen. Das Bügeleisen war also verboten, genauso wie Wasserkocher, Elektroschocker, Schußwaffen, Drogen und all solche schlimm-schlimmen Dinge. Aber ich hatte vermutet, dass man die Klamotten zum Bügeln geben muss oder sich ein Bügeleisen gegen ne Leihgebühr ausleihen könne. Und da dachte ich…..probier ich es mal. Stell mich einfach doof. Kann ich ja gut.  😉

Und —–Achtung-Achtung—-ich muss da mal was melden. Ulrike hatte ihren Wasserkocher auch dabei. Und den haben sie nicht entdeckt, ätsch. Das habe ich aber nicht verpetzt, denn das war auch gut so, dass sie ihn mit hatte. Denn sonst hätten wir nicht so gemütlich morgens nen ersten Kaffee auf dem Balkon trinken können.

Wenn man so auf dem kabineneigenen Balkon sitzt, dann kann man wie im Radio so einiges hören. So zum Beispiel Frau Hömma – ausse Kabine nebenan. Die hatten wir als Kabinennachbarin zur Linken. Praktisch oder auch unpraktisch (ich weiß es nicht genau) war, dass man sich gegenseitig nicht sehen konnte. Es sei denn, man hätte sich weit über die Brüstung gelehnt. Aber wer macht das schon? ….z.B. der ca. 20 jährige Nachbarsbengel zur Rechten. Der war aber, wie wir bald feststellten, geistig behindert. Er grüßte anfangs freundlich, starrte dann aber immer mal wieder minutenlang ungeniert rüber, vor allem wenn wir morgens da im Nachthemd saßen. Er nutzte die Zeit, bis seine Mutter ihn zurück in die Kabine schob.

Ja, also zur Linken machte Frau Hömma mit ihrer Tochter Urlaub. Wir tauften sie so, denn wir stellten fest, dass sie mit diesem Wort jeden ihrer Sätze begann. Sie war – und ist sicher immer noch – ein guter Kunde eines Handyanbieters ihrer Wahl. Jeden Tag telefonierte sie mit ihren Lieben zu Hause. Wir erfuhren alles was sie oder die Welt bewegte. So zum Beispiel, dass Schalke mal wieder verloren hatte, hömma.

Und ihrem daheim gebliebenen Sohn „Diak Hömma“ gab sie Instruktionen wie er die Katze zu behandeln hatte und wie er es schaffen konnte, dass sie ihn nachts durchschlafen ließe. Der Omma Hömma in Deutschland erzählte sie jeden Abend, was sie und ihre Tochter den Tag über so gemacht hatten. Wir waren also immer auf dem Laufenden. Ich habe sie dann doch noch gesehen. Am allerletzten Abend, als sie beim Kofferpacken mal wieder ne Zigaretten- und Handy-Pause machte, steckte sie ihre Nase über die Brüstung in unsere Richtung und war sichtlich überrascht **huch-tach** mich da vorzufinden.

 Neeeee, also hömma. Is schon klar. Wenn man ne Kabine mit Balkon bucht, dann verbringt man die meiste Zeit drinnen.

Was mich gleich mal einen kleinen Wetterüberblick loswerden lässt. Dass das Wetter nicht durchgehend heiß und sonnig war, fand ich nicht weiter tragisch. Mir kommt es bei so einem Urlaub mittlerweile nicht mehr so sehr drauf an, knackig braun zu werden. Früher war mir das mal wichtig. Aber wir alle wissen, dass das gar nicht gesund ist. In meinem Alter sieht man bei zuviel Sonne recht bald aus wie ein alter Indianer. Wir hatten im Wochenschnitt ca. 50% Sonnenstunden, 45% bewölkten Himmel und 5% Regenschauer von jeweils wenigen Minuten. Da kann man sich nicht beklagen, finde ich.

An diesem Sonntagnachmittag schauen wir uns wieder ein wenig auf diesem riesigen Schiff um.
Noch ist uns vieles neu und unbekannt.

Wer nicht in der Kabine bleiben, aber dennoch fernsehen möchte, kann sich sozusagen öffentlich vor ner Glotze lang legen.

Andere Leute lassen sich auch ne frische Brise um die Nase wehen. Wie man sieht, waren Windjacken trotz Sonne unverzichtbar.

 

Hier der Außenbereich auf Deck 11 mit Bühne, zwei kleinen Planschbecken, Pools, Wirlpools und den Liegestuhlbereichen.

Wir sind während unseres Aufenthalts nicht sehr oft dort gewesen. Eigentlich nur am Anfang, als wir alles besichtigt haben. Ulrike und ich sind nicht so heiss auf Massenbetrieb. Wir haben uns auch keine der Shows angeschaut, denn so gut waren die nicht. Wir haben es einmal getestet. Es war eher seichte Unterhaltung. Aber wems gefällt? Es gab genügend ältere Herrschaften, die da wirkliche Fans geworden sind. Und so mussten die Künstler nicht umsonst rumhüpfen auf der Bühne.

Apropos ältere Herrschaften. Was die Altersstruktur angeht, kann ich sagen, es waren meiner Schätzung nach ca. 40% Rentner, 20% waren 50+ und der Rest lag dann zwischen 25 und 50. Junge Paare unter 30 waren sehr selten zu sehen. Familien noch seltener. Solche mit kleinen Kindern im Kinderwagen konnte man an 10 Fingern abzählen. Erstaunlich fand ich die große Anzahl von Leuten mit einer Körperbehinderung. Die meisten waren auf den Rollstuhl angewiesen, andere brauchten einen Gehwagen oder konnten nur an Krücken gehen. So gut ich verstehe, dass diese Leute nicht zu Hause sitzen bleiben wollen, so sehr bewundere ich auch ihren Mut, diese Strapazen auf sich zu nehmen und all diese Umstände und das ständige Bitten um Hilfe und Sonderbehandlung. Zum Beispiel muss die Person beim Landgang mitsamt Rollstuhl die komplette Gangway runter und hoch getragen werden. Es gibt zwar im Schiff genügend Fahrstühle, aber eben keinen, mit dem man vom Schiff runter kommt. Hut ab vor soviel Unternehmungsgeist. Find ich Klasse.

Aber nun zurück zum Sonntag, liegend vor Madeira. Nachdem wir das Bügeleisen bei den bösen Onkels der Security abgeliefert haben, gehen wir zum Abendessen ins Markrestaurant. Es trägt diesen Namen, weil die Speisen und so ziemlich alle Zutaten wie auf einem Wochenmarkt angeordnet sind. Überall kleine Wagen mit bunten Markisen. Wir drehen eine Runde und schauen erstmal, was es an diesem Abend Leckeres zu Essen gibt.

Hier mal ein paar der Kunstwerke, die die Köche jeden Tag wieder neu aus Früchten schnitzen.

Natürlich gibt es auch diesmal wieder keinen Tisch für uns alleine und so fragen wir ein älteres Ehepaar, ob wir uns an den 4-rer Tisch dazu setzen dürfen. Sie sind eigentlich schon fertig mit essen, bleiben aber zunächst noch auf einen kleinen Plausch sitzen. Es wird ein ausgesprochen netter Abend, denn wir sitzen noch lange, trinken einige Gläser Wein zusammen und tauschen uns darüber aus, wie wir den Tag verbracht haben. Die beiden stammen aus Leipzig und gerade der Mann, plaudert munter in einem lustigen Sächsisch über ihre Erlebnis auf Madeira an diesem Nachmittag. Da wir am Montag die Insel erkunden wollen, sind wir für gute Tipps dankbar.

Kurz bevor das Restaurant schließt, verabschieden wir uns von den netten Rentnern, bedanken uns für den angenehmen Abend und wünschen weiterhin ne schöne Reise. Man weiß bei den vielen Passagieren auf der AIDA ja nie, ob man sich im Laufe dieser Woche noch mal sehen wird.

Während drin auf der Showbühne Varietè geboten wird, ziehen wir es vor, noch eine Runde auf dem Schiff zu drehen und aus der Entfernung den weihnachtlich erleuchteten Hafen von Madeira zu bestaunen.

 Bei einem Glas Wein an einer der Openair-Bars beendeten wir den Tag.

Montag, der 01.12. 2008

Die Nacht war ruhig. Viel ruhiger als die davor. Kunststück, wie liegen ja auch vor Anker. Es war sehr hell in unserer Kabine, denn der Hafen von Funchal ist ein wahres Lichtermeer. Aber wenn wir auch so neugierig sind und nicht die Gardinen zuziehen? Selber schuld, oder?

Wir lassen den Tag gemütlich angehen, sitzen wieder in die gelben Kuscheldecken eingehüllt, kaffeetrinkend auf dem Balkon und schauen der Sonne beim Aufgehen zu. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, es ist ein Montagmorgen und wir haben Dezember. Nach dem Frühstück muss Ulrike – Urlaub hin oder her —ein bisschen was arbeiten. Zum Glück geht das via Laptop. Bei der Gelegenheit checken wir die letzten Beiträge unserer Gruppe in Xing und lassen ein paar Grüße für die armen Landratten da.

Damit bei mir keine Langeweile aufkommt, während Ulrike arbeiten muss, klemme ich mir mal gerade den linken Daumen in die Badezimmertür ein. Autsch! Aber ich bin mit einem leicht bläulichen Daumen davon gekommen.

Für alle, die das mal nachmachen wollen, hier die Workinstruction: Man gehe ins Bad, lege den linken Daumen in den Türfalz links und ziehe dann mit der rechten Hand die Tür zu. Aus Rücksicht auf die fleißige Freundin tue man dies leise und langsam. Täte man es zu hektisch und mit zuviel Kraft, wäre der Daumen vermutlich ab und der Schrei, der ertönen würde, wäre der Konzentration der Freundin doch sehr abträglich. Und der Urlaub würde in dem Moment vermutlich abrupt enden.

Kurz nach 11 Uhr gehen wir erstmals von Bord und starten unsere Erkundungstour auf Madeira.

Überall entlang der Hafenpromenade wurden geröstete Maronen angeboten.

Wir steuern direkt auf die Talstation der Seilbahn zu. Dort kaufen wir Tickets die Fahrt auf den Berg Pico Ruinvo (1862m), logischerweise für hoch und runter, was sich später als Fehler herausstellt. So gelangen wir schwebend in den Ort Monte oberhalb der Hafenstadt Funchal. (Ob dort wohl der gleichnamige Pudding von Zott erfunden wurde?)

Oben angekommen besichtigen wir bei leichtem Nebel, alles was es da so zu sehen gibt. So zum Beispiel diese kleine idyllische Kirche.

Hier die wunderschönen portugiesischen Fliesen.

Bevor wir wieder ins Tal zurück, wollen wir uns aber die einzigartige Attraktion anschauen, die es hier oben geben soll. —-eine Fahrt mit einem Korbschlitten.

Los geht’s am Fuß der Treppe zur Kirche ‚Nossa Senhora do Monte‘

Das mussten wir natürlich mitmachen. Ist ja klar. Oder? Bevor wir uns aber getraut haben, mussten wir erst ne Weile zuschauen.

 Das war unser persönlicher Schlittenkutscher, den ich während der rasenden Fahrt fotografiert habe.

Dem Mann vor uns wurde ganz angst, als Ulrike und ich angebraust kamen. Die Leute vor uns kamen nicht aus dem Knick, wir dagegen hatten echt Speed drauf.

In den Kurven dachten wir manchmal, der Schlitten kippt seitlich um und so haben wir dann jeweils gequieckt wie die Girlies. Die Schlitten-Führer fanden das sehr amüsant und meinten immer, wir sollten uns nicht sorgen, die hätten das gut im Griff.

Sie standen auch hinter unserem Rücken auf den Kufen und rannten nicht, wie im Bild oben, nebenher.

Mit diesen Lieferwagen werden die Schlitten dann wieder nach oben gefahren, wo schon die neuen Fahrgäste warten.

Der Schlitten fährt nur ca. 2km talwärts. Den Rest des Weges legen zu Fuß zurück. Ein ganz wunderbarer Spaziergang. Tolle Häuser und dann immer wieder diese Blütenpracht. Hier ein paar Impressionen.

 Weinreben und Bananenstauden

Idyllische Gässchen 

Herrschaftshäuser

 Madeira ist eine Blüteninsel. Einfach unglaublich was hier alles wächst. Wir sehen neben Palmen, auch Bananenstauden und Avocadobäume. Aber der Knüller sind die Weihnachtssternbäume in XXXXL. So etwas habe ich nie vorher gesehen. 

 Überhaupt, die Natur auf der Insel erinnert an einen Dschungel. Wegen dem durchgängig milden Klima grünt und blüht es auf Madeira 12 Monate im Jahr. Somit ist die Insel das ideale Urlaubsziel für Garten- oder Botanik-Fans.

Eigentlich wollten wir uns auf dem Rückweg zum Schiff ein wenig durch die Ladenstraßen schlendern, aber wir bekamen keine Gelegenheit dazu. Dieser Montag ist ein kirchlicher Feiertag auf Madeira. Das bedeutet, alle Läden und auch die meisten Restaurants sind geschlossen. Wir kaufen abschließend an einem Kiosk auf der Hafenpromenade ein paar Ansichtskarten für die Lieben zu Hause und gehen dann zurück an Bord der AIDAbella.

An diesem Nachmittag testen wir das erste Mal das Kaffeeangebot an Bord. Wir haben, wie am Vortag auch schon, das Mittagessen ausgelassen und springen deshalb völlig ohne schlechtes Gewissen um 16 Uhr in die Fluten, der Kaffee- und Kuchen-Fans, die in die Restaurants strömen, um einen bestimmten Tisch zu ergattern. Man bekommt hier zu einem recht passablen Kaffee oder Tee eine unwahrscheinlich große Auswahl an Kuchen und Torten aller Art geboten. Sogar Stollen und  Weihnachtsgebäck finden wir vor. Wir haben seit heute ja auch Dezember, das kann man bei dem Wetter schon mal vergessen.

Beim Vorbeiflanieren am Kuchenbuffet treffen wir den netten Herrn vom Vorabend, Herrn W. aus Leipzig. Gemeinsam suchen und finden wir ein Plätzchen und wollen hören, wie er und seine Frau den Tag verbracht haben. Aber Herr W. ist irgendwie bedrückt. Wir wundern uns nicht lange drüber, sondern fragen direkt nach, denn wir kennen ihn anders. Er druckst zunächst herum und meint, es wäre ihm peinlich, aber sein Problem wäre das Internet in der Kabine. Er käme nicht klar damit und hatte doch seinem Enkel versprochen, sich vom Schiff per Mail zu Hause zu melden. Ich gehe nach dem Kaffeetrinken mit ihm zur Kabine. Frau W., die lesend in der Hängematte auf dem Balkon liegt, ist einigermaßen überrascht mich zu sehen. Der Fehler ist schnell gefunden und die Welt der W’s wieder in Ordnung. Sie strahlen von einem Ohr zum anderen. Jeden Tag eine gute Tat. Oder wie war das?
Später am Nachmittag kamen die Piraten vorbei.

Sie hatten, wie man sieht, schon ein paar Opfer an Bord und so mussten wir diesmal nicht dran glauben. Trotzdem machten wir uns lieber davon. Im  goldenen Licht des frühen Abends legt die AIDAbella im Hafen von Funchal ab. Die Sicht ist grandios, blauer Himmel, dicke weiße Wolken vor einem atemberaubenden Bergpanorama. Das ist unser Abschied von Madeira.   Während Ulrike noch einmal einen Massagetermin im Wellness Bereich hat, schaue ich, auf dem Bett liegend, der Sonne beim Eintauchen ins Meer zu.

Nach dem Abendessen sitzen wir bei einem Wein auf dem Balkon und lassen den Tag gemütlich ausklingen.
Gute Nacht, Montagnacht.

 

Dienstag, der 02.12. 2008 

Wir landen am Morgen auf der Insel La Palma. Diesmal ist unser Kabinenbalkon dem Land zugewandt, das heißt in dem Fall schauen wir auf die Berge. Das Wetter ist eher durchwachsen. Wir frühstücken, sitzen ein bisschen auf Deck 12 in den Strandkörben um ein paar Sonnenstrahlen zu erhaschen und gehen dann zu Fuß los Richtung Puerto Santa Cruz. Auf dem Weg ins Stadtzentrum kaufen wir Ansichtskarten und flanieren durch die Straßen und Gassen der Hafenstadt. Ich muss sagen, der Ort reißt mich echt nicht vom Hocker. Nach ein paar Stunden und dem Kauf einer Flasche Rotwein + Korkenzieher  sind wir gegen 15 Uhr wieder zurück an Bord der AIDAbella. Es ist Kaffeezeit. Da wir Mittagstisch-Verweigerer sind, gönnen wir uns auch an diesem Tag wieder dieses Vergnügen und suchen uns was Leckeres zum Kaffee aus.

Dieser Tag ist irgendwie ereignislos. Der Aufenthalt auf La Palma ist so kurz, dass keine Zeit für eine allumfassende Inseltour bleibt. Gegen 17 Uhr laufen wir schon wieder aus. Es geht Richtung Fuerteventura. An diesem Abend ist die See unruhiger als die Tage vorher und das Schiff schaukelt und schaukelt mehr und mehr. Das Abendessen wird zum Balance-Akt. Der Weg den man vom Buffet zum Tisch zurück legt, ist nicht geradlinig sondern beschreibt eine Schlangenlinie. Immer mal stehen bleiben und stets schön drauf achten, den Teller gerade zu halten sonst fällt das Essen auf den Boden. Man hat stets den Eindruck an Kreislaufstörungen zu leiden oder betrunken zu sein. Das ist anstrengend. Scheinbar finden das viele Leute sehr belastend und es geht ihnen nicht gut. Die Restaurants sind leer wie selten und manche Mitreisende, die es bis hier hin geschafft haben, sehen blass um die Nase aus und stochern lustlos im Essen herum. Uns geht es eigentlich ganz gut, aber ich verzichte vorsichtshalber an diesem Abend auf den Wein zum Essen. Ich glaube, angesäuselt kriegt man das mit der Balance dann nicht mehr hin. Oder umso besser? Ich will es nicht ausprobieren.

Die Nacht wird für Ulrike ein völlig normale, für mich aber eine Katastrophe. Ich kann bei dem Geschaukel einfach nicht einschlafen. Wenn sich das Schiff von rechts nach links bewegt, dann kralle ich mich am Laken fest, weil ich befürchte seitlich aus dem Bett zu rollen. Ich versuche mir selbst einzureden, dass das nicht passieren wird und hoffe, endlich einschlafen zu können. Aber das will und will nicht klappen. Müde und tierisch genervt sitze ich immer wieder auf der Bettkante und wünsche mir, die Nacht möge doch bald vorbei sein. Oder wenigstens der Seegang solle nachlassen, dass ich schlafen kann. Da beide Wünsche nicht in Erfüllung gehen wollen, habe ich in dieser Nacht so garkeinen Spaß an der Seefahrt. Die Scheiben unterhalb der Balkonbrüstung bekommen in dieser Nacht eine kräftige Salzkruste. Das hat dann wieder was Spezielles und fasziniert mich. Wenn schon sonst alles Mist ist, dann wenigstens ne frische kühle Seeluft mit nem ordentlichen Salzgehalt.

Mittwoch, der 03.12. 2008

Was ich letzte Nacht nicht zu hoffen gewagt hatte, der Sonnenaufgang am Mittwochmorgen war der Beweis dafür: Die Sturmnacht war vorüber. Ulrike erwachte frisch und erholt aus dem Schlaf und war erstaunt zu hören, wie es mir ergangen war.

Wir legen kurz nach Sonnenaufgang in Puerto del Rosario auf Fuerteventura an. Leider nicht in Coralejo, was ich schon kenne und wo bisschen mehr los ist als in diesem verschlafenen Nest hier. Von hier sind die Wege zu einem einigermaßen vernünftigen Strand recht weit. Aber nach dem Frühstück regnet es sowieso wie aus Eimern und wir sind unschlüssig was wir an diesem Tag machen sollen. Als es mal ein wenig nachlässt gehen wir zu einem Taxistand und erkundigen uns nach den Preisen einer Fahrt nach Coralejo. Kann man vergessen – 56€  hin und zurück. Das ist es uns nicht wert. Dann gehen wir eben doch in Puerto del Rosario los und erkunden was der Ort zu bieten hat. Gleich zu Anfang treffen wir wieder mal auf das Ehepaar W. aus Leipzig und gehen ein Stück zusammen. Die Beiden gehen dann weiter die Promenade lang und wir stürzen uns in die Stadt. Das moderne Zentrum und eine große Einkaufspassage gefielen uns nicht. Alles grell und bunt und überladen mit klimpernder, blinkender Weihnachtsdeko. Dort gelingt es uns nicht einen Ort zu finden, wo wir gemütlich sitzen und einen Kaffee trinken können. Also gehen wir gezielt in ein älteres, leicht schmuddeliges Viertel. Dort finden wir ein kleines Cafè wo wir bei traditioneller spanischer Musik Cafe Solo (spanischer Espresso) und Leche y Leche (Cafe mit gesüßter Kondensmilch im Verhältnis 50:50) bekommen. Dort sitzen wir und finden es inmitten von Einheimischen nett und irgendwie authentisch.

Zurück am Strand treffen wir wieder auf unsere sächsischen Freunde und schießen ein paar Fotos. Das Wetter ist recht kühl und wenig sonnig. Deshalb ist an Baden leider nicht zu denken. Trotzdem gehen wir Frauen wenigstens mit den Füßen mal ins Wasser. Herr W. mag sich nicht die Sandalen und Socken ausziehen und macht deshalb mit allen verfügbaren Kamera die Fotos. Wir quasseln ihn aber so dermaßen und dauerhaft zu, dass er abgelenkt ist, nicht auf die heranrollenden Wellen achtet und prompt nasse Füße in seinen Sandalen bekommt. Er findet das garnicht lustig. Wir aber schon.

Mittlerweile ist Zeit fürs Mittagessen. Das Ehepaar W. zieht es zurück aufs Schiff. Uns auch, aber nicht wegen dem Essen. Das lassen wir wie immer ausfallen. Ulrike hat noch einen medizinisch notwendigen Massagetermnin und ich hole den versäumten Schlaf der letzten stürmischen Nacht nach. Sowas nenn ich Urlaub. Schlafen am hellerlichten Tag.

Nach einem vertrödelten Nachmittag takeln wir uns zum Abendessen mal wieder ein bisschen mehr auf. Mal sehen, was der Abend für uns bereit hält. Wir gehen zunächst mit großem Appetit ins Restaurant „Bella Vista“ auf Deck 11. Dort ist es recht voll, aber wir finden noch ein Plätzchen am Tisch mit zwei Päärchen. Die stellen sich schnell als stocksteife Spaßbremsen heraus. Es herrscht eine unangenehm angespannte Stimmung an diesem Tisch. So, als wenn sie sich gerade gestritten hätten. Kaum ein Wort. Nicht untereinander und schon gleich garnicht an uns gerichtet. Es könnte einem direkt das Essen im Halse stecken bleiben. Damit schlagen sie uns schnell in die Flucht. War sicher ihre Absicht. Das Essen im Bella Vista sagt uns aber im Vergleich zu den anderen Restaurants nicht so sehr zu. Das wird uns nicht wieder zu sehen bekommen. So lautet der einstimmige Beschluß an diesem Abend.

Im Theatrion wird an diesem Abend eine Kunstauktion geboten. Wir setzen uns im Vorbeigehen mal kurz rein und schauen ein wenig zu, welche Bilder versteigert werden und welche Preise sie erzielen. Aber wie man in Nieder Bayern so schön sagt: Es graust die Sau. Ein junger Kerl, der von den üblichen Abläufen einer Auktion nicht den Schimmer einer Ahnung zu haben scheint, steht zitternd und stammelnd auf der Bühne und man fürchtet zu jeder Zeit er könnte einen Zusammenbruch erleiden. Ulrike und ich würden bei vielen seiner Äußerungen am liebsten laut aufschreien oder wenigstens unkontrolliert loslachen. Aber wir wollen nicht gehässig sein und auch nicht negativ auffallen. Aber irgendwann ist es nicht mehr zu Aushalten. Wir müssen fürchten, dass wir durch eine unbedachte und spontane Handbewegung als Bieter angesehen werden und so dann aus Versehen eins der grauseligen Kunstwerke ersteigern. Das gilt es zu Verhindern. Wir gehen aus dem Theatrion und setzen uns mit nem Glas Wein an eine der Bars an Deck und genießen besser noch ein wenig die laue Nacht. Davon haben wir mehr als von jeder Auktion.

Zum Tagesausklang trinken wir in der Kabine noch ein Gläschen Wein als Absacker nach dem aufregenden Tag. Die Aufregung wird nochmal agesteigert als wir das Bord-TV einschalten und dort immer noch die Übertragung der Auktion aus dem Theatron läuft. Schnell ist der Auschaltknopf gefunden und gedrückt. Wir gehen schlafen in der Hoffnung auf eine ruhige, erholsame Nacht. Vorallem ich hoffe darauf.

Donnerstag, der 04.12. 2008

An diesem Morgen erwartet uns Lanzarote und wir sind gespannt auf die Insel. Ulrike und ich sind vorher schon mal hier gewesen. Also wird es ein Wiedersehen. Bereits um Mitternacht haben wir im Hafen von Arecife angelegt. Von Fuerteventura bis hier hin sind es nur 68km. Die nächtliche Überfahrt war dementsprechend ruhig, da es keinen großartigen Seegang gab und die Strecke kurz war.

Der Anlegeplatz der AIDA ist diesmal ein sehr ungünstiger. Er ist weit weg von der Straße, die zur Stadt führt. Somit kaufen auch wir, wie fast jeder andere Passagier an diesem Morgen, für 8,-€ ein Busticket für den Transfer ins Stadtcentrum. So kommen wir wenigstens einmal während dieser Reise in den zweifelhaften Genuss, uns ins Getümmel der Passagiermassen der AIDA stürzen zu können.

An der Gangway stehen, wie bei jeder anderen Landung bisher auch, fotografierende Crewmitglieder in Verkleidung. Die Männer meist mit Phantasieuniformen und die Mädels an diesem Tag mit einem langen, weißen Engelshemd und riesigen Flügeln. Sie würden gerne jeden Passagier im Bilde festhalten, allein, mit mehreren oder mit einem der Verkleideten auf dem Foto. Diese Fotos werden am Abend dann immer auf dem Schiff in einer großen Bildergalerie ausgestellt. Natürlich ist die Idee dahinter, dass die Passagiere diese Fotos kaufen sollen. Manche tun das auch wieder und wieder für viel Geld. Wir aber nicht. Genauso wie beim Verlassen des Schiffs kann man sich während der gesamten Reise und zu jeder Tages- und Nachtzeit überall auf dem Schiff fotografieren lassen. Nur dann wird man nicht von den Fotographen angesprochen wie beim Verlassen des Schiffs an diesem Morgen. Wir schaffen es aber wieder einmal unfotografiert vom Schiff zu kommen.

Dann heißt es für alle erst einmal Schlange stehen. Die Transfer-Busse sind in einem erbärmlichen Zustand, schmutzig und runtergekommen. Aber es ist zum Glück nur für wenige Kilometer. Später halten die Busse am Stadtrand von Arecife an und spucken die Passagiermassen aus. Kehrt Marsch, die nächste Fuhre abholen und in die Stadt karren. Keiner der Crewmitglieder gibt auch nur den kleinsten Hinweis darauf, wie man am besten gehen sollte um in die Stadt zu kommen oder wo es was Nettes zu besichtigen gibt. Das finden wir sehr mangelhaft. Uns trifft es nicht hart, denn wir kennen uns hier aus. Aber die anderen. Es reizt uns fast ein bisschen die Reiseleiter zu geben. Wir wären beide vom Typ her dazu geeignet. Ulrike noch mehr als ich. Aber wir lassen es dann doch und gehen alleine los. Nicht gleich ins Stadtzentrum. Besser erstmal gemütlich die Hafenstrasse entlang schlendern.

Bei den alten Festungsanlagen bekommen wir dann zufällig etwas besonders Ausgefallenes zu sehen, was uns den Rest des Tages kopfschüttelnd durch die Gegend laufen lässt. Die begehbare Mauer ist recht leer an diesem Morgen. Nur ein älteres Ehepaar ist zu sehen. Der Mann filmt die vorbeifahrenden Fischerboote und was sich sonst so bewegt im Wasser. Was die Frau macht, ahnen wir noch nicht. Ulrike und ich plaudern, genießen das wunderbare Wetter und laufen Richtung alte Festung.

Mitten auf diesem gemauerten Weg kauert auf einmal die ältere Frau mit runtergelassener Hose vor uns auf der Mauer. Entblößt vom Nabel bis zu den Knöcheln, das weiße Fleisch ungeniert in die Sonne reckend pieselt sie mitten auf den Weg. Wir waren beide so perplex, dass wir spontan umkehrten und erstmal paar Meter zurück gingen. Klassischer Fall von Fremdschämen. Also sowas aber auch!!!
Die Hafenpromenade ist weniger als 50m vom Ort dieses Geschehens entfernt. Also schafft man es, auch wenn es echt eilt, dort schnell noch in die öffentliche Toilette oder in eins der Cafès zu gehen. Und selbst wenn es ein echter Notfall ist, dann geht man doch runter vom Fußweg und sucht sich unten am Wasser ein stilles Eckchen. Leute gibt’s, die gibt es gar nicht.

Wir brauchen nach diesem Erlebnis erstmal einen Espresso und gehen dafür ins Stadtcentrum. Dort kann man in der Fußgängerzone prima sitzen und kaffeeschlürfend die Passanten beobachten.

Vor fast genau einem Jahr hatte ich hier, während meines 2-wöchigen Urlaubs auf Lanzarote, Leute gesehen, die ein AIDA Schlüsselband mit der Passagierkarte um den Hals trugen. Deshalb fuhren wir damals auch zum Hafen und bestaunten dort eins der Schiffe der AIDA Flotte. Rückblickend glaube ich, dass bereits damals  der Wunsch in mir reifte, selber auch einmal so eine Schiffsreise zu machen.

Nach dieser Kaffeepause versuchen wir Briefmarken für unsere Ansichtskarten aufzutreiben. Auf dem Postamt muss man als Kunde Nummern ziehen. Es geht zwar sehr geregelt, aber auch enorm schleppend voran. Und weil wir nicht den halben Tag auf der Post anstehen wollen, geben wir bald auf und gehen weiter. Da lassen wir uns doch lieber mehr oder weniger ziellos durch die Stadt treiben. In einer Hafenstadt wie Arecife gibt es immer was zu sehen. So entdecken wir zufällig eine Fisch-Auktion. Die einheimischen Fischer versteigern hier ihren Fang vom Morgen an Restaurantbesitzer oder Privatleute. Es ist spannend das bunte Treiben zu beobachten, auch wenn wir nur wenig verstehen. Allein die verschiedenen Typen hier sind sehenswert.

Wir gehen weiter und gelangen zufällig auf einen Wochenmarkt. Es gibt jede Menge Souvenirs, aber für uns ist wirklich nichts Brauchbares dabei. Vorwiegend afrikanische Händler bieten mit viel Geschrei und teilweise richtig aufdringlichem Verhalten ihre Ware an. Bei der Menge der Stände, mit immer wieder fast identischen Artikeln, wundern wir uns, wie diese Leute davon leben können. Aber es muss wohl auch für diese Waren Abnehmer geben. Die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Wir sehen zu, dass wir aus dem Getümmel raus kommen und sitzen lieber noch ne Weile auf der alten Hafenmauer in der Sonne. In einer kleinen Bucht dümpeln die Fischerboote nach getaner Arbeit in der Mittagshitze. Die Sonne verbrutzelt uns fast das Hirn, irgendwie lähmend. Wir beschließen zur Bushaltestelle zurück zu gehen und uns zum Schiff transferieren zu lassen. Für eine entspannte Tour über die Insel wäre die Zeit zu knapp und abhetzen wollen wir uns nicht. Außerdem haben wir für den Nachmittag noch einen wichtigen Termin auf dem Schiff. Am Sonntag, als wir vor Madeira lagen und uns jeweils eine Massage gönnten, haben wir für diesen Donnerstagnachmittag einen 4-stündigen Aufenthalt in einem speziellen Bereich der Wellness-Abteilung gebucht. Wir konnten das als Massage-Kunden zum Sonderpreis bekommen und griffen spontan zu.

Zurück auf der AIDA schlüpfen wir in der Kabine in unsere Badeanzüge und gehen, eingehüllt in die weißen Kuschel-Bademäntel, zu unserem Verwöhntermin. Das heisst, wir nehmen den Fahrstuhl von Deck 7 bis hoch zu Deck 12. Denn in unserem etwas ungewöhnlichen Aufzug wollen wir nicht im Treppenaufgang unzähligen anderen Passagieren begegnen. In der Wellness-Oase angekommen melden wir uns an der Reception und legen unsere Reservierungsbestätigung vor. Dieses Papier öffnet uns die Tür zu einem Bereich, der für Nichtzahler unzugänglich ist. Dort findet man unter Palmen und den Klängen von leiser Entspannungsmusik viele unterschiedliche Liegestühle, Klappliegen und auch besonders ausgefallene Strandliegen mit wollweißen Leinenpolstern und riesigen Kuschelkissen. Wir entscheiden uns für eine runde 2-er Liege aus Rattangeflecht, die zum Schutz gegen neugierige Zuschauer so etwas hat wie das Verdeck beim Kinderwagen. Fotos habe ich selber keine gemacht, weil es mir auch nicht recht gewesen wäre, wenn jemand anderes Fotos geschössen hätte. Deshalb hier mal zur Veranschaulichung eine Seite, wo man diese Art Liegen kaufen kann.

Bevor wir uns dort gemütlich niederlassen gehen wir erstmal schwimmen. Dafür steht uns ein großer Wirlpool zur Verfügung. Glücklicherweise ist es an diesem Nachmittag sehr leer in diesem Bereich der Wellnessabteilung. Außer uns sind nur weniger andere Gäste da. Entsprechend ruhig ist es. Man spricht hier sowieso nur im Flüsterton, ähnlich wie in einer Bibliothek. Das ist bei dem sonstigen munteren Treiben auf dem Schiff auch mal sehr angenehm. So verbringen wir einen ausgesprochen entspannten Nachmittag mit faulem Rumliegen, angeregtem Plaudern, dösen, dämmern und schlafen oder mit der Nase in unseren Büchern. Spannung wird uns sogar auch geboten. Auf dem Weg zum Badeanzugwechsel treffen ich in einem Umkleideraum auf eine nackte Herrenriege, die genauso erstaunt schaut wie ich. Wer ahnt denn auch, dass Sauna- und sonstige Wellness-Besucher die gleichen Räume fürs An-, Aus- und Umziehen benutzen?

Wie alles, was Spaß macht, vergeht auch dieser Wellness-Nachmittag in Windeseile. 18 Uhr ist Ende und wir schleichen wieder im Bademäntelchen gehüllt zurück in unsere Kabine. Von unserem Balkon aus haben wir einen grandiosen Blick auf die Berge von Lanzarote, die das Abendsonnenlicht in ein wunderbares Rosa taucht. Ich möchte am liebsten gleich wieder hier bleiben, denn ich mag Lanzarote sehr gerne. Doch für 20 Uhr ist das Auslaufen geplant. Es geht Richtung Teneriffa.

Vorher noch Abendessen. Wir finden freie Plätze an einem Tisch mit „Alteingesessenen“, d.h. Leute, die in der Zusammenstellung die gesamte Reise zusammen sitzen und jede Mahlzeit gemeinsam einnehmen. Offensichtlich sind sie aber nicht vollständig an diesem Abend. Es sind Plätze frei und so fragen wir, ob wir uns dazu setzen können, was uns freundlich angeboten wird. Ein Mann am Tisch hat Geburtstag. Wir gratulieren unbekannterweise. Vor ihm an seinem Platz stehen Blumen und hübsch verpackte Geschenke. Trotzdem herrscht an dem Tisch eine merkwürdig unentspannte Stimmung. Kaum einer spricht, der Mann packt die Geschenke weder an noch aus. Alles andere als Partystimmung. Wir wundern uns, kennen aber die Gründe nicht. Doch lange tun wir uns das an dem Abend nicht an. Irgendwie merkwürdig sind die drauf. Wir essen unter diesen Umständen recht zügig und gehen dann direkt wieder.

Das Theatrion wird von der Kreischerei einer Sopranistin erschüttet, die versucht einen Opernabend mit zu gestalten. Es scheint, diese Schiffe sind der Tummelplatz für junge Absolventen der diversen Künstlerschmieden. Sänger oder Schauspieler sammeln auf diese Weise (bitter) nötige Erfahrung, bevor man sie auf das Theaterpublikum an Land loslassen kann. Auf dem Schiff kann man ja nicht weglaufen. Jedenfalls kommt man nicht weit, auch wenn es einem danach zumute sein sollte. Ulrike und ich flüchten nach wenigen Minuten und spülen das Grauen über die Darbietung mit einem  Weinchen an einer der Bars runter. Und dann ab in die Koje.

Freitag, der 05.12. 2008

Während wir gemütlich schlafen legt die AIDA nachts die 158 Seemeilen von Lanzarote nach Teneriffa zurück. Als wir aufwachen liegt das Schiff schon im Hafen von Santa Cruz. Teneriffa soll die letzte Station unseres kanarischen Insel-Hoppings sein, bevor es am Samstag wieder zurück nach Gran Canaria gehen wird. Leider spielt das Wetter heute nicht so mit. Alles ist grau in grau, dicke Wolken. Aber erfreulich ist, dass es an diesem Morgen einen kostenlosen Bustransfer gibt, den wir für die Fahrt in die Stadt nutzen können. Ausgerüstet mit Regenjacken und Rucksäcken geht’s bald nach dem Frühstück los. Kaum haben wir den Bus verlassen, fängt es auch schon an zu regnen. Aber das macht uns nicht wirklich viel aus. Wir laufen erstmal los und erkunden die Stadt. Ein toller Service des Tourismus-Büros von Santa Cruz ist ein mobiler Informationsstand, den wir zufällig in einer sehr belebten Fußgängerzone finden. Eine Frau erklärt in diversen Sprachen auf Anfrage jedem Ratsuchenden den Weg zu seinem Ziel. Sie zeichnet den Weg in einen Stadtplan ein und gibt den abschließend der jeweiligen Person mit. Wer nicht weiß, wohin er am besten gehen sollte, den berät sie über Sehenswertes in der Stadt. Wir lassen uns den Weg zu einem großen historischen Straßenmarkt erklären, der immer freitags besonders viele Produkte anbietet. Wie wir später feststellen, ist dieser Tipp einfach Gold wert. Dieser Markt ist ne Wucht. Die Auswahl ist riesig und die Lebensmittel, egal ob Fisch, Fleisch oder Gemüse, sind augenscheinlich von bester Qualität. Alles ist so appetitlich präsentiert, dass wir direkt bedauern, nichts kaufen zu können. Wir werden ja auf der AIDA sehr gut bekocht.  Der Markt ist ein Paradies für jeden Koch, egal ob Hobby oder Profi. Da kann man auch ohne konkrete Idee hingehen, sich einfach inspirieren lassen und findet garantiert was Geeignetes, was man auf den Tisch bringen möchte. Den kompletten Markt mitsamt den Händlern würde ich gerne mit nach Hause nehmen.

Später trinken wir erstmal einen Kaffee und schlendern weiter durch die Stadt. Leider wird das Wetter immer unfreundliches und wir brauchen was Starkes, um der absackenden Stimmung entgegen zu wirken. Deshalb trinken wir in einem Straßencafè einen Lumumba (Kakao mit Rum und Sahne), was den Kellner irgendwie sehr amüsiert. Er fragt verwundert nach, ob das wirklich unser Ernst sei, um diese Tageszeit so etwas trinken zu wollen. Ja, war es. Und wir kicherten erst über den Kellner und sein erstauntes Gesicht und später wegen des Alkohols in unserem Kakao.

Den letzten Abend werden wir beim AIDA Käptn‘s-Dinner mit unserem Leipziger Rentnerpaar verbringen. Dafür wollen wir gerne ein kleines Geschenk für die beiden besorgen. Uns fällt ein, dass Herr W. beim gemeinsamen Strandspaziergang auf Lanzarote durch unsere Schuld nasse Füße bekommen hat. Damals hat er ganz entrüstet behauptet, wir hätten sein einziges Paar Socken ruiniert. Und so kommt uns die Idee, dem armen Mann ein typisches Männergeschenk, ein Paar Socken, zu kaufen. Gesagt-getan und dann wird es auch schon wieder Zeit zurück zum Schiff zu gehen. Die sogenannte „Alle Mann an Bord-Uhrzeit“ ist zwar erst für 19:30 Uhr ausgeschrieben, da wir gegen 20 Uhr ablegen, aber wir müssen  noch in aller Ruhe duschen und uns für den Abend zurechtmachen.

Vom Balkon unserer Kabine aus beobachten wir, wie ein Personalwechsel auf dem Schiff vonstatten geht. Es gibt einen tränenreichen Abschied nach dem anderen. Am Fuße der Gangway spielen sich teilweise dramatische Szenen ab. Umarmungen, Tränen, Küsschen-Küsschen und nochmal ein allerletztes Küsschen. Die Taxifahrer müssen geduldig sein, denn so ein Abschied kann ne langwierige und schwere Sache sein. Da ist sicher auch der eine oder andere Abschied für immer dabei.

Dieser Abend, der letzte am Bord soll ein besonderer werden. Er beginnt damit, dass wir das einzige Mal während der gesamten Reise ganz pünktlich um 18:30 Uhr am Eingang des Restaurants stehen, damit wir einen bestimmten Tisch zusammen mit unseren Urlaubsbekannten ergattern können. Denn auf dem Schiff sind Tischreservierungen generell nicht üblich. Unfassbar für uns, normal für viele andere Reisende, ist dann das Gedrängel vor der zunächst noch verschlossenen Restauranttür. Die Leute stehen da, wie ne Herde Kühe vor der ersehnten Fütterung. Sie stehen dicht gedrängt und teilweise über Etagen, die Treppen hoch und runter. Ulrike und ich empfinden das als ausgesprochen peinlich, ein klassischer Fall von Fremdschämen. Aber wir sind ja nun auch mitten drin und voll dabei. Wenn man bedenkt, welche Fülle von wirklich allerfeinsten Speisen hier zu jeder der vier Mahlzeiten an jedem einzelnen Tag  der Reise geboten wird, und dann sieht, wie die Massen auch am letzten Abend scheinbar unersättlich zum Troge drängen, dann vergeht einem schlagartig der Appetit. Es war uns bisher nicht bewusst, wie das offensichtlich vor jeder Mahlzeit hier zugeht, weil wir niemals vorher bei Öffnung der Türen dabei waren.

Wir treffen auf unsere Bekannten, die bereits am Tisch sitzen, als wir ankommen. Das heisst, sie waren ganz vorne im Pulk dabei. Der Abend ist dann nochmal ein sehr lustiger. Die Übergabe der Socken an Herrn W. wird von uns im Bilde festgehalten. Wir finden auch jemanden, der mal ein 4-rer Foto schießt. Frau W. hat direkt ein paar Tränchen verdrückt, weil sie uns sehr ins Herz geschlossen hat. Sie gesteht uns an dem Abend, dass ihr in all den Jahren mit ihrem Mann und den beiden Söhnen manchmal ne weibliche Kontaktperson gefehlt hat. Entweder ne Tochter oder ne Freundin, jedenfalls jemand wie Ulrike und ich.

Irgendwie hatte ich die Vorstellung, dass es bei einem Käptn‘s-Dinner dann wenigstens mal den Käptn zu sehen gibt. Aber das war leider nicht so. Und auch die Eistorten mit den Wunderkerzen wurden von den Köchen in schneeweißer Kochkluft mit den steifgestärkten Mützen nicht hereingetragen. Es gab wie immer nur Eis am Buffet. Bin ich einem Fake aufgesessen? Das ist doch im Fernsehen immer so. Wie? Wir sind gar nicht im Fernsehen? Das hier ist alles Realität? Ach so. Na sagt das doch gleich.

Einziger Unterschied zu den anderen Abenden an Bord ist, dass es Hummer satt gab. Der wird  zur Vermeidung von Verletzungen, zahnschonend von den Köchen mit Profi-Gerätschaften auseinander gehackt, gebrochen, geschnitten, gesäbelt. Und „die Herde“ steht mit leeren Tellern auf der Kralle wieder Schlange. Ungelogen 25-30 Leute aufgereiht um ein Stück Hummer in den alten Gierschlund einwerfen zu können. Das ist dann wieder ein Appetitzügler für uns. Gegen 21 Uhr schließen auch an diesem Abend alle Restaurants. Das Käptn’s- Dinner ohne Käptn ist zu Ende. Die Reise ist also so gut wie vorbei.

Wir verabschieden uns nun von Ehepaar W, denn dass wir uns im Gewusel des Abreisetages nochmal treffen werden, ist eher unwahrscheinlich. Die Beiden haben vor, an diese AIDA-Woche noch einen Landurlaub auf Gran Canaria ran zu hängen und werden morgen deshalb das Schiff recht früh verlassen.

Ulrike und ich haben an dem Abend noch zu tun, denn es gilt nach dem Abendessen die Koffer zu packen. Wenn man bis 23 Uhr die fertigen Koffer vor die Kabine stellt, dann werden diese abgeholt und noch in der Nacht runter in den Laderaum gebracht. Das erspart uns die Kofferschlepperei am anderen Morgen. All das wird in dem Fall von Personal übernommen. Ein spezieller Service, der uns freut und den wir gerne nutzen. Aber dafür müssen wir uns jetzt auch schon sehr konkret auf die Heimreise eintakten, denn wir müssen abends wissen, was wir Samstag anziehen werden, was in den Koffer muss und was ins Handgepäck kann. Gar nicht so einfach, wenn man wie wir ne Woche Sommer im Dezember erlebt hat. Aber wir kriegen es hin und haben zur Schlafenszeit dann alles gepackt. Das bedeutet, morgen müssen wir nicht vor dem Aufstehen aus den Federn. Gute Nacht, letzte N8.

 Samstag, der 06.12. 2008

Wie alles, was schön ist, geht auch diese Reise viel zu schnell vorbei. Scheinbar gerade erst angekommen, heißt es an diesem Morgen Abschied nehmen. Erstmal frühstücken Ulrike und ich noch zusammen und dann muss sie auch schon los, denn ihr Flieger geht bereits gegen 11 Uhr. Mein Flug wird erst am späten Nachmittag starten. Das heißt, den letzten Tag verbringe ich alleine. Um 9 Uhr muss ich zwar die Kabine räumen, darf aber noch bis 15 Uhr auf dem Schiff bleiben und könnte alles nutzen wie bisher auch. Das heißt, die Restaurants, die Pools, die Sauna, der Wellness Bereich und die Bars stehen den abreisenden Passagieren noch bis zur Abfahrt ihrer Airport-Transferbusse zur Verfügung. Das ist aber in den meisten Fällen nur gegen extra Bezahlung möglich, weil die Endabrechnung zu diesem Zeitpunkt schon erfolgt ist.

Natürlich könnte ich die AIDA auch jetzt schon verlassen und bis zum Nachmittag auf Gran Canaria rumlaufen. Aber das will ich nicht, denn ich müsste mein Handgepäck überall mit hin schleppen. Außerdem will ich die Woche auf dem Schiff noch ein bisschen nachklingen lassen. Und das geht gut, wenn ich auf dem Schiff bleibe und den neuen Passagieren beim Einchecken zusehe. Für sie ist alles so neu, wie es für mich vor wenigen auch noch war.

Ich schlendere auf dem Schiff herum und schaue noch einmal bei meinen Lieblingsplätzen vorbei. Stundenlang setze ich mich in einen der Strandkörbe auf dem Oberdeck und beobachte Leute. Die Putztruppe hat, genau wie Crew Mitglieder, an solch einem An- und Abreisetag besonders viel zu tun. Kabinen müssen schnellstens gereinigt und fertig gemacht werden. Die neuen Passagiere können deshalb auch erst nach und nach in ihre Kabinen und müssen sich anderswo auf dem Schiff die Zeit vertreiben. Für mich gibt es eine ganze Menge zu sehen und zu hören. Ich höre erste Nörgler, die sich bei ihren Mitreisenden über die Ausstattung der Kabine beklagen. Manche Leute wollen sich gleich zu Reisebeginn an einer Bar die erste Dröhnung geben. Großfamilien tummeln sich im Poolbereich. Genervte Mütter rennen schimpfend und ermahnend hinter aufgeweckten Kindern her, die beim Umrunden der Pools gleich mal mit Klamotten reinfallen. Andere Kids holen sich bei der Hetzjagd zwischen den Liegestühlen an Deck erste Beulen am Kopf ein und es gib blutig aufgeschrammte Knie zu beklagen. Unter den neuen Passagieren sind deutlich mehr Kinder als während unserer Woche an Bord der AIDA. Irgendwie wirken diese Urlauber wenig entspannt. Aber das ist sicher normal. Schließlich sind sie ja angetreten, um sich auf dem Schiff zu erholen. Und wie es aussieht, haben sie das dringend nötig.

Im Strandkorb nebenan sitzt eine Frau und liest in einem Buch. Sie ist auch Abreisende wie ich. Das sieht man (wenigstens bei ihr) auch an der gebräunten Haut. Bisschen heftig, Farbton Lederstrumpf. Schlimmer noch ihr Mann, der hin und wieder mal vorbei kommt und in den Taschen kramt, bevor er wieder verschwindet. Der Mann kommt mir irgendwie bekannt vor, aber ich kann ihn nicht recht zuordnen. Ich grübele und grübele bis mir endlich ein Licht aufgeht. Das ist der nackte Mann aus der Wellness-Oase, der mir Donnerstag zu unser beider Entsetzen im Umkleidebereich begegnet war. Angezogen sieht er auch nicht anziehender aus.

Gegen 15 Uhr verlassen mein Handgepäck und ich dann das Schiff und fahren zum Flughafen. Schön war‘s. Es war meine erste, aber nicht meine letzte Schiffsreise. Soviel weiß ich sicher. 

***THE END  ***

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12 Antworten zu Auf Canaren Kreuzfahrt °°2008°°

  1. velvet schreibt:

    wunderbar geschrieben 🙂 ich war grad selbst unterwegs mit der diva (dubai-oman-abu dhabi-bahrain-dubai) …

    am liebsten würde ich gleich wieder.. :-))))

    lg velli

  2. chinomso schreibt:

    Freut mich. *knicks**
    Auf diese Weise kann ich mein Urlaubs-Feeling immer ein bisschen länger konservieren. Eins steht auch für mich fest….meine letzte Reise mit einem Schiff der AIDA Flotte war das nicht. Habe schon ein paar Touren in die engere Auswahl genommen. Es fehlt leider noch am Geld. 🙂

  3. Velvet schreibt:

    ich hab ein auge auf die nordtour geworfen.. norwegische fjorde, island, grönland, england..

  4. chinomso schreibt:

    Ich habe in der AIDA Lounge (http://www.aida-weblounge.de/) wunderbare Fotos dieser Nord-Tour in die Fjorde gesehen. Aber ehe ich dahin fahre, möchte ich lieber erstmal Ägypten sehen und die Karibik-Tour mitmachen. USA wär auch Klasse.
    Also der Norden muss erstmal warten, denn ich befürchte dabei auch Regen und Kälte. Du nicht?

  5. Velvet schreibt:

    wenn, dann würde ich im sommer fahren, da ist das schlechtwetterrisiko geringer..

    die korbschlitten auf madeira waren ganz schön eng. ich hatte mit männe das gefühl, als wir endlich drin sassen, dass wir die danach permanent am ar*** behalten werden 🙂

  6. april schreibt:

    Hm, ein wunderbarer Bericht – und ich wundere mich, wieviele Einzelheiten du noch weißt. Hast du damals Reisetagebuch geführt? Das ‚hm‘ steht da wegen der Reise selbst. Wenn ich das so lese, wird mir klar, dass ich lieber keine Kreuzfahrt machen möchte. Gut, dass ich hier erfahre, wie das so ist. (das mit dem Essen z.B.)

  7. chinomso schreibt:

    Ich führe immer ein Reisetagebuch, egal wo ich hinfahre. Auch wenn es nur 3-4 Tage sind. Manche Leute finden das merkwürdig und es macht sie nervös: „Was schreibt die denn immer?“

    Das Reisetagebuch ist das Skelett, damit ich weiss was wir an welchen Tag gemacht haben. Wenn ich das später tippe, dann fallen mir Details locker wieder ein. Zum Beispiel hier, den Wellness-Nachmittag am 04.12.08, hatte ich komplett vergessen auszuschreiben. Der kam mir dann gestern beim Schreiben erst wieder in den Sinn.

    Was das Verhalten oder die Abläufe auf dem Schiff angeht….. ich beschreibe nur, wie wir es gemacht haben. Wir haben auch Leute getroffen, die haben immer und zu allen Mahlzeiten mit denselben Leuten an exakt ein und demselbenTisch gesessen.

  8. Elke schreibt:

    wunderbar ge-/beschrieben..
    Danke fürs teilhaben lassen..

    Ganz besonders Madeira hat mich in Erinnerungen schwelgen lassen..ich mag diese Insel sehr.

    Reisetagebuch führen finde ich super gut..habe es früher
    auch immer gemacht..leider hab ich es in letzter Zeit vernachlässigt..Dumm von mir..denn es ist ja viel leichter sich an die täglichen Erlebnisse zu erinnern..

    Bin schon gespannt auf die Forts.

    Liebe Grüsse, Elke

  9. april schreibt:

    Ich führe auch IMMER Reisetagebuch, per Hand, und selbst das schaff‘ ich kaum. Aber es ist genau wie bei dir: ein Wort, ein Ort bringt Erinnerungen zurück. Und zum Glück haben die Fotos auch ein Datum dabei.

  10. chinomso schreibt:

    Ich nehme dafür jeweils eins dieser chinesischen gebundenen Bücher mit der Aufschrift „Diary“. Ist zwar kein Tagebuch im herkömmlichen Sinne, aber sehr handlich, stabil und es passt ne Menge rein. Bei einer 3 wöchigen Afrika-Reise können schon mal 100 Seiten oder mehr voll werden. Mittlerweile habe ich mehrere rote, blaue, grüne und türkise. Alle voll.

  11. april schreibt:

    So, alles gelesen. Danke für den sehr interessanten Reisebericht.

    Ich kauf mir auch immer ‚Bücher‘; Aldi hat manchmal richtig schöne oder nanu-nana, dieser Kramladen. Die chinesischen kenn‘ ich auch.

  12. velvet schreibt:

    genu so habe ich die letzten stunden auch auf dem schiff verbracht.. die „neuen“ kommen und man schaut entspannt aber auch ein wenig wehleidig zu, wie sie das schiff entern…

    ich freue mich schon so auf meine nächste reise im mai..

    so ein reisetagebuch hat was.. ich bin nur leider immer zu faul dazu.. darum mache ich immer zig fotos … die schönsten momente speicher ich eh auf meiner ganz privaten festplatte, die sich herz nennt, da hilft dann nich mal der fotoappart.

    danke für die schöne reisebeschreibung.. den anfang kannte ich ja schon…

    lg velli

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